

Ostholstein. Der Winter stellt die Blutversorgung in Deutschland regelmäßig vor Herausforderungen. In diesem Jahr spitzt sich die Situation jedoch besonders zu. Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost schlug jetzt Alarm und ruft dringend zur Blutspende auf. Denn die Vorräte an lebenswichtigen Blutpräparaten seien vielerorts auf ein kritisches Minimum gesunken.
Wetter, Krankheiten und Feiertage belasten die Versorgung
Mehrere Faktoren kommen derzeit zusammen. Schnee und Eis führten in den vergangenen Wochen dazu, dass Blutspendetermine kurzfristig abgesagt werden mussten oder deutlich schlechter besucht waren als üblich. Gleichzeitig sorgt eine starke Grippe und Erkältungswelle dafür, dass viele potenzielle Spenderinnen und Spender vorübergehend nicht spenden dürfen.
Hinzu kommt ein traditionell schwacher Jahresbeginn. Rund um die Feiertage sinkt die Spendenbereitschaft erfahrungsgemäß, während der Bedarf in den Kliniken unverändert hoch bleibt. Operationen, Notfälle, Krebstherapien und die Versorgung chronisch kranker Menschen lassen sich nicht verschieben.
Lagerreichweite bei nur ein bis zwei Tagen
Die Folgen seien deutlich spürbar, berichtet das DRK. Die Lagerreichweiten der Blutpräparate liegen aktuell nur noch bei etwa ein bis zwei Tagen. Besonders angespannt ist die Situation bei den Blutgruppen Null Rhesus positiv und Null Rhesus negativ, die in Notfällen eine zentrale Rolle spielen. Blut ist nur begrenzt haltbar und kann nicht auf Vorrat produziert werden. Was heute nicht gespendet wird, fehlt schon morgen in den Krankenhäusern.
Der DRK-Blutspendedienst appelliert deshalb eindringlich an alle gesunden und spendefähigen Menschen, jetzt Verantwortung zu übernehmen. Bereits wenige Tage mit hoher Spendenbereitschaft können helfen, die Versorgung wieder zu stabilisieren.
Blutspenden lassen sich nicht aufschieben
Blutspenden sind ein zentraler Pfeiler der medizinischen Versorgung. Täglich werden Blutkonserven für geplante Eingriffe ebenso benötigt wie für akute Notfälle. Auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen oder chronischen Leiden sind sie unverzichtbar. Jede einzelne Spende kann Leben retten.
Wer Blut spenden kann
Blut spenden können gesunde Menschen ab 18 Jahren. Vor jeder Spende findet eine ärztliche Voruntersuchung statt, bei der die Spendefähigkeit tagesaktuell geprüft wird. Männer dürfen bis zu sechs Mal im Jahr Blut spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen liegen.
Termine und Informationen
Unter www.blutspende-nordost.de/blutspendetermine/ sind alle Blutspendetermine in Schleswig Holstein und Hamburg online abrufbar. Hier kann man auch mit wenigen Klicks einen Termin reservieren. Zusätzlich steht eine kostenfreie Hotline zur Verfügung. Wer unsicher ist oder Fragen hat, kann sich dort beraten lassen.
Nächster Blutspendetermin:
In Neustadt wird beispielsweise am Mittwoch, dem 11. Februar in der Jacob-Lienau-Schule von 15 bis 19.30 Uhr ein Blutspendetermin angeboten.


