Marco Gruemmer

Sicher durch den Herbst

Im Herbst können sich die Straßenverhältnisse innerhalb kurzer Zeit verändern. Nebel, Nässe und feuchtes Laub können die Sicht und die Haftung der Reifen beeinträchtigen. Hinzu kommt die erhöhte Gefahr von Wildwechsel.

Im Herbst können sich die Straßenverhältnisse innerhalb kurzer Zeit verändern. Nebel, Nässe und feuchtes Laub können die Sicht und die Haftung der Reifen beeinträchtigen. Hinzu kommt die erhöhte Gefahr von Wildwechsel.

Bild: Pixabay

Nebel, nasse Straßen, Laub und zunehmender Wildwechsel: Der Herbst stellt Autofahrende vor Herausforderungen. Eine gute Vorbereitung des Fahrzeugs und eine angepasste Fahrweise tragen dazu bei, sicher durch die dunklere und häufig wechselhafte Jahreszeit zu kommen.

Fahrzeug rechtzeitig auf den Herbst vorbereiten

Vor Fahrtantritt sollte auf eine klare Sicht geachtet werden. Dafür empfiehlt es sich, die Scheiben regelmäßig von innen und außen zu reinigen. Auch der Füllstand der Scheibenwaschanlage sollte kontrolliert werden. Da bereits im Herbst Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen können, sollte dem Wischwasser rechtzeitig Frostschutz zugesetzt werden.

Auch die Beleuchtung sollte überprüft werden. Scheinwerfer und Rücklichter müssen einwandfrei funktionieren und korrekt eingestellt sein. Gerade bei Nebel, Dämmerung und schlechter Sicht ist eine funktionierende Fahrzeugbeleuchtung besonders wichtig.

Für Arbeiten, die spezielle Kenntnisse oder entsprechendes Werkzeug erfordern, empfiehlt es sich, eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Insbesondere die Kontrolle und Einstellung der Beleuchtung, der Reifen sowie weiterer sicherheitsrelevanter Fahrzeugkomponenten sollte fachgerecht durchgeführt werden.

Rechtzeitig auf Winterreifen wechseln

Ein zeitnaher Wechsel auf Winterreifen ist ratsam – orientiert an der bekannten Faustregel „Oktober bis Ostern“. Die Reifen sollten über eine ausreichende Profiltiefe verfügen. Empfehlenswert sind mindestens vier Millimeter. Zudem sollte das Alter der Reifen berücksichtigt werden: Mit zunehmendem Alter kann das Gummi aushärten und dadurch an Grip verlieren.

Wichtig für Autofahrende: Seit dem 1. Oktober 2024 werden bei winterlichen Straßenverhältnissen nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol, also dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke, als geeignete Winterreifen anerkannt. Reifen mit der früher noch ausreichenden M+S-Kennzeichnung erfüllen diese Anforderung nicht mehr.

Abstand halten, Geschwindigkeit reduzieren, Licht einschalten

Beim Autofahren im Herbst gilt es, drei Dinge zu beachten: Abstand halten, Geschwindigkeit reduzieren und mit eingeschaltetem Licht fahren.

Auf nassem Laub kann die Fahrbahn besonders rutschig sein. Deshalb sollten Lenkradbewegungen und Beschleunigung möglichst gefühlvoll erfolgen. Bei schlechter Sicht muss die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden. Die Nebelschlussleuchte darf ausschließlich bei Sichtweiten von weniger als 50 Metern eingeschaltet werden. In diesem Fall gilt zugleich eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Doch auch bei scheinbar guten Wetterverhältnissen kann die Sicht beeinträchtigt sein. Tiefstehende Sonne und nasse Fahrbahnen können die Sicht zusätzlich erschweren. Eine saubere Windschutzscheibe ist daher besonders wichtig.

Erhöhte Vorsicht bei Wildwechsel

Mit Beginn des Herbstes steigt auch die Gefahr von Wildunfällen. Besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden sollten Autofahrende auf Waldstrecken und an Feldrändern aufmerksam und bremsbereit sein. Wildtiere können die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge nicht einschätzen und unvermittelt auf die Fahrbahn laufen.

Wird ein Tier am Fahrbahnrand gesichtet, sollte das Fernlicht ausgeschaltet werden, um das Tier nicht zu blenden. Gleichzeitig gilt es, die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren oder – wenn möglich – vollständig abzubremsen. Durch Hupen kann versucht werden, das Tier von der Fahrbahn zu vertreiben. Dabei ist Vorsicht geboten: Wildtiere sind häufig nicht allein unterwegs. Nach einem ersten Tier können weitere Tiere folgen.

Lässt sich eine Kollision nicht mehr vermeiden, sollte nicht versucht werden, dem Tier durch ein hektisches Ausweichmanöver auszuweichen. Stattdessen gilt: kräftig bremsen und die Spur halten. Ein unkontrolliertes Ausweichen kann zu einem Zusammenstoß mit einem Baum, einem entgegenkommenden Fahrzeug oder anderen Verkehrsteilnehmenden führen. (red/mg)


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