

Schulalltag an einer Gemeinschaftsschule in Deutschland: Auf dem Schulhof hört man neben Deutsch auch Arabisch und Türkisch. Viele Kinder und Jugendliche sprechen zu Hause kein Deutsch oder leben erst seit kurzer Zeit in Deutschland. Für die Lehrkräfte an der Schule bedeutet das, sie müssen gleichzeitig fördern, erklären und auffangen. Dabei prägen unterschiedliche Lernstände, Sprachkompetenzen und Förderbedarfe den Unterricht. Auf einzelne Schülerinnen und Schüler einzugehen ist enorm wichtig, aber das kostet vor allem eines: Zeit.
Digitale Lernplattformen können hier unterstützen. Sie stellen Aufgaben auf verschiedenen Niveaustufen bereit, zeigen Lernfortschritte an und entlasten Lehrkräfte bei der Vorbereitung. Eine Studie der Technischen Universität München zeigt: Schülerinnen und Schüler, die digitale Lernplattformen nutzen, lernen nicht nur erfolgreicher, sondern auch motivierter. Lehrkräfte profitieren davon, dass sie schneller sehen, wo ihre Klasse steht, und gezielter und bedarfsorientierter Schüler*innen unterstützen können.
Drei Erfolgsfaktoren
Damit digitale Angebote wirklich helfen, kommt es auf drei Dinge an:
1. Einbettung in den Unterricht: Digitale Inhalte wirken nur, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden - etwa als Einstieg mit einem Erklärvideo, gefolgt von Übungen und gemeinsamer Besprechung.
2. Lernstände sichtbar machen: Kurze Tests oder interaktive Aufgaben zeigen schnell, wo Lernende stehen. Das spart Zeit und macht sichtbar, wer noch Unterstützung braucht.
3. Individuelles Lernen: Digitale Plattformen erlauben, Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bereitzustellen. So können alle Schüler in ihrem Tempo arbeiten - vom Wiederholen bis zum Vertiefen.
Ein Blick in die Praxis
Wie das funktioniert, zeigt die Plattform sofatutor, die inzwischen an hunderten Schulen genutzt wird. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler haben dort Zugang zu knapp 7.000 Erklärvideos, über 34.000 interaktiven Übungen, einem interaktiven Arbeitsheft und vielen weiteren Inhalten und Funktionen. Alles ist dabei an den Lehrplänen orientiert und von der Grundschule bis zum Abitur nutzbar.
Digitale Lernlösungen ersetzen keine Lehrkraft. Aber sie können helfen, Vielfalt im Klassenzimmer zu meistern. Sie geben Lehrkräften Werkzeuge an die Hand, um gezielter zu fördern, und eröffnen Schülerinnen und Schülern die Chance, in ihrem eigenen Tempo zu lernen. So wird aus der Herausforderung Heterogenität ein Stück mehr Chancengerechtigkeit. (akz-o)



