Reporter Eutin

„Es wäre einfach ein viel sichereres Gefühl”

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Süsel (ed). Wer ab und an die Kreisstraße 55 zwischen Eutin und Gleschendorf fährt, weiß, dass diese Straße für Radfahrer ein ziemlich gefährliches Pflaster ist. Großenteils von Bäumen beschattet und mit dunklem Asphalt belegt sehen Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer, wenn es nicht grade Trecker sind, eher schlecht. Das ist kein Problem, so lange es einen Radweg gibt, auf dem die Fahrradfahrer sicher radeln können – den allerdings gibt es an der K55 nur zwischen Eutin und Gothendorf und dann erst wieder ab Gleschendorf. Die Strecke von Gothendorf nach Gleschendorf müssen die Kinder und Jugendlichen, die in Plönitz zur Schule gehen, auf der Straße fahren – oder auch, wer von Kesdorf aus nach Eutin will. „Es fahren so viele Schüler und auch Erwachsene von Kesdorf aus nach Eutin oder nach Pönitz“, sagt die Kesdorfer Dorfvorsteherin Katharina Mentz, „und noch mehr, die gerne fahren würden, denen es mit dem Fahrrad aber zu gefährlich ist.“
 
Also initiierte sie zusammen mit ihrem Dorfvorstand im vergangenen Jahr eine Unterschriftenaktion zur Vorbereitung eines Bürgerbegehrens für die Weiterführung des Radwegs an der K55. Nahezu alle Süseler Dorfschaften konnte sie dafür gewinnen – und mit ein, zwei Stolpersteinen dank Corona und des Datenschutzes stehen nun die Unterschriften-Listen. Aus Kesdorf, Gothendorf, Ottendorf, Woltersmühlen, Barkau und Groß Meinsdorf stammen die 534 Unterschriften, die Katharina Mentz in der vergangenen Woche an den Süseler Bürgermeister Adrianus Boonekamp überreichte. Er hat das Bürgerbegehren in Sachen Radweg von beginn an unterstützt: „Wir haben das Radwegenetz in der Gemeinde Süsel ohnehin auf der Agenda“, sagt der Bürgermeister, „aber auf diesem Stück ist es wirklich gefährlich.“ Zumal die Schule in Pönitz nun um eine gymnasiale Oberstufe erweitert hat und möglicherweise noch mehr SchülerInnen aus Kesdorf, Gothendorf und den anderen Süseler Dorfschaften nach Pönitz wollen. „Wir sollen das Auto stehen lassen und mehr Rad fahren“, ist Katharina Mentz sauer, „aber so geht das doch gar nicht, das ist viel zu gefährlich.“
 

Jemand, der mehrmals in der Woche von Kesdorf nach Barkau fährt – und das am liebsten mit dem Rad – sind Maike Jantzen-Kaacksteen und ihre 15jährige Tochter Lenya. „Wir haben unsere Ponys in Barkau stehen“, erzählt Lenya, „und ich fahre da gern mit dem Rad hin, eigentlich, denn manche Autofahrer überholen so, dass nur noch ein Spalt breit Platz zwischen mir und dem Auto ist.“ Da habe sie schon manchmal Angst, abgedrängt zu werden oder ausweichen zu müssen. Ihre Mama ergänzt: „Wenn es an der ganzen Strecke einen Radweg gäbe, würden wir viel öfter mit dem Rad fahren, auch mal zum Einkaufen nach Eutin, oder mal eine schöne Fahrradtour machen. Mit Radweg wäre es einfach ein viel sichereres Gefühl.“
 

Auch für die Autofahrer wäre es angenehmer, wenn es hier einen Radweg gäbe, denn oftmals, gerade in der Dämmerung oder Dunkelheit sind Radfahrer nur zu sehen, wenn sie von Kopf bis Fuß in Leuchtfarben gekleidet sind. „Mit Radweg wäre es für alle Verkehrsteilnehmer sicherer“, unterstreicht Katharina Mentz, „deswegen werden wir dranbleiben und freuen uns, dass die Unterschriftensammlung jetzt ihren Weg geht.“ Denn die Listen übergibt Bürgermeister Boonekamp nun schnellstmöglich an den Kreispräsidenten Harald Werner, der sie an den zuständigen Ausschuss weiterleiten wird. „Natürlich wissen wir, dass das nur ein kleiner Schritt Richtung Radweg ist“, sagt die Kesdorfer Dorfvorsteherin, „aber wir hoffen, dass unser Unterfangen Früchte trägt.“ Ein weiterer Faktor für den Erfolg: Parallel zum Bürgerbegehren der Süseler Dorfschaften hat auch Gleschendorf ein Bürgerbegehren für seine Seite des Radweges Richtung Eutin in die Wege geleitet.


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