Reporter Eutin

Mit der Rikscha durch den Sommer

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Eutin (aj). Hellwach, fröhlich und mit einer guten Portion Humor und Schlagfertigkeit beantwortet Elisabeth Quante die Fragen der Presseleute. Gemeinsam mit ihrer Tochter Marion Krebs hat sich die Eutinerin von Fissau durch den Seescharwald und den Seepark in die Stadtbucht fahren lassen – in der Rikscha, um Werbung zu machen für das Projekt „Radeln ohne Alter in Ostholstein“. Schon im Mai 2020 hatte das Team des Pflegestützpunktes damit an den Start gegen wollen – und war, wie viele andere auch, von Corona ausgebremst worden. Nun kann und soll es weitergehen: „Denn jede und jeder hat ein Anrecht auf Wind im Haar“, wie Heike Steinbach, Koordinatorin des Pflegestützpunktes, betont. Immer wieder erleben die Berater*innen, dass schon kurze Ausflüge für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen nur sehr schwierig oder gar nicht zu organisieren und durchzuführen sind. Gerade die Spazierwege an den Seen sind zum Teil schwer zugänglich und auch viele Routen durch die Innenstadt werden mit Rollator oder Rollstuhl zu einer Herausforderung, die viele lieber meiden. Ganz zu schweigen von dem speziellen Radelgefühl, das ein Bummel mit Gehhilfe einfach nicht ersetzen kann: „Deshalb war unsere Begeisterung für die Rikscha schnell entfacht“, erklärt Heike Steinbach. Der Pflegestützpunkt wurde Mitglied der deutschlandweiten Initiative, die Initiative für ein fahrradfreundliches Eutin wurde als Kooperationspartnerin gewonnen und die E-Bike-Rikscha wurde angeschafft. Sie zu steuern ist für erfahrene Radfahrer*innen kein Problem: „Es braucht ein wenig Übung, um das Gleichgewicht zu halten, und ein bisschen Kondition“, sagt Dorit Ernst.
 
 
Die Beraterin beim Pflegestützpunkt ist selbst leidenschaftliche Radlerin und eine der Eutiner Rikscha-Pilot*innen. Eine entsprechende praktische Einführung bietet die Fahrradinitiative an: „Wir haben auch spezielle Routen ausgearbeitet, die gut zu fahren sind“, erläutert Heinz Georgi-Dittrich. Jetzt sind Menschen gefragt, die die Rikscha steuern: „Es ist toll zu beobachten, wie die Menschen frei werden im Kopf und beginnen zu strahlen“, schildert Dorit Ernst ihre Erlebnisse. Vor der Corona-Zwangspause hatten sich bereits rund 20 Interessierte gemeldet, jetzt wird neu gesucht. Denn aktuell teilen sich drei Aktive die Aufgabe, Menschen eine Ausfahrt zu bescheren. Dafür, dass die nicht nur die Umgebung genießen, sondern auch bequem sitzen, hat Projektmanagerin Friederike Joppich Extra-Polster genäht. Und wer mag, bekommt einen Helm für mehr Sicherheit. „Man muss Vertrauen haben“, merkt Elisabeth Quante an. Das stellt sich schnell ein, denn der Kontakt zwischen Passagierin und Fahrer ist prima: „Man kann während der Fahrt schnacken“, erzählt die Seniorin und ihr Chauffeur ergänzt: „Und anschließend kehrt man nicht selten irgendwo gemeinsam zum Kaffeetrinken ein!“ Daran, dass sich jemand für sie „abstrampelt“, musste sich Elisabeth Quante zwar erst gewöhnen. Dann aber konnte sie den Ausflug voll und ganz genießen: „Es ist ein herrliches Gefühl!“ Ein tolles Angebot also für Menschen jeden Alters, also ausdrücklich auch für Kinder und Jugendliche mit eingeschränkter Mobilität.

Die Rikscha wird unkompliziert unter der Telefonnummer 0163 – 1826797 gebucht und ist beim Pflegestützpunkt stationiert. Auskünfte und nähere Informationen erteilt das Büro des Pflegestützpunktes unter 04521 – 8306630 oder auf www.pflegestuetzpunkt-ostholstein.de


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