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Schmiedemeister und Künstler

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„Es ist etwas Einmaliges, so eine Tür gestalten zu dürfen“, sagt Kurt Lange. 2016 hat er den Architektenentwurf für das Südportal der Eutiner Michaeliskirche umgesetzt.

„Es ist etwas Einmaliges, so eine Tür gestalten zu dürfen“, sagt Kurt Lange. 2016 hat er den Architektenentwurf für das Südportal der Eutiner Michaeliskirche umgesetzt.

Foto: hfr

Preetz/Eutin (vg). Im Eutiner Binchen-Kino, Albert-Mahlstedt-Straße 2, läuft am Freitag, 10. November, um 20 Uhr ein ganz besonderer Dokumentarfilm. Der Streifen „Langes Eisen“ porträtiert den Metallgestalter Kurt Lange aus Bredeneek bei Preetz.
Der Schmiedemeister steht seit 40 Jahren im Beruf und hat gerne die Chance beim Schopf gepackt, etwas über seine Tätigkeit zu erzählen, mit der er teils jahrhundertealte Traditionen fortführt. Die Bordesholmer Filmemacherin Elsabe Gläßel fuhr mit Lange an viele Orte in Schleswig-Holstein, an denen der Schmied, Restaurator und Künstler Arbeitsaufträge hatte. „Wir haben uns bei Projekten verabredet, wo es sich lohnte, die Kamera draufzuhalten“, sagt Lange. Außerdem kommt auch der Werkstattalltag mit seinem Team nicht zu kurz.
Als besonderes Highlight während der knapp dreijährigen Dreharbeiten erwies sich die Restauration einer Brücke auf Gut Salzau von 1838, die mithilfe öffentlicher Gelder aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt wurde. Georg Ludwig Friedrich Laves, Hannoveraner Hofarchitekt, hatte die Brücke konstruiert, von der es weltweit nur noch zwei dieser Bauart gibt. „Alle Arbeitsschritte wurden dokumentiert – von der Bergung bis zur Wiedereinweihung“, berichtet Lange.


Wenn Kurt Lange etwas anpackt, geht es um Kunstobjekte, Restaurationen und Rekonstruktionen. Ist er eher Schmied oder Künstler? „Ich bin kein Schubladen-Typ. Ich bin bereit, mich Aufgaben zu widmen, die auch inhaltlich anspruchsvoll sind, und mein Augenmerk auf das Gestalterische zu legen“, betont Lange. Er wendet sich seinen Aufgaben mit Begeisterung und Engagement zu, um Lösungen zu finden, die ästhetisch, inhaltlich und technisch überzeugen. Das belegen Beispiele aus der Klinik Preetz oder vom Gut Wensin. Er hat die Kirchturmspitze in Bordesholm auf Vordermann gebracht und den Eingang des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel neu gestaltet.


Oft muss der Handwerker auch „in die Geschichte dahinter“ eintauchen und sich mit der Historie der Gegenstände oder Örtlichkeiten auseinandersetzen, um Neues zu schaffen. Etwa als es um den Bau der Südgrabenbrücke am Schloss Eutin ging. „Teile der alten Brücke lagen noch im Schlosskeller. Ich habe ein Konzept unter Verwendung der alten Materialien erarbeitet“, berichtet Lange. Er hat weitere Spuren für die Ewigkeit in Eutin hinterlassen: Auch die Gestaltung der 400 Kilo schweren Flügeltüren am Eingangsportal der Michaeliskirche, den Bau des neuen Altars in diesem Gotteshaus sowie die Restaurierung der gusseisernen Weber-Tafel am Geburtshaus des großen Komponisten hat Lange verantwortet.


Der 60-minütige Film zeigt seine beeindruckenden Arbeiten an schönen Orten in Schleswig-Holstein sowie einen Abstecher ins Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert in Nordrhein-Westfalen, wo Kurt Lange jeweils Besonderheiten und Zusammenhänge erläutert. Weitere Infos gibt es online auf www.werkstaettenlange.de und www.elsabe-film.de.


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