Reporter Eutin

Die Grundsteinlegung des Schulcampus erfolgte bei strahlendem Sonnenschein

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Oldenburg. (cb/eb) Am Dienstag, dem 3. Mai, konnten Oldenburgs Bürgermeister Jörg Saba und Oldenburgs Bürgervorsteherin Susanne Knees annähernd 90 geladene Gäste auf dem ehemaligen Sportplatz am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium zu einer Feierstunde begrüßen. Anlass hierzu gab ein wichtiger Meilenstein in Oldenburgs langjähriger Geschichte: Am neuen Oldenburger Schulcampus fand die Grundsteinlegung statt. Somit wird sich der ehemalige Sportplatz in der Adolf-Friedrich-Straße in den kommenden Jahren zu einem modernen Bildungsstandort entwickeln. Auf dem Campus werden ein Fachklassentrakt, ein Gebäudekomplex für die Gemeinschaftsschule Wagrien und eine 4-Felder-Sporthalle neu errichtet.

Das Hauptgebäude des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums wird abschließend in einem weiteren Bauabschnitt kernsaniert. Nach Fertigstellung des Bauprojekts werden auf dem neuen Campus rund 1.000 Schüler und Schülerinnen beschult werden. Bürgermeister Saba freute sich, dass es augenscheinlich geglückt sei, zum „größten Bau, den Oldenburg bislang gesehen hat“ alle Beteiligten zur Grundsteinlegung, dessen historischer Sinn und Zweck es war, die Götter zu besänftigen und böse Geister zu vertreiben, zu versammeln. Zu den weiter angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zählten die Bundestagsabgeordneten des Kreises Ostholstein Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU). Der Kreis Ostholstein war vertreten durch den stellvertretenden Landrat Timo Gaarz.

Weiterhin waren die am Projekt beteiligten Gewerke, Architekten, Planer, Anwohnerinnen und Anwohner der Baustelle, die Mitglieder der Stadtverwaltung neben Vertreterinnen und Vertretern der Selbstverwaltung sowie Schüler- und Elternvertreter anwesend. Durch den formellen Teil führte Bürgervorsteherin Susanne Knees. In seiner Rede führte Oldenburgs Bürgermeister Jörg Saba weiter aus: „Ich freue mich, dass wir mit der heutigen Grundsteinlegung einen weiteren großen Schritt in Richtung neuer Schulcampus erreichen konnten. Mit Fertigstellung der Baumaßnahmen wird Oldenburg einer der modernsten Schulstandorte in der Region sein, der Kindern und Jugendlichen zeitgemäßen Unterricht in modernen Räumlichkeiten ermöglicht.

Darüber hinaus wertet das Projekt Oldenburg als Wohnort für Familien deutlich auf“. So profitiere auch die Vereins- und Kulturlandschaft deutlich vom Neubau direkt neben der Aula und dem Stadttheater und mancherlei Kooperationen könnten den Bildungsstandort bereichern, führte Herr Saba weiter aus. In die Reihe der Redner reihte sich weiterhin Nils Dethlefs von der ausführenden Firma PPP Architekten und Stadtplaner GmbH ein und erläuterte den aufmerksam zuhörenden Mitgästen einige Schwerpunkte des Baus wie beispielsweise den vorgesehenen Brückenübergang für einen raschen und vor Witterung geschützten Gebäudewechsel im künftigen Obergeschoss oder auch das Prinzip der offenen Lernflächen unter dem Flurverbreiterungen verstanden werden, die als Arbeitsnischen genutzt „pädagogisch wirksame Flächen“ darstellen werden. Gefolgt von den Schulleitern Andreas Kröhl (Wagrienschule) und Knut Volkens (stellvertretender Schulleiter Freiherr-vom-Stein-Gymnasium), die sich unter anderem für eine ausgezeichnete Einbindung der Kollegien bei der Planung sowie außerordentliche Rücksichtnahme zu Zeiten der Abiturprüfungen bedankten.

Als mögliche Erinnerung für nachfolgende Generationen wurde von allen Rednern eine kleine kupferne Kapsel, die von Dachdecker und Bauklempner Hans-Jürgen Schmidt – beschäftigt bei Dächer von Haye Oldenburg– in liebevoller Handarbeit erstellt worden war, mit Zeitdokumenten befüllt und in der Sohle des Bauwerks versenkt. Nach alter Tradition wurden eine Tageszeitung, Fotos der Stadt Oldenburg in Holstein, Bauzeichnungen und aktuelle Ausgaben der Schülerzeitungen der jeweiligen Schulen in die Kapsel gelegt. Auch ein Schülerbuch der Wagrienschule, Drohnen-Fotos der Schule und einer Schüleraktion für Frieden in der Ukraine oder auch Fotos der Kollegien wurden neben Bargeld der Kapsel beigelegt, die anschließend vor Ort verlötet und durch die Hauptprotagonisten der Veranstaltung eingemauert wurde. Zum bisherigen Baufortschritt gab es folgende Informationen: Seit dem ersten Spatenstich im Januar 2022 ist auf dem Baufeld einiges passiert. Viele Kubikmeter Erde wurden bewegt, Entwässerungssysteme gesetzt, Grundleitungen gelegt und die Streifenfundamente für den Fachklassentrakt gegossen.

Durch diese Arbeiten werden mittlerweile die Grundrissdimensionen der Neubauten sichtbar und auch der zentrale Platz, von dem aus zukünftig die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Wagrienschule und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums ihre jeweiligen Schulen erreichen. Hier entsteht ein Begegnungsort, der alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zum Leben und Lernen einlädt. Geplant ist, das Campusgelände als offenes Gelände zu gestalten, das aus allen vier Himmelsrichtungen erreichbar sein wird. Es integriert sich als offener Ort für alle Bürgerinnen und Bürger Oldenburgs. Dass der Campus nicht nur gemeinsamer Lebens- und Lernort für die Kinder und Jugendlichen der beiden Schulen sein wird, sondern sich für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt öffnet, zeigt sich auch in der Kombination des städtischen Theaters mit der Aula des Gymnasiums und in der 4-Felder-Sporthalle, die über den Schul- und Vereinssport hinaus auch für Veranstaltungen unterschiedlicher Art genutzt werden kann und damit ein Ort der Begegnung sein soll.

Nach Fertigstellung des Campus wird auch die Grundschule Am Wasserquell neue Räumlichkeiten erhalten. Zukünftig werden somit alle Oldenburger Schulen in städtischer Trägerschaft mit modernen Räumen für zeitgemäße Bildung stehen. Aktuell befindet sich das Projekt in der Ausschreibungs- und Bauausführungsphase. „Bislang haben wir 40 Prozent der Bauleistungen ausgeschrieben und fast 30 Prozent vergeben“, erläutert Christina Bonke, Bauamtsleiterin der Stadt. Aufgrund der aktuellen Weltmarktlage mit ihren gestörten Lieferketten sind die Zeit- und Kostenrisiken für die Bauherren im Moment außergewöhnlich hoch. Das städtische Bauamt und sein Planungsteam begegnen diesen Risiken aktiv u.a. durch Anpassung der Vergabestrategie und der Vertragsbedingungen. „Beispielsweise schreiben wir bei kritischen Materialien mit der sogenannten Stoffpreisgleitklausel aus“, erklärt Bonke.

„Das bedeutet, dass die Materialkosten für ausgewählte, einzelne Baustoffe einer Indexierung unterliegen. Eine Vergabe mit Stoffpreisgleitklausel dient dazu, vor dem Hintergrund hoch unsicherer Märkte, überhaupt Angebote zu erhalten, die für beide Seiten – Auftraggeber und Auftragnehmer – fair sind und bleiben.“ Bisherige und künftige Investitionen: Weil die Auswirkungen der gestörten Lieferketten für das Projekt noch nicht konkret fassbar sind, steuert die Stadtverwaltung weiterhin auf die bislang formulierten Fertigstellungsziele zu: Der erste Bauabschnitt – zu dem der Neubau des Fachklassentrakts, die Gemeinschaftsschule sowie die große Sporthalle gehören – soll voraussichtlich Ende 2024 fertiggestellt werden. Die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts, der die Sanierung des Gymnasiums beinhaltet, ist für Ende 2026 geplant.

Der Neubau und die Sanierung für die Grundschule, die den dritten und somit letzten Bauabschnitt darstellen, werden voraussichtlich Ende 2028 abgeschlossen sein. Die Investitionskosten für den 1. und 2. Bauabschnitt belaufen sich – gemäß Kostenberechnung – auf 48,9 Millionen Euro. Davon erhält die Stadt Oldenburg in Holstein Zuwendungen in Höhe von 11,2 Millionen Euro. Förderungen: Gefördert wird die Baumaßnahme aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur, aus dem Landesprogramm zur Umsetzung des Schulbau- und Schulsanierungsprogramms IMPULS 2030 sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als „Bundesförderung für effiziente Gebäude“.


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