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48 Marinesoldaten verpflichtet

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Plön (los). Die Töne werden angesichts der aktuellen Weltlage ernster: „Wir erleben als friedensverwöhnte Gesellschaft gerade, wie abrupt Zeiten des bedrohungsfreien alltäglichen Miteinanders umschlagen können in solche von Einsatz und Krieg“, brachte es der Kommandeur der Plöner Marineunteroffiziersschule (MUS), Kapitän zur See Klaus Heermeier in seiner Ansprache zur Gelöbnisfeier am 12. Mai auf den Punkt. 48 Rekruten waren in der Kaserne am Großen Plöner See zur zweiten Vereidigung in 2022 angetreten und gelobten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen. Der Aufenthalt in Plön bereitet die Soldaten auf ihre verschiedenen künftigen Einsätze vor. Für den würdigen musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgte das Marinemusikkorps Kiel unter der musikalischen Leitung von Kapitänleutnant Inga Hilsberg.
Der Eid, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, markiert die erste Halbzeit während der Grundausbildung der Soldaten. Erst am 30. Juni dieses Jahres wird diese abgeschlossen sein. Zahlreiche Angehörige der zu vereidigenden Rekruten verfolgten die Zeremonie, die aufgrund der Pandemie immer noch in relativ kleinem Rahmen, nämlich ohne Ehrengäste und Öffentlichkeit abgehalten wurde. Dabei erinnerte der Kommandeur der Ausbildungsstätte sehr deutlich daran, dass die Berufswahl der Lehrgangsteilnehmer auch die Verpflichtung einschließt, unter Umständen das eigene Leben einsetzen zu müssen. „..., ein Gefecht bedeutet Belastung, Lebensgefahr, Vernichtung und Verderben...“, unterstrich Heermeier. „Weder soldatisches Können noch Kameradschaft und Tapferkeit werden Ihnen das à priori ersparen können.“
Der Kommandeur der Lehrgruppe B, Fregattenkapitän Karsten Dempel nahm den roten Faden auf: „... in Zeiten, in denen sich die sicherheitspolitische Lage gefühlt über Nacht umgekehrt hat, ist Ihnen Ihre Entscheidung, aktiv für den Schutz unserer Gesellschaft einzutreten, wahrscheinlich schwerer gefallen als vor einem Jahr“, mutmaßte er und stellte fest: „Das Bewusstsein, dass die Verteidigung von Recht und Freiheit auch für uns nichts an Aktualität verloren hat, ist in der Gesellschaft wieder angekommen.“ Diese Werte – Recht und Freiheit - als Bausteine der deutschen Verfassung zielten auch auf die Handlungsfähigkeit des Staates, der aufgrund äußeren Drucks nicht erpressbar sein dürfe, machte Karsten Dempel deutlich.


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