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Abwasser-Gebührenbescheide mit neuer Grundgebühr

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Plön (los). Die neuen Abwasser-Gebührenbescheide der Plöner Stadtwerke AöR, die Anfang Januar 2021 verschickt wurden, haben für offene Fragen bei vielen Verbrauchern gesorgt. Wegen der Einführung einer Grundgebühr müssen vor allem kleinere Haushalte künftig mit Kostensteigerungen rechnen. Stadtwerke-Vorstand Jürgen Schäffner erläuterte die Hintergründe bei einem Pressegespräch in der Plöner Klärwerkanlage Tweelhörsten. Längere Zeit waren die Preise unverändert geblieben. Jetzt habe vor allem das Ausscheiden der Gemeinden Bösdorf und Bosau einen Einfluss darauf: Einem kleineren Kreis an Haushalten, die nach Tweelhörsten ableiten, stehen die betrieblichen Fixkosten sowie anstehende Investitionen zur Instandhaltung und notwendigen Modernisierung der Plöner Anlage gegenüber. Unter anderem wegen neuer Anforderungen stünden demnächst Investitionen von 6 bis 8 Millionen Euro im Raum, blickt Jürgen Schäffner voraus. Und „wenn uns bis zu 20 Prozent der Einleitungen entgehen, haben wir auch bei den Einnahmen Einbußen“, verdeutlichte er. Denn Bosau und Bösdorf, die ihr Abwasser künftig nach Malente leiten würden, fielen Ende 2022 weg. Dann leiteten neben Plön noch Ascheberg, Wittmoldt, Theresienhof, Tramm und Rathjensdorf ihr Abwasser nach Tweelhörsten. Die Kosten des hiesigen Klärwerksbetriebs bleiben von dem Wegfall der zwei Gemeinden jedoch unberührt, da es sich hauptsächlich um Fixkosten handele. Um folglich nicht den Verbraucherpreis pro Kubikmeter Abwasser durch den Wegfall von Bösdorf und Bosau stark ansteigen zu lassen, habe man bei den Stadtwerken überlegt, wie man an der Gebührenstruktur etwas ändern könne. Das Ergebnis: Es wird eine Grundgebühr von 8 Euro monatlich erhoben, um die Grundkosten für die Infrastruktur gerechter auf alle Haushalte verteilen zu können. Dies habe es auch ermöglicht, den Verbraucherpreis auf eine Schmutzwassergebühr von 3,27 Euro pro Kubikmeter zu senken. „Das heißt: Wer wenig verbraucht, profitiert auch weniger – wegen der Grundgebühr“, erklärt Jürgen Schäffner. Große Verbraucher, die viel Abwasser einleiteten, profitierten demgegenüber stärker.
Aufgrund des hohen Anteils an Klärwerks-Fixkosten geht es darum, „die Kosten möglichst gleichmäßig an die Verbraucher zu verteilen.“ Ferienhausbesitzer eingeschlossen: Auch sie müssten die Grundgebühr zahlen, profitierten demnach wenig.
Der Verwaltungsrat habe nach Abwägung der entstehenden Vor- und Nachteile entschieden, „dass wir eine Strukturänderung vornehmen müssen“, so Schäffner. „Wir dürfen als AöR weder Gewinne noch Verluste machen.“ Laut Kommunalabgabengesetz sei ein Plus oder Minus durch eine entsprechende Gebührensenkung oder Gebührenanhebung auszugleichen. Das geschieht normalerweise turnusmäßig: „Wir kalkulieren jedes Jahr und korrigieren alle drei Jahre.“
Von anstehenden Modernisierungen seien verschiedene Pumpwerke, die Schlammentwässerung der Kläranlage, die Leittechnik (Steueranlage) und der Sandfang betroffen, zählte Jürgen Schäffner auf. Erneuert werden müssten zudem Bereiche wie die „Belebung“ – „wo alles einfließt“ – und der Faulturm. Die gesamten Bauteile der 50-er Jahre müssten angepackt werden, aber auch die technische Ausrüstung. Ein neuer Saug- und Spülwagen werde im März erwartet.
Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel nahm die jüngste Wasserabrechung für seine Gemeinde zum Anlass, auf eine weitere Veränderung hinzuweisen. Denn für die Bürger gab es nicht zwei getrennte Bescheide per Post, sondern „einen Brief mit zwei Bescheiden“ – und zwar von den Plöner Stadtwerken. „Sämtliche Verwaltungs- und Abrechnungsvorgänge so bürgerfreundlich wie möglich zu gestalten“, seien der Hintergrund dieser Kooperation. Jedoch hätten sich die Ascheberger, die ihr Frischwasser von der Gemeinde beziehen, gefragt, ob so alles seine Richtigkeit habe, und zeigten sich verunsichert, so Menzel. Dabei sei es um die praktische Abrechnung gegangen, die nun von den Stadtwerken Plön geleistet werde. Das Geld würde von den Stadtwerken in Obhut genommen und gemäß Vertrag an Ascheberg weitergegeben. „Durch das nach Plön geleitete Abwasser waren sämtliche Kundendaten schon in unserer Datenbank“, erklärte Jürgen Schäffner den Vorteil der „2 in 1“- Dienstleistung, die nichts damit zu tun hat, dass Ascheberg nicht mehr von Plön, sondern von Quickborn verwaltet werde. „So konnten wir den Service effizient leisten.“


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