Reporter Eutin

Am Anfang war das Wort

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Preetz (kud). Es begann ganz harmlos. Seine Kinder wollten keine Geschichten aus Büchern hören. Papa sollte eigene Geschichten erzählen. Ähnlich wie einst bei Astrid Lingren und ihrer Tochter erwuchsen daraus nach und nach abenteuerliche Stories. Ob die seinen Kindern dann den Nachtschlaf geraubt haben, ist nicht verbrieft. Inzwischen schreibt Jörg Rönnau Romane für Erwachsene. Und da sprüht es nur so vor Spannung. Jetzt ist der jüngste Roman „Der Käpt`n jenseits der See“ auf dem Markt. Am Freitag, 25. Oktober ab 19.30 Uhr liest er daraus in der Stadtbücherei Preetz. Der Eintritt kostet 10 Euro. Karten gibt es in der Stadtbücherei und in der Buchhandlung am Markt.
Dass er eines Tages Bücher schreiben würde, war lange nicht abzusehen. Nach der Schule wurde Jörg Rönnau Krankenpfleger und blieb das so lange, bis sein Rücken dazu nicht mehr in der Lage war. „Ich hatte also viel Zeit zum Nachdenken.“ Er wirkt wie der freundliche Nachbar von Nebenan. Doch in seinem Kopf rattern ständig neue Geschichten herum, und in denen geht es gar nicht immer friedlich zu. „Irgend wann vor langer Zeit hatte ich einen Traum. In dem ging es um das Thema des Käpt`n. Eigentlich merke ich mir keine Träume, aber dieser ließ mir einfach keine Ruhe.“ Und verbindet damit mehrere Themen, die ihm am Herzen liegen: die Seefahrt, seine Liebe zur Literatur und seine Heimat Schleswig – Holstein. „Ich bin ein schleswig – holsteinischer Sturkopf.“ Davon ist im Gespräch nicht viel zu merken. Da ist er aufgeschlossen, hat viel zu erzählen und bekennt sich zu den Menschen: „Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben.“ Und das erfährt auch sein Protagonist, der Käpt`n. Während seiner langen Seefahrerzeit begegnet er litararischen Größen, die ihn prägen. Dann zieht er sich an Land in ein Häuschen zurück und lernt eine frisch zugezogene Frau kennen, die ihm ernthafte Rätsel aufgibt. Mehr wird nicht verraten.
Mit inhaltlichen Oberflächen gibt er sich nicht zufrieden. Dass die Lesung in der Stadtbücherei stattfindet, ist kein Zufall. Leiterin Ulrike Barthel ist er seit langem als treuer Kunde bekannt. Denn ein solches Buch braucht Recherche. „Das Internet ist da eine tolle Möglichkeit. Aber ich brauche auch Bücher, in denen ich noch echte Seiten umblättern kann. Deshalb bin ich hier Dauergast.“ Zu erkunden galt es diesmal die christliche Seefaht jener Zeit von der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Er segelt selbst gern, liebt es, sich am und auf dem Wasser aufzuhalten, der Rücken erweist sich da in jüngster Zeit nicht mehr als sein bester Freund. Also lesen und lernen.
In seinem Buch hört man die Planken unter den Füßen der Besatzung knarren, sieht die Gesichter der Akteure geradezu vor sich und erlebt die Geschichten mit, als sei man mittendrin im Geschehen. Das funktioniert über einen gezielten Umgang mit den Möglichkeiten der Sprache, die, richtig angewendet, noch alle Gedankenwege öffnen kann.
„Am liebsten“, gesteht er, „würde ich auch mal ein Kinderbuch schreiben, aber mit viel Abenteuer natürlich. Einen passenden Illustrator kenne ich auch.“ Doch soweit ist es noch nicht. Ein dritter Preetz – Krimi liegt schon beim Verlag. Und darin gibt es natürlich auch wieder Neues. Ein weiteres Buch ist in Arbeit. Der Inhalt wird noch nicht verraten. „Ich glaube“, schmunzelt er, „mein Leben reicht nicht aus, um all die Geschichten aufzuschreiben, die in meinem Kopf sind.“
Aber er nutzt die Zeit – am liebsten im Sommer bei Sonne im Garten. „Die Ruhe und der Frieden inspirieren mich. Aber schreiben kann ich eigentlich immer und überall.“
Die Ideen für die Personen und ihre Handlungen entstehen bei langen Radtouren in der Natur, im Straßencafé, beim Einkaufen. Er beobachtet eben gern. Musik liebt er – nur nicht beim Schreiben. Dabei braucht er die Ruhe und Stille im eigenen Haus in Preetz.


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