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Blühender Hingucker für den Klimaschutz

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Preetz (aj). Dort, wo das Leben munter sprudelt, wo die Kirchenstraße auf das Propsthaus zu und auf den Kirchplatz führt und die Menschen am Wasserbrunnen verweilen, regt sich auf der (noch) unscheinbaren Rasenfläche vor dem leerstehenden Haus im Gemeindebesitz neues Leben: Auf einem Blühstreifen wagen sich Anfang Mai zarte Keimlinge ans Licht. Sie sollen hier künftig blühen und Insekten wie Wildbienen und Hummeln, Schmetterlingen, Käfern und Spinnen reichlich Nahrung bieten. Die Klimagruppe der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde hat eine Saatmischung ausgebracht, abgestimmt auf den Standort: „Das ist zum einen ein kleiner Beitrag zur Biodiversität und soll als Anregung für die Menschen wirken, diese Idee nachzuahmen“, erklärt Pastorin Ute Parra. Zum anderen soll die Insektenweide der Arbeit der Klimagruppe Aufmerksamkeit bescheren: „Wir wünschen uns, dass die Menschen für das Thema Klimaschutz sensibilisiert werden. Verstärkung ist uns immer willkommen, dafür muss man nicht unbedingt Mitglied der Kirche sein“, betont Brigitte Oberschelp. Sechs aktive Mitglieder zählt die Klimagruppe aktuell und das wesentliche Ziel ist es, den Klima- und Umweltschutzgedanken nach vorn zu bringen und ein Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung zu stärken - innerhalb der Gemeinde und darüber hinaus. Die Wege sind vielfältig: Im letzten Jahr haben die Frauen den Erntedankgottesdient mitgestaltet, Pastorin Ute Parra hat Kontakt zum neuen Klimaschutzmanager Klaus Czittrich aufgenommen: „Wir wollen mithelfen, dass Preetz das Ziel erreicht, 2030 klimaneutral zu sein“, so die Pastorin. Es gibt bereits Überschneidungspunkte mit anderen Institutionen in der Stadt und dieses Netz soll ausgebaut und enger geknüpft werden. Auch am Leuchtturmprojekt einer regenerativen Wärmeversorgung der Preetzer Bürger-Energie-Genossenschaft (PreBEG) ist die Gemeinde beteiligt.

 


In der eigenen Gemeindearbeit geht es darum, für ein internes Netzwerk die einzelnen Bezirksausschüsse miteinander zu verbinden. Als nach dem Erntedankgottesdienst feststand, dass sich die Arbeit verstetigen sollte, gingen die Aktivist*innen mit ihrem Anliegen in die Ausschüsse, um zu erfahren: Was tut die Gemeinde schon? Im Kirchengemeinderat wurden die Mittel beantragt, um handlungsfähig zu sein. Mit dem Blühstreifen im Stadtzentrum gibt es nun einen echten Hingucker: „Es hat viel Spaß gemacht, das gemeinsam als Gruppe umzusetzen“, berichtet Dorothee Köster. Beim Fototermin ist diese Freude spürbar. Mit Blick für jede grüne Spitze schauen die Frauen, wie sich Kornblume, Hornklee, Fenchel, Buchweizen oder Sonnenblume machen: „Die Mischung ist auf hiesige Bedingungen abgestimmt“, erläutert Brigitte Oberschelp. Ringelblume ist dabei, Malve, Klee und Wilde Möhre, insgesamt sind es 36 Sorten. Bestandteil des Projektes ist außerdem die große Regentonne, in der wertvolles Gießwasser gesammelt wird. Ein Pultschild erklärt Passant*innen, was hier blüht und warum: „Die öffentliche Aufmerksamkeit ist wichtig“, unterstreicht Gabriele Kowalleck. So bunt wie die Mischung auf der Wiese sind die Ideen, die die Gruppe umsetzen möchte: Dazu gehören unter anderem Aktionen mit Kindern und Jugendlichen wie der Bau eines Insektenhotels oder die Fertigung von Saatbomben.

 

Eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Wildtierheim liegt nahe: „Bei einem Tag der Offenen Tür im Wildtierheim könnten wir ergänzende Angebote machen“, so Frauke Rahn. Die Gruppe war auch beim Stadtradeln am Start. Parallel dazu soll die Gremienarbeit strukturelle Maßnahmen erbringen: „Es geht auch um Fragestellungen, wie man klimagerecht mit dem Kirchenland umgehen kann, wie der Heiz- und Energieverbrauch reduziert werden kann“, erklärt Ute Parra. Geplant ist, den Landausschussvorsitzenden einzuladen. Die Resonanz in der Gemeinde ist positiv. Und einige Punkte stehen bereits auf der grünen Seite: Der Kaffee ist fair gehandelt, Einweggeschirr ist tabu, Reinigungsmittel sind umweltfreundlich. Auf einem Beet wachsen die Pflanzen für den Blumenschmuck auf dem Altar, allesamt gespendet. Und so wie sich Schafgarbe und co. fruchtbar vermehren, soll sich auch der Klimaschutzgedanke verwurzeln. Wer daran im Rahmen der Klimagruppe mitarbeiten möchte, kann unter Telefon 04342-79911–31 und via Email an ute.parra@kirche-in-preetz.de Kontakt zu Pastorin Ute Parra aufnehmen und bei den Treffen dabei sein.


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