Reporter Eutin

Die Preetzer Jugendbühne hat ihr erstes Theaterstück einstudiert

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Preetz (vg). Seit März 2023 gibt es bei der Niederdeutschen Bühne Preetz eine Jugendbühne. Seit September proben die fünf jungen Darstellerinnen und Darsteller im Alter von elf bis 16 Jahren für ihr erstes Theaterstück. Am Sonnabend, 10. Februar, um 17 Uhr feiert das Jugenddrama „Nichts. Was im Leben wichtig ist.“ und damit auch der Theaternachwuchs in der Friedrich-Ebert-Halle im Lohmühlenweg 34 Premiere – und zwar auf Hochdeutsch.
Das Jugendtheater sorgt für eine Bereicherung der Preetzer Kulturszene und sichert zugleich ein Stück weit die Zukunft der Niederdeutschen Bühne. „Wir sind glücklich, mit Christina Dobirr jemanden zu haben, bei der die Jugendarbeit in professionellen Händen ist und die hilft, unsere Bühne von unten zu stärken“, freut sich die stellvertretende Bühnenleiterin Frauke Bosch. Die Preetzerin Christina Dobirr ist ein echter Schauspielprofi und kann den Teenagern profundes Wissen vermitteln. „Vor knapp einem Jahr haben wir erst einmal mit den Grundlagen begonnen, mit Improtheater und Schauspielübungen. Die Jugendlichen haben gelernt, dass man nicht mit dem Rücken zum Publikum agiert und dass man miteinander und nicht aneinander vorbei spielt“, berichtet Christina Dobirr.
Das Stück hat die Jugendtheaterleiterin selbst ausgesucht – in Abstimmung mit den Kids und deren Eltern. „Schon als ich den Roman von Janne Teller das erste Mal las, hat er mich so gepackt, dass ich die Geschichte unbedingt auf die Bühne bringen wollte. Es ist eine Art modernes Märchen, das ohne erhobenen Zeigefinger daherkommt. Es ist spannend, aber auch grausam und brutal ehrlich. Es handelt von Jugendlichen, die nach dem Sinn des Lebens suchen“, erläutert Christina Dobirr. Dabei arbeiten die Jugendlichen auch multimedial und haben im Vorfeld bereits auf dem Klosterhof Videoclips aufgenommen, die in die Vorstellung einfließen. Ein reduziertes Bühnenbild ist ein weiteres Stilmittel, mit dem den Worten mehr Raum gegeben wird. Das Dekor tritt in den Hintergrund.
Zum Inhalt: Eine kleine fiktive Stadt irgendwo in Dänemark. Schüler Pierre-Anthon sorgt für Aufsehen als er ruft: „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.“ Und damit rennt er aus dem Klassenzimmer, steigt auf einen Baum und kommt nicht mehr runter. Seine Mitschüler versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, indem sie einen Berg aus bedeutungsvollen Opfern ansammeln. Sie opfern Dinge, die ihnen wichtig sind – von den Lieblingssandalen bis schließlich hin zu Körperteilen. Was hat wirklich Bedeutung? Wie groß muss das Opfer sein? Um diese Frage zu beantworten, geraten die jungen Leute immer mehr in eine Spirale des Unfassbaren ...
In diesem Stück hat nur Per Hauschild als Pierre-Anthon eine feste Rolle. Die Mitspieler Stian Rickert, Tessa Sieg, Reka Sieg und Emilia Schley schlüpfen in verschiedene Rollen, springen in unterschiedliche Charaktere, Haltungen und Emotionen. Sie spielen quasi eine ganze Schulklasse. „Und sie machen das alle fantastisch“, freut sich Christina Dobirr. Nach dem Einstudieren einzelner Szenen, wird das Stück jetzt bereits in ganzen Durchläufen geprobt. Traf man sich bisher wöchentlich, wird jetzt zweimal in der Woche für die insgesamt vier Aufführungen geübt. Dabei betont Dobirr, dass das Stück nicht nur für Jugendliche ab zwölf Jahren gedacht ist, auch Erwachsene seien eingeladen, sich mit der großen Frage im Leben auseinanderzusetzen.
Nach der Premiere am 10. Februar wird das Stück noch am Sonntag, 11. Februar, Sonnabend, 17. Februar, und Sonntag, 18. Februar, jeweils um 17 Uhr in der Friedrich-Ebert-Halle gezeigt. Karten gibt es im Vorverkauf im Gesundheitszentrum am Löwen am Markt und bei der Tourist-Info in der Mühlenstraße 9 sowie online auf www.nbpreetz.de und unter Telefon 0431-26099412.

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