Reporter Eutin

Erinnerung an eine „Stätte körperlicher Ertüchtigung“

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Plön (los). Die Turnhalle der früheren Realschule am Schiffsthal, der heutigen Gemeinschaftsschule, ist dem Erboden gleichgemacht. Baufahrzeuge haben ganze Arbeit geleistet. Dabei wurde durch Zufall die Grundsteinrolle wieder ans Tageslicht befördert.
„Das kommt nur ganz selten vor“, erzählt Martin Köpke, Sachgebietsleiter Hoch- und Tiefbau der Stadt Plön. „Der Baggerfahrer hatte schon viele Abbrüche gemacht, aber so eine Dokumentenrolle noch nie gefunden.“ Entdeckt wurde die Kupferröhre auch nur, weil sie bei den Arbeiten zufällig an die Oberfläche gelangt sei. Im Dezember waren die Abrisstätigkeiten bis zum Fundamentabbruch fortgeschritten. Die Grundstein-Kartusche liegt seitdem im Rathaus verwahrt.
Es muss ein feierlicher Augenblick gewesen sein, als das Turnhallenfundament gegossen wurde. Das geht aus dem Inhalt der Rolle hervor. Unbeschadet vom Zahn der Zeit haben einig Geldmünzen in der Hülle überdauert, die durch die Einwirkungen der Bautätigkeit beim Abriss etwas eingedellt ist. Neben Pfennigen im Wert von 1-, 2-, 5-, 10- und 50 Pfennig gibt es eine Deutsche Mark, ein Fünfmarkstück und eine „Olympiamünze“, die als Sondermünze 10 DM entsprach.
Auch eine Ausgabe der damaligen „Plöner Zeitung“, hat Martin Köpke herausgefischt, ferner ein Theater-Faltblatt und eine Urkunde, die den Tag der Grundsteinlegung dokumentiert. Der damalige Plöner Bürgervorsteher Walter Volkers, Realschuldirektor Herbert Engling und der Erste Stadtrat, der in Vertretung des Bürgermeisters die Feierstunde begleitete, haben sie am 22. September 1970 unterschrieben. „Damit wird Schülern und Lehrern zukünftig ein ordnungsgemäßer Sportunterricht ermöglicht“, ist darauf zu lesen. Offenbar war die Grundsteinlegung der „Kleinen Halle“, wie sie später genannt wurde, der erste Streich eines umfassenden Projektes Am Schiffsthal.
„Hier entstehen eine Turnhalle und ein Gymnastiksaal, denen in unmittelbarer Nähe die Errichtung eines Sportplatzes folgen wird“, verrät die Einleitung, „mit dieser Anlage erhält die Realschule Plön erstmals seit ihrem Bestehen eine eigene Sportstätte.“ Ein Dank an Stadtparlament und –verwaltung, Kreis und Land fügt sich noch an, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft: „Möge dieses Sportzentrum unserer Jugend ( ... ) eine Stätte fröhlicher Entspannung und körperlicher Ertüchtigung sein“, schließt der Text der Urkunde.
Dies ist nun alles Teil einer nur 50 jährigen Geschichte: Im Sommer 2019 musste die Halle wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen werden. Baugutachten hatten ergeben, dass die Dachkonstruktion nicht mehr verkehrsicher gewesen sei. Eine Reparatur wäre konstruktionsbedingt kaum günstiger als ein Neubau gewesen, sodass sich der Schulverband Plön Stadt und Land für den Abriss entschied. Weil für den Schulsport der mittlerweile entstandenen Gemeinschaftsschule die große Schiffsthalhalle zur Verfügung steht, verzichtet der Verband vorerst auf einen Neubau und lässt die Fläche als Erweiterungsfläche herrichten. In den vergangenen Tagen wurde der Boden profiliert, um die Grube auszugleichen, den die Abrissarbeiten hinterlassen hatten. Im Sommer 2021 wird buchstäblich Gras über die Sache gewachsen sein und nichts mehr an schweißtreibende Sportstunden und schmerzhafte Dehnübungen erinnern.


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