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„Gemeinschaft immer im Vordergrund“

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Trainer Stephan Mohr hat seine Karriere beendet.

Trainer Stephan Mohr hat seine Karriere beendet.

Foto: D. Freytag

Kreis Plön (dif). Für den Verein Fortuna Bösdorf- und im Besonderen Trainer Stephan Mohr- ging mit dem Ende der Spielzeit 2021/22 auch eine Ära zu Ende. Der Coach verabschiedete sich in den Ruhestand, der aber eher in die Kategorie „Unruhestand“ einzuordnen ist. Denn nach seinen eigenen Worten ist er auch nach 40 Jahren Vereinsmitgliedschaft, davon 20 Jahre im Vorstand, weiterhin bei der Fortuna „mehr als beschäftigt und nicht wirklich weg“. Wir stellen ihn hier auf der Seite einmal vor und beleuchten seine Arbeit der letzten Jahrzehnte. Schaut man zwischen die Zeilen, so kann sich jeder im Verein denken, trotz des Rücktrittes als Übungsleiter hat Stephan Mohr „noch lange nicht fertig“. Nach fast einem Vierteljahrhundert als Trainer, zunächst drei Jahre beim TSV Germania Ascheberg (1994 – 1997 1. Herren), dann im Anschluss beim SV Fortuna Bösdorf (5 Jahre Herren, 5 Jahre A – B – und C-Jugend, insgesamt 10 Jahre Frauen) war es rückblickend eine Zeit, in der die positiven und tollen Erlebnisse, bzw. Ergebnisse deutlich überwogen.

 

Gesamt bezogen auf die Trainerzeit bei den Damen (01.07.2010 bis 30.06.2015 / 01.12.2015 bis 30.06.2018 und 01.07. 2020 bis 30.06.2022) könnte man natürlich ein Buch schreiben. Besondere „high lights“ waren mit Sicherheit die beiden Aufstiegsspiele vor jeweils sehr guter Zuschauerkulisse im Jahre 2013, zwei Siege gegen SC Vaalia Wacken und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga. Auch die beiden folgenden Spieljahre in der Oberliga, zweimal konnte die Klasse gehalten werden, war etwas ganz Besonderes. Fast gleichbedeutend aber auch der diesjährige Klassenerhalt in der Landesliga unter sehr schwierigen personellen Bedingungen in allen Belangen. Eine Spielserie in der es nur über den Zusammenhalt ging. Ungefähr 650 Trainingsabende, gute 220 Punkt und Pokalspiele, unzählige Hallen und Feld-Turniere, hinzu die Vorbereitungsspiele und das eine und andere mehr sollten hier nicht für Langeweile sorgen. Natürlich freut sich jeder Trainer, wenn die eigene Mannschaft- diese stand bei Stephan Mohr immer an erster Stelle- ihre Erfolgserlebnisse hat. Die hatte Bösdorf gemeinsam mit der Frauenmannschaft reichlich. Sechs Kreispokalsiege, drei Kreishallenmeistertitel und sieben weitere Finalspiele um den Hallentitel. Man hatte allerdings auch das unglaubliche Glück, vorwiegend Spielerinnen in den eigenen Reihen zu haben, die etwas erreichen wollten und sich auch schwierigen sportlichen Aufgaben gestellt haben. All die Jahre als Frauencoach, bis zum Saisonende im Mai 2022, hatte der nun Ex-Coach stets tolle und zuverlässige Charaktere kenne und schätzen gelernt. „Er könne sich nicht über seine schöne Trainerzeit beklagen, ganz im Gegenteil“, so Mohr. Er wurde oft gefragt, was interessanter oder schwieriger ist, Frauen oder Herrentrainer. Die Frauen mit der Herren zu vergleichen scheint aber unangebracht. Beides hat seine Vor -und Nachteile sowie besondere Eigenarten. „Letztendlich geht es auch nicht um Frauen oder Herren, sondern in diesem Fall um den Fußballsport. Und hier sind die Spielregeln für alle gleich“, so der Bösdorfer weiter. Allerdings konnte er nebenbei auch feststellen, dass sich im Laufe der Jahre eine Herren -und Frauen Generation zu einer, wie Mohr es mit einem Zwinkern im Auge erklärte: „Urlaubs, Party und Eventgesellschaft“ im Walt Disneyland Deutschland entwickelt hat, und ein Trainings- und Spielbetrieb, ganz besonders im Mannschaftssport, darunter zu viel leidet“.

 

Das sei nicht als Vorwurf zu sehen, sondern eher eine persönliche Wahrnehmung, mit der man aber nicht alleine dasteht. Der scheidende Trainer weiter: “Entweder stellt man sich als Trainer auf die heutigen Gegebenheiten voll und ganz ein, spielt das Spielchen mit, oder man lässt es eben nach und legt erst einmal eine Pause vom Trainerjob ein“. Nun freut Mohr sich auf seine Zuschauerrolle und erinnert sich gerne an diesen schönen und interessanten sportlichen Lebensabschnitt zurück, den er auf keinen Fall missen möchte. Das folgende Zitat beschreibt wohl am besten, was dem Coach in seiner Zeit am Wichtigsten war und weiter sein wird:
„Eine Gemeinschaft lebt vom Zusammenhalt, in der persönliche Freiheit und Egoismus nicht wichtiger sein darf als die Mitverantwortung für diese Gemeinschaft. Das ist nicht nur im Mannschaftssport Fußball so, sondern auch im täglichen Leben“.


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