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Goldene Konfirmation am 28. August

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Preetz (los). Das Ereignis könnte die Preetzer Stadtkirche aus allen Nähten platzen lassen: Am Sonntag, 28. August feiern gleich vier Jahrgänge, 1969 bis 1972, ihre Goldene Konfirmation. Das Organisatorenteam um die Pastoren Christoph und Anke Pfeifer, Küsterin Frauke Rahn und Edda Felber, Konfirmandin von 1972 und ehemalige Gemeindesekretärin, freuen sich auf Anmeldung im Kirchenbüro unter 04342-799 1100 oder 799 1101 oder kirchenbuero@kirche-in-preetz.de.
Allein für das Jahr 1972 hat die Preetzer Kirchengemeinde für ihre sämtlichen Bezirke insgesamt 271 „Konfis“ verzeichnet. Zu den 53, die im Bugenhagenhaus ihren Segen erhielten, gehörte Edda Felber, die damals noch Treppner hieß. Für 1969, 1970 und 1971 rechnet Christoph Pfeifer mit ähnlichen Zahlen und hofft, die Ehemaligen noch möglichst zahlreich zum gemeinsamen Einzug zum Festgottesdienst (um 10 Uhr) und Gottes Segen zusammentrommeln zu können – rechnerisch wären rund 700 Teilnehmer möglich. Und sogar von außerhalb könnten sie dazu kommen, da nicht jede Kirchengemeinde Goldene Konfirmation feiere, erläutert Pfeifer.
Geplant ist ein Rahmenprogramm mit reichlich Raum und Zeit für Wiedersehensfreude und Erinnerungen, weshalb Interessierte sich aus organisatorischen Gründen jetzt entschließen und schnell anmelden sollten. Dem Gottesdienst als Auftakt des geselligen Beisammenseins schließt sich ein Imbiss mit Gelegenheit zum Klönen und Kennenlernen an. Edda Felber regt an, Bilder aus der eigenen Konfirmationszeit und damaligen Akteuren mitzubringen, auch von Gebäuden, von Preetz und Umgebung, um den Veränderungen in den fünf Jahrzehnten besser nachspüren zu können. Im Angebot sind eine Stadtführung mit Anne-Kathrin Kalb sowie eine Kirchenführung mit Pastor Christoph Pfeifer, der auf dem Rundgang die Baugeschichte der Stadtkirche erläutert und Besonderheiten wie Turm, Uhr und Gruft näher beleuchtet. Mit dem Angebot von Kaffee und Kuchen gibt es nochmals Anlass für intensive Klönrunden, wobei damit der „offizielle Teil“ der Kirchenveranstaltung abschließt. Dennoch können sich alle Musikfreunde noch zum (Eintritt freien) Konzert des PTSV Blasorchesters um 17 Uhr in der Stadtkirche einfinden, regt Pfeifer an. Die Goldene Konfirmation sei eine Chance, jetzt wieder in Kontakt nicht nur untereinander, sondern zur Kirche zu kommen. „Was mich bewegt ist, dass wir den großen Bogen schlagen“, verdeutlicht er, da die Bindung zur Kirche bei vielen verloren gegangen sei. Dabei war die Konfirmation vor 50 Jahren eine große Sache, ist sich das Organisatorenteam einig. Der Puls der Zeit – damals schlug er einfach anders. „Für viele bedeutete ihre Konfirmation das Ende der Schulzeit und den Start in die Berufsausbildung“, beschreibt Christoph Pfeifer den Umbruch im Leben der Jugendlichen, den sie wie eine Zäsur wahrnahmen. Das bestätigt Edda Felber, die mit 14 Jahren im August 1972 ihre Ausbildung begann. Da sie als Kührenerin dem Bezirk Süd angehörte, fand ihre Konfirmation im damals noch neuen, modernen Bugenhagenhaus statt. „Es gab fünf verschiedene Konfi-Orte“, so Pfeifer und zählt die Stadtkirche, „wo die meisten waren“, die Kapelle Sophienhof, die Bodelschwinghkirche und die Kapelle Nettelsee auf. Heute ist die Stadtkirche alleiniger Konfirmationsort. 2022 gab es insgesamt 71 Konfirmanden.
Für Edda Felber war ihre Konfirmation ganz typisch mit einem Familienfest verbunden und sie erinnert sich an ein schönes weißes Kleid, das sie trug. Klassische Kleidung war meist üblich, „eher konservativ als modern“, sagt sie. Doch eine Trendwende deutete sich an. „Mein Kleid war sehr kurz“, erinnert sich Edda Felber - denn „mini“ war „in“ in den 70-ern. Zudem erhielten alle Kührener Konfis „ein Gesangbuch mit Widmung von Graf Bülow vom Gut Kühren“, erzählt sie. Ausgestattet mit Spitzentaschentuch und Maiglöckchenstrauß starteten die Jugendlichen dann zum festlichen Einzug in das Gotteshaus – ein prickelnder Moment für alle.
„Wir haben alle Modezeiten erlebt“, fügt Christoph Pfeifer hinzu. Doch heutzutage sei festzustellen, dass die Jugendlichen häufig ganz pragmatisch Kleidung aussuchten, „die auch bei anderen Festen gebraucht werden“. Auch sei es in den vergangenen Jahrzehnten weniger blumig zugegangen. Inzwischen sei ein Trend zurück zum Klassischen zu beobachten.
Auch Anke Pfeifer hat vermehrt festgestellt, wie wichtig Jugendlichen das Familienfest sei. „Es ist deutlich zu spüren, dass ihre Konfirmation für sie ganz große Bedeutung hat“, unterstreicht sie. Das zeige sich auch an dem sehr bewussten Auswählen der aus ihrer Sicht für sie passenden Sprüche, häufig zu Themen wie Liebe und Schutz. „Vor 50 Jahren haben noch die Pastoren diese für sie ausgesucht“, ergänzt Christoph Pfeifer. „Ich habe aber damals gar nicht darüber nachgedacht“, fügt Edda Felber aus ihrer Erinnerung hinzu, „am Tag der Konfirmation war man so aufgeregt...“


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