Reporter Eutin

Hydraulische Poller für Verkehrsberuhigung

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Plön (los). „Krieg der Sterne“ in der Fußgängerzone - R2D2 lässt grüßen. Freunde des himmlischen Heldenepos dürfte der Anblick der blinkenden Lämpchen am Kopf der kompakten kleinen Säulen begeistern, die jetzt die Straße zugunsten der Verkehrsberuhigung eingrenzen. Freunden flotter Abkürzungen quer durch die Innenstadt ist damit der Kampf angesagt.
Für Fahrzeuge ist der Durchlass ab sofort nicht nur strikt geregelt, sondern mittels der neuen „Verhinderungstechnik“ sogar unmöglich, jedenfalls für die meiste Zeit des Tages.
Mit der Installation zweier hydraulischer Poller an der Einmündung der Langen Straße zur B430 sowie am Hauptportal der Nikolaikirche am Markt hat die Selbstverwaltung Tatsachen geschaffen. Die elektronisch gesteuerte Hindernislösung zur Verkehrsberuhigung und deren Hintergründe stellten Bürgervorsteherin Gräfin Mechtilde von Waldersee, Bürgermeister Lars Winter, Ordnungsamtssachbearbeiter Marcel Mauritz und Martin Köpke, Teamleiter 41 Tiefbau der Stadt Plön vor.
Der Beschluss sei bereits vor zweieinhalb Jahren gefasst worden, da in der Fußgängerzone auch nachts viel Lieferverkehr festgestellt worden sei, blickte Lars Winter zurück. „Die Selbstverwaltung hat sich darum für eine Pollerlösung entschieden.“ Die lange Zeitspanne bis zur Umsetzung im Juni 2020 führt Lars Winter auf die Umstände rund um Ausschreibung, das Eingehen der Angebote sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück.
Fakt ist, dass die Lieferzeit für die Geschäfte der Innenstadt auf 6 bis 10 Uhr sowie 18 bis 20 Uhr begrenzt sein soll. Wobei die Erweiterung des Liefer-Zeitfensters am Abend auf nun insgesamt sechs Stunden neu ist. Durch diese Zugabe sei der Zeitraum nach Angaben der Stadt ausreichend dimensioniert. Die Poller sollen währenddessen gemäß der Programmierung ihrer Zeitschaltuhr einfach automatisch in der Versenkung verschwinden. Für die übrige Tages- und Nachtzeit ist die Straße gesperrt. Allerdings gibt es Ausnahmen: So sind Polizei und Feuerwehr mit Transpondern ausgestattet worden, um die Anlage per Funksignal öffnen zu können. Anwohner der Langen Straße, die ihr Fahrzeug dort auch parken, können sich mit Hilfe ihrer registrierten Handynummer Zugang verschaffen. Handwerker müssten sich mit dem Ordnungsamt abstimmen, so Winter, sofern das Wuchten schwerer Teile dies erforderlich mache – Sondergenehmigungen erteilt Marcel Mauritz. Wer aber „nur einen Wasserhahn einbauen will“, müsse sich an die Lieferzeiten halten, erklärte Lars Winter.
45.000 Euro seien im Haushalt für das Projekt bereitgestellt worden. Knapp 50.000 Euro (49.246,45 Euro) habe die Abrechnung jetzt ergeben. Beide Poller schlagen mit einem Anschaffungspreis von insgesamt 29.500 Euro zu Buche, die Tiefbau- und Elektroarbeiten mit 14.500 Euro beziehungsweise 4300 Euro und der Stromanschluss mit 790 Euro.
Das Hinunterfahren der Poller beim Verlassen der Fußgängerzone erfolge durch die Einstellung der Sensoren der Anlage automatisch. Derzeit würde nur noch an der Feinjustierung gefeilt, da die Poller sogar beim Nähern eines Radfahrers reagiert hätten. Bei Stromausfall sollen sich die Poller automatisch absenken. Die daneben befindlichen, fest installierten Pfähle könnten bei Bedarf herausgenommen werden.
Lieferfahrzeuge können nur vom Marktplatz aus in die Fußgängerzone einfahren und müssen die Lange Straße wie eine Einbahnstraße am Wentorper Platz verlassen. Wer nur Geschäfte am Markt oder Schlossberg beliefert, darf auf dem gleichem Weg wieder wegfahren. Eine Umfrage unter den Geschäftsleuten habe laut Winter „nicht viele Rückmeldungen“ ergeben. Ein Wunsch betraf die massiven Betonquader, die 2019 an der Marktseite Richtung Schwentinebrücke aufgestellt worden waren, um eine Durchfahrt zu verhindern. Diese sollen nun wieder entfernt werden. Stattdessen würden Anfang Juli auch an dieser Stelle (Höhe „Rossmann“) die markttypischen filigraneren Poller im Steinpflaster installiert.


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