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Pflanzenschutz im Stadtwäldchen wird fortgesetzt

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Plön (los). Der grobe Strick als roter Faden einer Maßnahme zum Pflanzenschutz: Seit Anfang April mahnt ein Seil im Stadtwäldchen, den Ufersaum am Strandweg zu meiden. Den Grund lieferte eine durch Betreten teils zerstörte Ufervegetation, weil Pfützen so umgangen wurden. Erst allmählich regeneriert die Pflanzengemeinschaft heimischer Wildstauden und Gräser. Der verdichtete Boden verhindert jedoch einen zügigen Aufwuchs. Und so zieht sich die braune Trittspur noch immer wie eine Schneise durch den Uferstreifen.

 


Dass die Erhaltung des artenreichen Streifens im Flora-Fauna-Habitat Großer Plöner See, zu dem auch die Prinzeninsel und das Stadtwäldchen gehören, europäischem Recht entspricht, somit grundsätzlich verpflichtend ist und sich der Zustand zumindest nicht verschlechtern dürfe, verdeutlichten Umweltfachkraft Beate Duwe, Bürgermeister Lars Winter, der Leiter des Baubetriebshofs der Stadt Plön Heiner Rausch und der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Fritz Heydemann bei einer Ortsbegehung. Dabei verwiesen sie auf den ökologischen Wert der Pflanzen, die gerade in ihrer dort vorgefundenen Vielfalt für Insekten und ihre Larven von existenzieller Bedeutung sind. Zudem benötigten Uferzonen als wichtiger Ruhe- und Rückzugsraum von Reptilien- und Vogelarten besonderen Schutz. Diese sind als solche nur von Wert, solange auf die trittempfindliche Botanik und ihre kleinen Bewohner Rücksicht genommen wird; wie überall in Waldgebieten sind Hunde auch im Stadtwäldchen an der Leine zu führen.

 


Die Naturschutzaktion fand viel Zuspruch, hat Beate Duwe festgestellt. Sie löste aber auch Unmut und Vandalismus aus. „Fünf Bänke sind nicht mehr einsetzbar“, bedauert Lars Winter. Immer wieder habe der Bauhof zerschnittene Absperrbänder vorgefunden, informiert Heiner Rausch. Auch Hinweisschilder seien im Wasser gelandet. Trotzdem hoffen die Initiatoren, den Ufersaum schützen zu können. Mit wetterangepasstem Schuhwerk sind Pfützen kein Hindernis, zumal der Strandweg keine Promenade darstelle. Eine Bearbeitung der Wege, zum Beispiel durch Einsatz einer Nagelwalze, die das Versickern von Feuchtigkeit fördert, stehe auf Grund fehlender Haushaltsansätze derzeit nicht auf der Agenda, erläutert Winter. „Im Moment kann ich nur Maßnahmen machen, wo die Verkehrssicherheit es erfordert.“

 


Ein unbedachtes Vorgehen könnte sogar schaden, denn Veränderungen des Wegeprofils wären insbesondere für den Baumbestand problematisch, gibt Fritz Heydemann zu bedenken. „Indem man dort unterirdische Schichten neu aufbaut, würde man deren Wurzeln beschädigen.“ Eigentlich sei der Strandweg im Stadtwäldchen eher ein Waldweg und sogar in relativ gutem Zustand. Plön habe viele Uferzonen, jedoch seien die meisten denaturiert. „Wenn wir also hier etwas erhalten, ist das schon angemessen“, unterstreicht Heydemann.

 


Derzeit blühen Baldrian und Waldziest und demnächst tummeln sich auch an Wasserdost, Weidenröschen und Rispen-Gilbweiderich kleine Hummeln. Auf die Stauden fliegen auch Falter und Libellenarten. Neben Erdkröten lieben Ringelnattern den Ufersaum und tanken bevorzugt auf den Steinen Sonnenwärme, auf die sie als wechselwarme Reptilien ohne Möglichkeit zur Steuerung ihrer Körperwärme angewiesen sind. Stockenten und Gänsesägerfamilien, die nicht mehr häufig vorkommen, nehmen Kurs auf die geschützten Bereiche, wo ihre Küken sicherer sind. Eigentlich genug Gründe, die angezeigten Abstände zum Seeufer für die Tier- und Pflanzenwelt einzuhalten.


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