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THW-Ortsverband Preetz im Hochwassereinsatz

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Preetz (vg). Wie schnell sich das Wetter doch ändern kann: In diesen Tagen ist es frostig und trocken, vergangene Woche aber sorgte Dauerregen auch in Schleswig-Holstein für Hochwassergefahr. Brenzlig ist die Situation besonders in Niedersachsen, wo viele Flächen überschwemmt sind und Deiche an den Flüssen zu brechen drohen. Allesamt Gefahrenlagen, in denen auch das Technische Hilfswerk (THW) aus Preetz gefragt ist.
Noch am vergangenen Mittwoch mussten Aktive des Ortsverbandes ausrücken, um eine Trafostation in Belau vor Überflutung durch das angesammelte Flächenwasser zu schützen. „Wir haben dort ungefähr 800 Sandsäcke verbaut und das bereits eingedrungene Wasser abgepumpt. Bei einem Kurzschluss hätte eine ganze Region ohne Strom dagestanden“, berichtet der Ortsbeauftragte Volker Sajak. Er fragt sich ohnehin, warum man die Trafohäuschen auf dem flachen Land nicht gleich etwas höher baut. „Dann hätten wir die Problematik nicht – die Gefahr nimmt ja nicht ab.“
Sajak hat gerade wieder einen Laster voller Kies besorgt, damit die Sandsackbestände aufgefüllt werden können. „In der Regel haben wir circa 10.000 Säcke vor Ort, bis zu 1000 sind fertig befüllt, damit sie schnell verlegt werden können“, erläutert er. Mittlerweile ist der Bestand auf 2000 geschrumpft, es muss nachgeordert werden. „Kündigen sich extreme Wetterlagen an, stellen wir uns gedanklich immer frühzeitig darauf ein, dann ordne ich oft schon eine interne Rufbereitschaft an“, erklärt Sajak.
Besonders gefragt waren in letzter Zeit die beiden technischen Berater für Deichschutz aus Preetz. Im Oktober waren sie im Einsatz, als wegen der Ostseesturmflut in Eckernförde Katastrophenalarm ausgerufen wurde. Und mit Gunter Wandholz war in den letzten Wochen des Jahres einer dieser Spezialisten als Deichläufer in Niedersachsen eingesetzt. Im Landkreis Meppen, wo Ems und Hase zusammenlaufen, wurden die speziellen Kenntnisse des Experten benötigt. Galt es doch einzuschätzen, wie lange ein Deich noch hält und welche Schutzmaßnahmen zur Deichverteidigung zu ergreifen sind.
Zu einer Beinahe-Katastrophe wäre es vergangene Woche fast auf Fehmarn gekommen, wo ein Deichbruch mit vereinten Kräften verhindert werden konnte – mit dabei Kameradinnen und Kameraden vom Eutiner THW und die Plöner Katastrophenschützer mit ihrer großen Standpumpe. Dort hat das Hochwasser überrascht, es gibt aber auch bekannte Gefahrenstellen. „Im Kreis Plön macht uns der Deichbereich in Behrensdorf Sorgen – der ist nicht im besten Zustand“, meint Volker Sajak, der auch Kreisbeauftragter ist.
Das Preetzer THW jedenfalls ist gut aufgestellt und gerüstet, wenn es angefordert wird: Die breite Aufgabenpalette reicht von Bergen und Räumen über die Unterstützung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, Deichverteidigung, Pumpeinsätze, Straßenbau und Haussicherung bis hin zur Verpflegung. „Wir haben mit der Fachgruppe Logistik-Verpflegung einen ganzen Trupp, der kocht. Mit unserer Feldküche können wir 250 Personen sofort versorgen, mit einer Großküche, die wir zuletzt bei der Flutkatastrophe im Ahrtal aufgebaut haben, bis zu 1000 Menschen“, erläutert Sajak.
Weiblicher oder männlicher Nachwuchs ist beim THW natürlich immer gern gesehen. Und in der Jugendgruppe lernen schon Kinder ab zehn Jahren, mit Werkzeugen umzugehen. Interessierte können sich immer dienstags ab 19 Uhr beim THW vor Ort im Handelsweg 6 im Gewerbegebiet Wakendorf, oder unter Telefon 04342-309300 informieren. Weitere Auskünfte findet man online auf www.ov-preetz.thw.de.

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