Reporter Eutin

„Tierisch entspannt“ auf dem Lohmühlenhof

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Preetz (ed). Am Rand der Preetzer Feldmark liegt Astrid Faehlings Lohmühlenhof – hier lebt die gebürtige Preetzerin mit drei Eseln, einer bunter Herde Schafe, drei Katzen, zwei Hunden und einer Horde Hühner. „Wir sind ein Frauenhof“, schmunzelt sie, mit Ausnahme der beiden Quotenmänner: Riesenesel Aron und Kater Snorre. Menschen gibt es natürlich auch, ein Ehepaar zur Miete und Astrid Faehlings erwachsener Sohn, „glücklicherweise, denn er unterstützt mich vor allem im Garten sehr.“
Die Theologin und Seelsorgerin hat lange mit ihrer Familie in Süddeutschland gelebt, träumte aber seit ihrer Kindheit davon, auf einem Hof mit vielen Tieren zu wohnen. Mit 50 dann habe sie beschlossen, es sei Zeit, ihren Traum zu leben – und aus Süddeutschland wieder in ihre norddeutsche Heimat zu ziehen. Also machte sie sich auf die Suche nach einem Hof – die gestaltete sich länger als gedacht. „Fünf Jahre lang habe ich gesucht“, erzählt sie, „und ausgerechnet in meiner Heimatstadt Preetz den perfekten Ort gefunden.“ Einen Sechser mit Zusatzzahl quasi, denn nicht nur war der Hof komplett renoviert, auch der Garten war wunderbar angelegt und das Beste: eine ganze Menge Platz für die Tiere, die demnächst einziehen würden. Die kleine Eselherde mit den beiden Zwergeseldamen Fiona und Ella und ihrem großen Freund Aron. Die Walisischen Schwarznasendamen Emmy und Elsa konnte Astrid Faehling aus schlechter Haltung retten, die beiden danken es ihr mit Freundlichkeit, Ruhe und Anhänglichkeit. Vier kleine schwarze Ouessant-Schafdamen, allen voran Lilly und Levke Schwarz, kamen dazu und die beiden schönen Ziegendamen Moira und Rieke machen die Herde noch ein bisschen bunter.
Hühner braucht frau natürlich auf so einem Hof ebenso wie zwei Wachhündinnen, den Job erfüllen Lia und Pepper mit Begeisterung, obwohl die Wachsamkeit eher Snorre übernimmt, wenn er nicht gerade schläft. Denn die Tiere sind nicht zum Chillen auf dem Hof, allesamt sind sie berufstätig. Die entspannende und wohltuende Wirkung ihrer Schafe und Esel – wobei auch Katzen Smilla und die Hundedamen Lina und Pepper gute Laune verbreiten und die Hühner niemanden ohne ein Lächeln vom Hof lassen – behält Astrid Faehling nicht für sich allein. „Als die vielen Tiere hatte, habe ich mich gefragt, was ich mit ihnen Gutes tun könnte.“ Also rundete die Leiterin des Frauenwerks des Kirchenkreises Ostholstein ihre berufliche Qualifikation durch die Ausbildung zur Fachkraft in Tiergestützter Intervention und die Systemisch integrative Familien- und Sozialberaterin ab – „das ist die Grundlage für alles, was ich tue.“ Jetzt ist zum Beispiel der Heilpädagogische Kindergarten zum Spazierengehen und Eselputzen ebenso auf dem Lohmühlenhof zu Gast wie die Theodor-Heuss-Schule, wenn sie Rat im Umgang und zur Haltung ihrer Schafe braucht. „Das macht großen Spaß“, sagt Astrid Faehling. „Und es ist schön, Kindern Tiere näher zu bringen, zu zeigen, dass Kühe nicht lila sind.“
Aber auch die „Großen“ sind willkommen auf dem Lohmühlenhof – so ist Astrid Faehling Mitglied bei Landvergnügen, Wohnmobil-FahrerInnen können auf ihrem Hof kostenlos bei ihr übernachten. Und Esel- wie SchafliebhaberInnen aus Nah und Fern zieht es natürlich hierher.
Menschen, die sich Kontakt zur Tieren wünschen oder einfach Tiefenentspannung brauchen, dürfen in Astrid Faehlings Begleitung mit Schafen und/oder Eseln spazierengehen. „Nichts ist entspannender als ein Spaziergang mit einem Schaf“, sagt sie, „und allein, wenn man ein Tier führt, lernt man ganz viel, denn das Tier zeigt einem sofort, was wichtig ist.“ Es läuft mit, wenn man klar im Kopf, bei dem Tier ist, eine Verbindung zu ihm zulässt und aufrecht erhält – Fiona, Emmy und Elsa können das am besten. So ist Fiona die wohl geduldigste Eseldame der Welt und hat nichts dagegen, wenn zehn Kinder gleichzeitig sie putzen. Ihre beiden langohrigen Kumpels sind ebenso wie Levke und Lilly noch in der Ausbildung. Aber sie lernen schnell und zeigen bereits den Menschen, wenn sie sich vernachlässigt fühlen. „Die Tiere spüren sofort, wenn der Mensch, der sie führt, nicht bei ihnen ist, dann fangen sie an zu fressen zeigen ihm so: Hallo, so gehts nicht, ich bin auch noch da!“, erklärt Astrid Faehling. Sie finde es besonders schön, wenn Menschen zu ihr kommen, die bisher nichts mit Tieren am Hut hatten – „ich hoffe einfach, sie gehen dann etwas bewusster mit Tieren, mit der Umwelt um, essen vielleicht ein bisschen weniger Fleisch“, sagt sie, „und ermöglichen sich und auch ihren Kindern mehr Kontakt zu Tieren.“ Denn das ist gut für die Seele und macht den Kopf ein bisschen klarer.
Mehr Info über den Lohmühlenhof gibt es unter www.lohmuehlenhof.de.


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