Reporter Eutin

Tuberkulose und Schulverweigerer prägten ihren Alltag

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Sie wird fehlen: Nach 44 Jahren geht Regina Bieber in Ruhestand.

Sie wird fehlen: Nach 44 Jahren geht Regina Bieber in Ruhestand.

Kreis Plön (t). Ganze 44 Jahre lang hat Regina Bieber für die Kreisverwaltung Plön gearbeitet, langweilig geworden ist ihr dabei nie. Am 1.Januar 1977 hat die gelernte Zahnarzthelferin zunächst als Schreibkraft im Gesundheitsamt angefangen. Später kümmerte sie sich um Mutter-Kind-Kuren, unterstütze die Ärztinnen und Ärzte bei der Mütterberatung und half bei den Schuleingangsuntersuchungen. „Das waren tolle, vielfältige Tätigkeiten“, schwärmt sie im Rückblick.
Als im Jahr 1979 der Schulpsychologische Dienst ins Leben gerufen wurde, wechselte sie mit einer halben Stelle ins Amt für Schule und Kultur. Seitdem hat sie hautnah die Schulprobleme von Kindern und Jugendlichen miterlebt. „Die Probleme, mit denen die Schülerinnen und Schüler heute zu kämpfen haben, sind viel schwerwiegender geworden“, berichtet Regina Bieber. Früher sei der Schulpsychologische Dienst beispielsweise kontaktiert worden, wenn jemand eine sogenannte Lese-Rechtschreib-Schwäche hatte oder es Schwierigkeiten mit einer Lehrkraft gab. Heute sei der Alltag der Schulpsycholog*innen geprägt von Schulverweigerern, gewalttätigen Kindern und solchen, die aufgrund ihrer individuellen Probleme gar nicht mehr schulfähig seien. „Der Druck auf Familien hat einfach zugenommen“, beobachtet Bieber – nicht ohne Sorge.
Im Gesundheitsamt hat sie sich seit 1990 schwerpunktmäßig um die sogenannte „Tuberkulosefürsorge“ gekümmert. Gab es irgendwo im Kreis Plön den Verdacht, dass jemand an Tuberkulose erkrankt sein könnte, klingelte bei Regina Bieber das Telefon. „Da stieg dann schon jedes Mal der Adrenalinspiegel“, erzählt sie. „Denn bei TBC kommt es – ähnlich wie jetzt bei Corona – darauf an, sich schnell ein Bild von der Lage zu machen. Also, Kontaktpersonen- und Muster zu ermitteln und dann entsprechende Maßnahmen anzuordnen. Aber nicht nur das: „Da muss man vor allem die Angehörigen und Kontaktpersonen erst mal beruhigen und ganz viel aufklären.
Die haben oft eine riesengroße Angst.“ Die Zahl der Tuberkulose-Fälle im Kreis Plön ist in den vergangenen 30 Jahren stark zurückgegangen. Waren es in den 1990er Jahren noch um die 20 Fälle pro Jahr, sind es derzeit zwischen zwei und neun. Hinzu kommen aber jährlich noch mehr als 100 Verdachtsfälle. Das sind beispielsweise Kontaktpersonen von Erkrankten, die dem Plöner Gesundheitsamt aus anderen Städten, Kreisen und Bundesländern gemeldet werden. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie war auch Regina Bieber noch einmal ganz anders gefordert. Quarantäneanordnungen schreiben, Fragen am Telefon beantworten. Und das im Akkord. „Ich arbeite gerne viel, das hat schon auch Spaß gemacht“, sagt sie. Auf ihren Ruhestand freut sie sich trotzdem. Nun wird sie vor allem als Großmutter gefordert – in der Enkelbetreuung.
Ihre Kolleginnen und Kollegen hingegen lassen sie nur sehr ungern gehen. „Auf Frau Bieber war immer Verlass. Auch wenn ihre Aufgaben nun von anderen übernommen werden – menschlich wird sie uns sehr fehlen“, sind sich der Leiter des Gesundheitsamtes, Privatdozent Dr. Josef Weigl und der Leiter des Amtes für Schule und Kultur, Holger Kohnke, einig.


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