Reporter Eutin

Vorweihnachtliche Bescherung für das Heimatmuseum

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Preetz (los). Winzig kleines Spielzeuggeschirr, Mini-Dampfmaschinen, eine hoch betagte Puppe mit Klimperaugen: Was Heinke Heintzen auf dem Tisch des Preetzer Heimatmuseums ausgebreitet hat, erinnert ein wenig an eine vorweihnachtliche Bescherung. Und die ist es auch. Allerdings haben anstelle des Weihnachtsmanns Kunsthistoriker Jürgen Oswald im Auftrag der Fielmann Stiftung und die stellvertretende Niederlassungsleiterin Fielmann Plön Jana Burchert der Preetzerin bei der Beschaffung der Museumsexponate unter die Arme gegriffen. Adressat der Schenkung ist der Heimatverein Preetz und Umgebung mit Heinke Heintzens Nachfolger Axel Langfeldt als Vorsitzendem.
Es ist ein ganzes Sammelsurium der vergangenen fünf Jahre, das nun übergeben werden konnte. Hintergrund: Prof. Günther Fielmann hat sich der Förderung kleiner Museen ohne eigenen Etat für die Beschaffung von neuen Exponaten verschrieben. Im Auftrag der Stiftung steht Jürgen Oswald mit kleinen Einrichtungen wie dem Preetzer Heimatmuseum in Kontakt und kennt deren „Wunschzettel“.
Nicht alle der Neuzugänge haben mit Kindheit zu tun. So hat auch ein altes Preetzer Maurer-Amtsbuch den Weg ins Museum gefunden. Eine Besonderheit: Das Buch wurde von 1730 bis 1839 akribisch geführt und enthält aufschlussreiche Informationen über die Organisation der Zünfte sowie Ereignisse. Etwa den Verzehr der Handwerker auf ihren Zunftabenden oder die Ahndung von Verstößen in ihren Reihen. „Brüche“ hießen die dann verhängten Strafgelder, erläutert Jürgen Oswald. Die Regeln waren streng: „Wer seine Arbeit schlecht verrichtete, bekam großen Ärger mit den Zunftmeistern.“
Zeugnisse des Tischlerhandwerks hat Heinke Heintzen ebenfalls entdeckt, die in der Tischlerei Ramm am Preetzer Marktplatz gefertigt worden sind. Rätsel gibt etwa der kleine Holzschlitten aus dem 19. Jahrhundert auf, an dessen Längseiten sowie auch der Unterseite zahlreiche hängende Metallringe Raum für Spekulationen lassen, welchen Zweck sie einmal erfüllt haben mochten. Dienten sie dazu, Gepäck zu verzurren?
Ein Bidet, das aus gleichem „guten Hause“ wie der Kinderschlitten stammte und ebenfalls ein Werkstück der Tischlerei Ramm Ende des 19. Jahrhunderts war, ordnet Heimatvereinsmitglied Frauke Eggers den Hebammenutensilien zu. „Die Wöchnerinnen wurden von der Hebamme nach der Hausgeburt gewaschen“, erläutert sie.
Abgesehen davon hatte der findige Preetzer Tischler Ramm die gute Idee umgesetzt, das im Tischchen installierte Waschbecken unter einem „Deckel“ verschwinden zu lassen und das Bidet dezent zum Beistelltisch umzufunktionieren. Ein alter Hebammenkoffer komplettiert das Ensemble, „doch der ist aus neuerer Zeit“, weiß Jürgen Oswald. Dennoch wirft der Koffer samt Inhalt ein Licht auf die Umstände rund um die Geburt in früheren Jahrzehnten und zeichnet ein Bild von der Arbeit der damaligen Hebammen. Etwa aus den 20er Jahren datiert nach Einschätzung Oswalds ein ungewöhnliches und seltenes Kinderspielzeug, das Heinke Heintzen als „Rasselrad“ bezeichnet. Kinder hätten solche Räder hinter sich hergezogen, erklärt sie. Die an den Speichen lose sitzenden und in der Drehung aufeinanderschlagenden Teilchen schepperten auf den Kopfstein gepflasterten Straßen zum Spaß ihrer kleinen Besitzer. Auch sie sind ein Stück Preetzer Geschichte: „Beide Räder gehörten einer holländischen Familie in Kiel, die während des Zweiten Weltkriegs ausgebombt nach Preetz kam“, weiß die Ehrenvorsitzende. Noch vor nicht langer Zeit hätten sie sich auf einem Dachboden in der Löptiner Straße befunden, wo sie jahrzehntelang gelegen haben.
Museumsbesucher können die neuen Ausstellungsstücke schon ab November in den Vitrinen bestaunen und die Dinge im historischen und heimatkundlichen Kontext betrachten. Das Heimatmuseum (Mühlenstraße 14) ist mittwochs, sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


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