Reporter Eutin

Königspaar geht noch einmal in die Verlängerung

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Preetz (tg). Die rund 100 Schützen in der Schusterstadt hatten in den vergangenen Wochen immer noch ein Fünkchen Hoffnung gehabt, dass ihr alljährliches traditionelles Gildefest Anfang Juni doch noch stattfinden kann. Leider vergebens. Nach der pandemiebedingten Absage im vergangenen Jahr, muss auch das diesjährige Schützenfest aufgrund der anhaltenden Corona-Lage leider ausfallen. „Angesichts der aktuellen Lage, des unverändert vorhandenen Ansteckungsrisikos und der damit verbundenen gesundheitlichen Gefährdungspotentiale ist es weder geboten noch verantwortbar, Anfang Juni eine solche Feierlichkeit abzuhalten“, erklärt Wolfgang Schneider, 1. Ältermann.
 
Auch wenn die Infektionszahlen aktuell rückläufig sind, bedarf es aufgrund der notwendigen Vorlaufzeit eines solch großen Festes einer frühzeitigen Entscheidung des Vorstandes.
Diese ist Ende April gefallen. „Ein abgewandeltes bzw. reduziertes Schützenfest wäre aus unserer Sicht der Tradition nicht angemessen gewesen“, ergänzt Schneider. Der Blick ist nun auf das Gildefest 2022 gerichtet. Alle anderen Zusammenkünfte der Schützen fallen bis auf weiteres ebenfalls aus. Eventuell sind im Herbst mit vertretbaren Lockerungen wieder größere Zusammenkünfte als Gilde möglich, so Wolfgang Schneider. Doch auch und gerade in Krisenzeiten halten die Schützen zusammen, - allen voran der amtierende Schützenkönig, Björn Demmin. Der 47jährige geht mit seiner Frau Ariane, nach seiner Proklamation im Jahre 2019 und der zusätzlichen Amtszeit 2020/21, nun noch einmal in die Verlängerung, bis 2022. „Schnell war für uns klar, dass wir die Königsketten erst wieder abgeben wollen, wenn es eine ordentliche Proklamation eines Nachfolgekönigspaares gibt, und zwar im Rahmen eines schönen, traditionellen Gildefestes“, erklärt Demmin.
 
Drei Amtszeiten sind in der langen, fast 680jährigen Geschichte der Preetzer Schützengilde etwas Außergewöhnliches. „Dies hat es bisher nur einmal gegeben, als von 1779 bis 1781 der Gastwirt Michael Christian Wrigg ebenfalls drei Jahre hintereinander Gildekönig gewesen ist“, berichtet Ältermann Schneider. Sein Fazit: „Der Vorstand ist Björn Demmin und seiner Frau für diese außergewöhnliche Amtszeitverlängerung sehr dankbar, so dass es kein Gildejahr ohne ein Majestätenpaar gibt“. Rückblick: im Juni 2019 konnten der seinerzeit frisch gekürte König Björn und seine Frau Ariane noch nicht ahnen, dass sich ihre Amtszeit über volle drei Jahre erstrecken wird. „Den richtigen Zeitpunkt für die Königswürde gibt es fast nie und so ein Jahr geht auch schneller vorbei als man denkt; - das waren so unsere Gedanken damals“, blickt Björn Demmin zurück. Der Bürgermeister und seine Frau konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass eine Pandemie dieses Ausmaßes das Leben in Preetz und um den gesamten Erdball beeinflussen und verändern wird. Beide stehen hinter der Entscheidung des Gildevorstandes, das Schützenfest in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Das geplante Stadtjubiläum (150 Jahre Preetz) und das jährliche Schusterfest fallen in diesem Jahr ebenfalls pandemiebedingt aus, auch bereits zum zweiten Mal. „Die Schützengilde hat sich der Traditionspflege verschrieben und lebt den Zusammenhalt und die Geselligkeit. Letzteres muss in diesen Zeiten hinten anstehen, wir werden aber nach der Pandemie mit Schwung und großer Freude alles nachholen!“, blickt Björn Demmin zuversichtlich in die Zukunft.


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