Reporter Eutin

„Auf die Augen kommt es an“

Mönkeberg (t). „Ein Lächeln sagt mehr als 1.000 Worte. Es erreicht auch Menschen, die nicht sprechen können“, sagt Jennifer Niemietz, Einrichtungsleitung, der Johanniter-Einrichtung Haus Mönkeberg. In der Pflege spielt diese liebevolle Geste jeden Tag eine wichtige Rolle. Zum Tag des Lächelns am 7. Oktober berichtet das Haus Mönkeberg über die Bedeutung von kleinen und großen Gesten in der Pflege.
Jeden Tag bei der Arbeit zu lächeln gar nicht so einfach – besonders in Zeiten der Corona-Pandemie. Denn der Mund, als vertraute und für die Mimik so wichtige Gesichtspartie, ist durch das Tragen von Masken zum gegenseitigen Infektionsschutz vollkommen verhüllt. Ein Umstand, der den Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern erschwert. „Hier ist es umso wichtiger, dass das Lächeln von Herzen kommt und auch die Augen berührt“, erklärt Niemietz. Die Maske beeinträchtigt zusätzlich die verbale Kommunikation. Die Stimme wird durch den Maskenstoff gedämpft und wirkt teilweise undeutlich. Insbesondere schwerhörige Menschen leiten zudem viel von Lippenbewegungen ab.

 


Die Pflege ist eine anstrengende und anspruchsvolle Tätigkeit, die sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bei den Pflegekräften bemerkbar macht. „Mit der Pandemie, dem Ukraine-Krieg und dem bundesweiten Personalmangel kann die Arbeit schnell einmal zur Belastung werden. Doch meist sind es gerade die kleinen Gesten, wie ein freudiges Lächeln am Morgen oder der Witz einer Kollegin oder eines Kollegen, der zum Schmunzeln einlädt und die Anspannung vergessen lässt“, betont Niemietz. „Auch ein flotter Spruch von den Bewohnerinnen und -bewohnern hat schon die ein oder anderen grauen Wolken vertrieben und in die Montagsstimmung Schwung gebracht“. Miteinander, statt übereinander lachen sei die Devise bei den Johannitern. „Wer lacht hat auch weniger Zeit zum Trübsal blasen“, erklärt Barbara Hahn, zweite Vorsitzende im Bewohnerbeirat mit einem Schmunzeln.

 


Ein einziges Lächeln oder ein kleiner Witz in einer noch so angespannten Situation kann die verändern, rät Niemietz: „Jemandem ein ruhiges Lächeln zu schenken ist ein ganz besonderes Geschenk. Außerdem: Lachfalten sind doch die schönsten Falten, die man haben kann, oder?“ Wer zusammen lacht, entwickelt Erinnerungen zusammen, auf die man am Ende des Lebens freudig zurückblicken kann.


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