Reporter Eutin

Gedenken an die Novemberpogrome am 9. November 1938

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Schweigeminute an der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft: Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz (v. r.) und Bürgervorsteherin Ina Schultheiß, Amtsdirektorin Juliane Bohrer und Amtsvorsteher Hans-Herbert Pohl. Foto: Amt Schrevenborn

Schweigeminute an der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft: Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz (v. r.) und Bürgervorsteherin Ina Schultheiß, Amtsdirektorin Juliane Bohrer und Amtsvorsteher Hans-Herbert Pohl. Foto: Amt Schrevenborn

Foto: hfr

Heikendorf (as). Das Amt Schrevenborn und die Gemeinde Heikendorf gedachten am 9. November, dem Tag der Novemberpogrome in Deutschland, den Opfern der NS-Diktatur. Jeder Mensch hat einen Namen und ein Schicksal: Stellvertretend für die große Anzahl an Menschen, die entrechtet, diskriminiert, verfolgt, deportiert, in den Suizid getrieben oder ermordet wurden, wurde in Gedenken an NS-Opfer aus dem heutigen Amtsgebiet Schrevenborn eine Schweigeminute auf dem Heikendorfer Friedhof eingelegt.
„Zum 83. Mal jährt sich heute die Reichspogromnacht, die vom nationalsozialistischen Regime initiierte Aktion gegen die jüdische Bevölkerung“, erinnerte Bürgermeister Tade Peetz am Gedenkstein für die NS-Opfer an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte. Aufgrund sehr konkreter Vorfälle auch in Heikendorf sei vor zwei Jahren die kleine Gedenkstätte auf Initiative der ehemaligen Heikendorferin Hanna Grasselli eingerichtet worden, so Peetz weiter. „Wir alle tragen die Verantwortung, dass so etwas nicht wieder passiert. Heikendorf ist ein liberaler Ort, an dem Menschen jeden Glaubens und religiösen Bekenntnisses friedlich zusammenleben.“
Die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter aller Fraktionen bekennen sich zu den Grundsätzen einer offenen und toleranten Gesellschaft, die in Frieden, Freiheit und gegenseitiger Toleranz nach den demokratischen Prinzipien handelt und Ausgrenzung aller Art ablehnt. „So haben es alle im September erklärt und ich kenne niemanden in der Gemeinde, der es anders sieht“, betonte Heikendorfs Bürgermeister. „Das entbindet uns aber nicht von der Pflicht, wachsam zu bleiben, Ausgrenzung vorzubeugen und im Gespräch mit allen Menschen zu bleiben.“
Amtsdirektorin Juliane Bohrer stellte anschließend die Rolle der Kommunalverwaltung in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. „Aus heutiger Sicht wurden durch den Deutschen Staat, und man muss leider sagen durch viele Menschen in der Verwaltung, unvorstellbare Gräueltaten erst ermöglicht oder gar selbst verübt.“ Zur Wahrheit gehöre, dass ohne die Mitarbeiter der Verwaltung die Bürgermeister allein die Mitwirkung an der Judenverfolgung nicht hätten realisieren können – das sei auch in Heikendorf, Schönkirchen und Mönkeberg so gewesen. Eine entscheidende Botschaft von Holocaust-Überlebenden und an Gedenkstätten sei stets ein Eintreten für Toleranz und gegen Hass, das Bauen von Brücken sowie die Stärkung von Zivilcourage und Mut, im Angesicht von Unrecht auch tätig zu werden. Ein zentraler Leitgedanke, so die Amtsdirektorin, an dem sich jeder Einzelne, nicht nur als Verwaltungsmitarbeiter*in, orientieren kann und muss, findet sich an prominenter Stelle in Artikel 1/Absatz 1 im Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
An der Gedenkfeier nahmen neben den Bürgermeistern aus Mönkeberg und Schönkirchen, Vertreter*innen von Schulen, Kirche, Vereinen und Verbänden aus Heikendorf, Gemeindevertreter*innen auch Mitarbeiter*innen der Amtsverwaltung und Schüler*innen teil.
Parallel beteiligte sich die Gemeinde Heikendorf an einer Online-Gedenkaktion der Gedenkstätte Yad Vashem.


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