Reporter Eutin

Holstein munter im Aufstiegskampf

Kreis Plön (dif). Die Aufstiegsplätze Richtung 1. Bundesliga im Blick, im Pokal kurz vor Berlin. Vielleicht leicht überspitzte Sätze, die man aber so vor der Saison 2020/21 von der KSV Holstein bestimmt nicht erwarten konnte. Doch egal wie die Serie auch ausgehen mag, die Mühlenweg-Mannschaft spielt eine ganz starke Rolle im Deutschen Fußball. Dies in mit Sicherheit ein großer Verdienst vom jüngsten Profitrainer des Landes, Ole Werner. Der Coach von der Förde hat eine Truppe geformt, die-sieht man vielleicht einmal von Jae Sung Lee oder Fin Bartels ab- ohne die ganz großen Namen auskommt und sich trotzdem einen Riesenrespekt der Konkurrenz erarbeitet hat. Mit dem Hamburger SV (0:0 gegen Greuther Fürth) und dem VfL Bochum (2:0 über Eintracht Braunschweig) steht man nun nach dem eigenen 1:0-Sieg gegen Würzburg punktgleich mitten im Aufstiegsdreikampf, ohne die Greuther (Platz vier mit drei Zählern Rückstand) zu vergessen. Auch wenn der Heimerfolg gegen das Schlusslicht der Tabelle durch einen eher zweifelhaften Elfmeter (Lee sollte von Gästetorhüter Bonmann gefoult worden sein) zu Stande kam, auch solche Matches muss man erst einmal auf die Habenseite bringen. Torschütze Mühling war es egal, er verwandelte gewohnt sicher. Verdient war der Dreier allemal, auch wenn der ganz große Glanz der letzten Spiele fehlte. „Nörgeln auf hohem Niveau“-wie ein Anhänger Holsteins lächelnd anmerkte. Richtungsweisend werden nach dem Spiel in Fürth aber die 90 Minuten gegen den VfL Bochum und den Hamburger SV sein. Beides auf den Plätzen der Gegner. Aber dort fühlen sich die Landeshauptstädter- siehe unten - ja bekanntermaßen am wohlsten.
Ein kurzer Rückblick auf das Spiel bei Fortuna Düsseldorf: Mit der wohl taktisch besten Mannschaftsleitung der aktuellen Spielzeit holte Holstein einen immens wichtigen 2:0-Sieg beim Bundesligaabsteiger und brachte der Rösler-Elf die erste Heimpleite der laufenden Serie bei. Alexander Mühling und Jae Sung Lee trafen für die Landeshauptstädter. Die KSV bleibt damit in der 1, 2. und 3. Liga die einzige Elf, die noch keine Niederlage auf fremden Plätzen hinnehmen musste. Und so geht es weiter: Am kommenden Montag, also wieder ein Flutlichtspiel, heißt der Konkurrent für Holstein Greuther Fürth. Beim Verfolger des Spitzentrios hat das Team von Ole Werner noch eine Rechnung offen. Der sorgte im Interview für einen wohl eher unfreiwilligen Lacher: Auf die Reporterfrage wie er denn die vielen Flutlichtspiele seiner Mannschaft fände, antwortete der Coach: „Es ist immer schön wenn man zum Stadion fährt und die Lampen an sind.“ Im Hinspiel siegte die Spielvereinigung am Mühlenweg verdient mit 3:1 und brachten den Störchen eine empfindliche Heimniederlage bei. Hier glauben wir in der Redaktion aber auf zumindest einen Pluspunkt, auch wenn die Gastgeber ein anderes Kaliber als zuletzt die Kickers aus Würzburg sein werden. Wie schaut es eigentlich im DFB-Pokal aus? Auf die KSV Holstein wartet nach dem Sieg über Darmstadt 98 nun das Viertelfinale. Gegner dort wird bekanntlich Rot Weiß Essen an der Hafenstrasse sein. Ein Ort, wo man auf Kieler Seiten noch nie ein Pflichtspiel gewinnen konnte. Zeit dies zu ändern, denn das Pokal-Zauberwort Wort „Berlin“ spukt sicherlich nicht nur in den Köpfen der Anhänger. Übrigens, bei Pokal-Gegner Rot Weiß Essen hat Ex-Storch Steven Lewerenz eine neue Heimat gefunden. Sein Vertrag bei Victoria Köln wurde aufgelöst. Der mittlerweile 29-jährige Offensivmann spielte ja zwischen 2015 und 2019 für die Störche und trug maßgeblich zum Zweitligaaufstieg bei. Es gibt nicht wenige Anhänger von der Förde, die ihn auch gerne wieder in „Blau Weiß Rot“ gesehen hätten. Anfang März könnte es nun zu einem Wiedersehen auf der Gegenseite kommen. Stichwort „sehen“: Diese Cup-Partie wird die einzige sein, die nicht im Free-TV zu empfangen ist. Hier wurde erneut eine Chance für die so genannten „kleinen Vereine“ verpasst.


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