Marlies Henke

Den Arztbesuch nicht aufschieben

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Wegen der Corona-Pandemie sind viele Menschen verunsichert, ob sie Untersuchungen beim Arzt wahrnehmen sollen.

Wegen der Corona-Pandemie sind viele Menschen verunsichert, ob sie Untersuchungen beim Arzt wahrnehmen sollen.

Foto: djd/Abbott

Die Brust schmerzt, der Zahn pocht, die jährliche Krebsvorsorge steht an oder die Kontrolluntersuchung beim Experten: Soll ich trotz der Corona-Pandemie zum Arzt gehen? Das fragen sich in der aktuellen Situation viele. Sie meiden das Wartezimmer aus Angst vor Ansteckung. Bereits zu Beginn der Covid-19-Pandemie ging die Zahl der Arztbesuche vor allem bei Fachärzt*innen deutlich zurück. Doch Krankenkassen und Mediziner*innen warnen: Nicht jede Behandlung oder Operation sollte aufgeschoben werden. Und wer bei akuten Beschwerden zögert, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Die Initiative „Just Go“ ruft Patient*innen dazu auf, auch weiterhin in die Praxen zu gehen und Vorsorge- sowie wichtige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.
 
Im Akutfall nicht zögern
Vertreter*innen von Berufsverbänden sind besorgt, dass sich in erster Linie die Gesundheit chronisch oder schwer erkrankter Patient*innen verschlechtert. So befürchtet etwa Professor Dr. Helge Möllmann, Sprecher der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, dass es zu dauerhaft schweren Herzschäden bei Patient*innen kommen kann, die ernste Erkrankungen verschleppen: „Deshalb müssen nicht nur Herzinfarkte, sondern auch akute Rhythmusstörungen oder eine sich verschlimmernde Herzschwäche oder Herzklappenerkrankung unbedingt zeitnah behandelt werden.“ Gerade bei Herznotfällen oder Verdacht auf Schlaganfall gilt trotz Corona-Pandemie: sofort den Rettungsdienst alarmieren. Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie warnt, dass die Angst vor Covid-19 nicht dazu führen darf, dass die Früherkennung oder die Durchführung wirksamer Therapien verzögert wird. Der Schaden für Patient*innen wäre immens.
 
Gute Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern und Praxen
Gleichzeitig jedoch gilt es, sich vor dem Virus zu schützen und das Ansteckungsrisiko im Wartezimmer zu vermeiden. Daher sollten Patient*innen stets zuvor anrufen und einen Termin vereinbaren. Viele Arztpraxen bieten inzwischen Video- oder Telefonsprechstunden an, die den einen oder anderen Besuch ersetzen können. Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung des Infektionsrisikos mit SARS-CoV-2 ist die zweigliedrige Versorgung in den Praxen. Das heißt, dass die Behandlung von Corona-Verdachtsfällen strikt getrennt von den übrigen Patient*innen erfolgt. „In den Krankenhäusern ist der Infektionsschutz gewährleistet“, so Professor Möllmann. Die Kliniken hätten sehr aufwendige Hygienemaßnahmen ergriffen, um sowohl Patient*innen als auch Personal vor einer Infektion zu schützen. (djd)


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