Reporter Timmendorf

75 Jahre „Cap Arcona-Thielbek-Tragödie“: Kranzniederlegungen zum 75. Jahrestag der Schiffskatastrophe in Haffkrug

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Haffkrug. Am vergangenen Sonntag, dem 3. Mai, fand um 10 Uhr eine Kranzniederlegung mit Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, Bürgermeisterin Bettina Schäfer und Dorfvorsteher Helmut Kurth am Cap-Arcona-Ehrenmal in Haffkrug statt.


Bettina Schäfer: „Heute vor genau 75 Jahren ereignete sich eine der größten Schiffskatastrophen der Geschichte in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges in der Lübecker Bucht. Mehr als 7.000 Menschen kommen dabei am 3. Mai 1945 ums Leben. Sie sind Opfer eines folgenschweren Irrtums: Britische Bomber versenken das deutsche Passagierschiff ,Cap Arcona’und den Frachter ,Thielbek’ vor Neustadt in Holstein. Die drei Kilometer vor der Küste liegenden Schiffe waren eher zufällig ins Fadenkreuz geraten. An Bord sind allerdings nicht wie angenommen deutsche Truppenverbände, sondern hauptsächlich evakuierte Häftlinge aus dem Hamburger KZ Neuengamme. Doch auch die SS hatte offenbar in Erwägung gezogen, die Häftlinge niemals an ihrem Ziel ankommen zu lassen. Jedes dieser Kriegsopfer – egal von wem es in diesem grausamen Krieg getötet oder misshandelt wurde - hatte eine eigene Geschichte, eine eigene Persönlichkeit, eine eigene unantastbare Würde, die gröblich verletzt wurde.“
 


Bürgermeisterin Bettina Schäfer danke Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, dem Dorfvorsteher von Haffkrug, Helmut Kurth, und den anwesenden Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern, sowie Bürgerinnen und Bürgern für das stille Gedenken an diese furchtbare Katastrophe. „Dafür braucht es keine offizielle Veranstaltung,“ so Schäfer weiter.


„Wir, die Nachgeborenen, haben unsere Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben der Völker übernommen und die Gemeinde Scharbeutz zu einem weltoffenen toleranten Ort gemacht, der Fremde wie Freunde empfängt, Nachbarn zur Familie macht und in dem Rassismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit keine Chance haben.“


Genau diese Worte sollte man sich gerade jetzt wieder bewusster denn je machen, so Schäfer.


„Wir, die wir weltweit einen gemeinsamen Krieg gegen ein Virus führen. Wir, die wir von einem besonders guten Gesundheitssystem profitieren. Wir, die wir in einem Kleinod leben dürfen. Wir alle schaffen das nur gemeinsam,“ so Bettina Schäfer weiter.
 


„Diese Haltungen müssen wir für die Zukunft bewahren und weiterentwickeln, um unserer historischen Verantwortung gerecht zu werden und um unseren Beitrag dazu zu leisten, dass sich so etwas wie der Nationalsozialismus und die Cap Arcona-Katastrophe niemals wiederholen können, egal wie groß die Angst auch vor einem Virus sein mag. Dabei kann ein Virus viele Namen haben, nicht nur Corona. Das sind wir den Opfern, derer wir heute gedenken, schuldig!“


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