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Aktion in Stockelsdorf: Gewalt kommt nicht in die Tüte

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Setzen sich anlässlich der landesweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt ein (v.l.): Michael Bergmann, Präventionsbeauftragter der Polizei für Lübeck und Ostholstein, Julia Samtleben, Bürgermeisterin der Gemeinde Stockelsdorf, Julia Dabelstein, Frauennotruf Ostholstein e.V., Gudrun Dietrich, Gleichstellungsbeauftragte Gemeinde Stockelsdorf, Christiane Hauswurth, Polizei Stockelsdorf und Bettina Schüler, Feinbäckerei Schüler.

Setzen sich anlässlich der landesweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt ein (v.l.): Michael Bergmann, Präventionsbeauftragter der Polizei für Lübeck und Ostholstein, Julia Samtleben, Bürgermeisterin der Gemeinde Stockelsdorf, Julia Dabelstein, Frauennotruf Ostholstein e.V., Gudrun Dietrich, Gleichstellungsbeauftragte Gemeinde Stockelsdorf, Christiane Hauswurth, Polizei Stockelsdorf und Bettina Schüler, Feinbäckerei Schüler.

Stockelsdorf. Anlässlich der landesweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt „Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“ findet erstmals eine Aktion in Stockelsdorf statt:
Am Samstag, dem 30. November, werden vor dem REWE-Markt in der Segeberger Straße Infomaterial und speziell bedruckte Brötchentüten verteilt, auf denen unter anderem die Nummer des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ abgedruckt ist: 08000 116 016. Das bundesweite Hilfetelefon berät 24/7 kostenlos und anonym in 17 Sprachen sowohl Opfer häuslicher Gewalt als auch Personen, die unterstützen möchten.
 

Von 10 bis 12 Uhr sind Interessierte eingeladen, direkt mit den Stockelsdorfer Aktiven ins Gespräch zu kommen. Vor Ort sind Stockelsdorfs Bürgermeisterin Julia Samtleben, Ruth Taschenberg vom Frauennotruf Ostholstein, Detlef Bodanowski, Sachbearbeiter für häusliche Gewalt bei der Polizeistation Stockelsdorf, der Präventionsbeauftragte der Polizei für Ostholstein Michael Bergmann und die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stockelsdorf Gudrun Dietrich.
„Häusliche Gewalt ist noch immer ein Tabuthema. Wir möchten durch diese Aktion auf unverfängliche Weise viele Menschen ansprechen und dazu ermutigen, bei häuslicher Gewalt nicht wegzuschauen. Denn es gibt Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen, beispielsweise beim Hilfetelefon“, beschreibt Gudrun Dietrich das Ziel der Aktion.
 

Julia Samtleben betont die Bedeutung von Präventionsarbeit, die auch durch den Kommunalen Präventionsrat der Gemeinde geleistet wird. Durch Aufklärung schaut man genauer hin und ist sensibilisiert dafür, wenn persönliche Grenzen überschritten werden.
Häusliche Gewalt hat verschiedene Formen, sie kann subtil beim Kontrollieren der Aufenthalte und sozialen Kontakte durch den Partner beginnen und in körperlichen und seelischen Verletzungen enden.
„Häusliche Gewalt kommt in allen Gesellschaftsschichten und Generationen vor. Gemeint ist körperliche, psychische und/oder emotionale Gewalt zwischen Partnern oder getrennten Paaren. Häusliche Gewalt bleibt oft unbemerkt hinter verschlossenen Türen und wird verschwiegen“, weiß Julia Dabelstein vom Frauennotruf OH. „Dieser Teufelskreis kann Jahre dauern. Wir möchten erreichen, dass die Menschen hinsehen, handeln, Hilfe einschalten“. Die Beraterinnen des Frauennotrufs gehen in jedem Fall individuell vor. So bieten sie bei einer polizeilichen Wegweisung des Täters von der gemeinsamen Wohnung, die bis zu 14 Tage ein Kontaktverbot sichert, den Opfern eine Beratung innerhalb eines Tages an. Diese kann an einer der Außenstellen oder einem vereinbarten Ort stattfinden, den die Frau gut erreichen kann.
„Häufiges Thema im Beratungsprozess ist die Ambilvalenz der Frauen. Sie fühlen sich hin- und hergerissen, da sie ja auch die guten Seiten ihres Partners kennen. Gemeinsam schauen wir uns die Dynamik der Beziehung an. Die Entscheidung, ob die Frau handelt oder nicht, zum Beispiel die Gewalt bei der Polizei anzeigt, liegt immer bei ihr allein“, so Julia Dabelstein.
 

Christiane Hauswirth von der Polizeistation Stockelsdorf und Präventionsbeauftragter der Polizei Michael Bergmann betonen, dass jeder Fall häuslicher Gewalt auch für die Polizei ein Ausnahmefall ist, weil er im persönlichen Raum der Betroffenen stattfindet und oft auch Kinder beteiligt sind.
Laut aktuellen Studien gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Gleichstellung der Geschlechter und Gewalt gegen Frauen. „Die Gleichstellung ist ein Ausdruck dafür, was man mit dem oder der anderen machen darf“, so Dabelstein. „Deshalb ist häusliche Gewalt ein gesellschaftliches Thema, das uns alle etwas angeht.“
Aus diesem Grund findet die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ nun auch in Stockelsdorf statt. Das Musikduo „Rosarot“ unterstützt die Aktion am 30. November mit einem Life-Konzert, und in der Gemeindebücherei steht während der gesamten Woche ein Bücher- und Infotisch. Weitere Infos gibt es im Infoständer im Rathaus.
 

Die Brötchen für diese Aktion kommen von der Feinbäckerei Schüler, die während der gesamten Woche die speziellen Brötchentüten und Infomaterial in ihrer Stockelsdorfer Filiale in der Segeberger Straße ausgibt. So werden die wichtigsten Infos 5.000 Mal über die Ladentheke an die Kundschaft gereicht. „Wenn nur ein Bruchteil von ihnen die Tüte zum Anlass nimmt, die Betroffenen anzusprechen beziehungsweise als Betroffene selbst aktiv zu werden , haben wir schon viel erreicht“, so Bettina Schüler.
„Gewalt kommt nicht in die Tüte“ findet bereits zum 16. Mal landesweit unter der Schirmherrschaft von Justizministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack statt.


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