

Stockelsdorf. Vor Kurzem fand die Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehr Stockelsdorf statt. Gemeindewehrführer Lars Schöppich eröffnete die Versammlung und begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, von befreundeten Organisationen und den örtlichen Vereinen. Besonders willkommen hieß er Bürgervorsteher Manfred Beckmann sowie Bürgermeisterin Julia Samtleben.
Schöppich blickte in seinem Jahresbericht auf zahlreiche Einsätze, intensive Ausbildungsmaßnahmen, wichtige Investitionen und eine stabile Mitgliederentwicklung zurück.
Dank engagierter Mitgliederwerbung in allen Ortswehren zähle die Gemeindefeuerwehr aktuell 376 aktive Kameradinnen und Kameraden. Ein bedeutender Baustein für die Nachwuchsgewinnung seien neben der Jugendfeuerwehr auch die Kinderabteilungen, die derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Klein Parin/Pohnsdorf sowie der Freiwilligen Feuerwehr Eckhorst bestehen.
Insgesamt bewältigten die Feuerwehren 245 Einsätze im eigenen Ausrückebereich sowie 61 Einsätze im Rahmen der nachbarlichen Löschhilfe. Schwerpunkte bildeten Kleinbrände, Türöffnungen und Unwettereinsätze.
Eine moderne Ausstattung bleibe Grundlage für erfolgreiche Gefahrenabwehr, so Schöppich. 2025 konnten ein neues Löschfahrzeug LF 20 für die FF Stockelsdorf sowie ein Mannschaftstransportwagen für die Jugendfeuerwehr in Dienst gestellt werden.
„Kurz vor der Auslieferung stehen ein LF 20 für die FF Mori sowie ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) für die FF Malkendorf. Gleichzeitig besteht bei einigen Feuerwehrhäusern dringender Handlungsbedarf. Verwaltung und Politik haben im vergangenen Jahr die Weichen für zwei Neubauten gestellt“, teilte der Gemeindewehrführer mit.
Ein ausdrücklicher Dank galt Bürgermeisterin Julia Samtleben für ihren Einsatz zugunsten der Feuerwehren, ebenso dem Fachbereichsleiter Stefan Köhler und seinem Team für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch der Kommunalpolitik wurde gedankt, „die trotz angespannter Haushaltslage die erforderlichen Mittel für die Sicherheit der Bevölkerung bereitstellt.“
Es folgten weitere Jahresberichte. In ihrer Funktion als Verwaltungschefin, aber auch als Mitglied der Feuerwehr, betonte Julia Samtleben die besondere Bedeutung dieses Abends: „Der Austausch mit Euch ist für mich keine Formalität, sondern eine Herzensangelegenheit.“
Sie bezeichnete das vergangene Jahr „als vergleichsweise ruhig“, was sich aber nicht auf die Einsätze bezog. Sie betonte dabei, dass diese Ruhe kein Zufall sei. Sie sei das Ergebnis guter Abstimmung, klarer Strukturen und einer gelebten Kameradschaft in allen Ortswehren. „Nicht Einzelne tragen die Feuerwehr, nur gemeinsam sind wir stark“, so ihre zentrale Botschaft.
Der stellvertretende Kreiswehrführer Lars Wellmann lobte in seiner Rede die Vorbildfunktion der Freiwilligen Feuerwehren in Stockelsdorf.
Als dann der 95-jährige Löschmeister Otto Schöning aus der Ehrenabteilung seiner Wehr (FF Obernwohlde) das Wort ergriff, wurde es im Versammlungsraum still. Seit 1947 gehört er der Wehr an.
Mit fester Stimme und wachem Geist nahm er die Anwesenden mit auf eine Reise durch Jahrzehnte gelebter Kameradschaft, Pflichtbewusstsein und Mut. Er erinnerte sich an die Anfänge nach dem Krieg, als durch den ersten Geräteschuppen noch der Wind pfiff. Zum Abschluss seiner bewegenden Worte äußerte Otto Schöning einen Herzenswunsch: Im kommenden Jahr, „so Gott will“, möchte er seine 80-jährige Mitgliedschaft feiern. Kaum hatte er diesen Satz ausgesprochen, erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Minutenlanger, stehender Applaus erfüllte den Raum.
Bei den Wahlen wurde Georg Muus mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Zu Kassenprüfern wurden einstimmig Markus Kayser (FF Arfrade) und Jannik Palte (FF Curau) gewählt.
Die Ehrungen nahm die Verwaltungschefin vor. Drei Kameraden hatten zur Jahrtausendwende den Schritt ins Ehrenamt gewagt und stehen bis heute verlässlich im Dienst der Allgemeinheit. Mit dem Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Silber wurden ausgezeichnet Löschmeister Johannes Hagel, (FF Obernwohlde), Oberfeuerwehrmann Christian Hapel (FF Obernwohlde), Hauptbrandmeister Dr. Markus Dahlke (FF Mori), Oberfeuerwehrmann Soeren Franck (FF Malkendorf) und Hauptfeuerwehrmann Eike Jörn Franck (FF Malkendorf). Samtleben betonte: „25 Jahre ehrenamtlicher Dienst sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind ein Geschenk an unsere Gemeinschaft.“
Mit besonderem Respekt blickte die Versammlung auf jene Kameraden, die seit 50 Jahren und länger Teil der Feuerwehrfamilie sind: Oberlöschmeister Andreas Dähring und Löschmeister Wilfried Evers, (beide FF Mori) und Erster Hauptbrandmeister und Ehrengemeindewehrführer Günter Volgmann (FF Malkendorf).
Für 70 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr wurde in Abwesenheit der Löschmeister Werner Braun (FF Dissau) mit einem Präsentkorb geehrt.
Neben den Ehrungen wurden folgende Kameradinnen und Kameraden befördert: Ulric Liepholz zum Hauptfeuerwehrmann***, Benjamin Jaacks, Max Erdmann, Finn Nissen zum Oberlöschmeister, Jana Sievers zur Hauptlöschmeisterin**, Michael Ahrns zum Hauptlöschmeister** sowie Toni Boddin zum Brandmeister. (PM/SE)




