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Historischer Fund: Lübecker stößt in Sereetz auf alte Flakstellung

Sereetz. Eigentlich wollte Ralf Werner lediglich Sanierungsarbeiten am Kellerfundament seines Hauses in der Straße Walkmöhle in Sereetz, einem Ortsteil der Gemeinde Ratekau, durchführen. Doch dabei machte der Lübecker einen ungewöhnlichen Fund: Unter der Erde kam ein massives Betonbauwerk zum Vorschein, bei dem es sich nach seinen bisherigen Recherchen um die Überreste einer Flakstellung aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte.
Ralf Werner hat das Haus in Sereetz gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Svenja erworben. Am 20. Juli 2026 war er mit Arbeiten am Kellerfundament beschäftigt, als er beim Graben mit dem Minibagger zunächst auf eine Betonecke stieß. Weil er nicht wusste, was sich dahinter verbarg, grub er weiter. Nach und nach legte er ein deutlich größeres Betonstück frei.
Nach dem vollständigen Freilegen zeigte sich das Ausmaß des Fundes: Zum Vorschein kam ein vier Meter breites, massives Betonfundament. In seiner Mitte befindet sich ein kreisförmiger Sockel mit einem Kranz aus Metallbolzen. Auffällig sind außerdem die polygonale Form der Betonplatte sowie radial verlaufende Aussparungen beziehungsweise Rinnen.
Die Bauform weist deutliche Ähnlichkeiten mit historischen Geschützbettungen auf, wie sie für Flakstellungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs dokumentiert sind. Gerade die Kombination aus massiver Betonplatte, zentralem Sockel und eingelassenen Metallbolzen ist auffällig. Eine fachliche Bestätigung, dass es sich bei dem Sereetzer Fund tatsächlich um eine solche Geschützbettung handelt, steht allerdings noch aus.
Historische Recherchen stützen Werners Vermutung zumindest grundsätzlich. Auf der Internetseite bunker-kiel.com, die sich mit ehemaligen Luftschutz- und Luftverteidigungsanlagen beschäftigt, ist ausdrücklich eine „Flakbatterie Sereetz“ verzeichnet. Sie gehörte demnach zum Netz der Luftverteidigung im Raum Lübeck, zu dem auch Flakstellungen unter anderem in Ratekau, Bad Schwartau, Brodten, Groß Steinrade, Marli und Stockelsdorf zählten.
Auch die von Bunker-Kiel dokumentierten Geschützbettungen waren keineswegs alle identisch. Bauformen und Abmessungen konnten sich unterscheiden und wurden teilweise den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Eine genaue Zuordnung des Sereetzer Fundes zu einem bestimmten Geschütztyp ist anhand der bislang vorliegenden Informationen daher nicht möglich.
Ob das auf Werners Grundstück freigelegte Betonbauwerk tatsächlich Bestandteil der historischen Flakbatterie Sereetz war, ist bislang ebenfalls nicht fachlich bestätigt. Die dokumentierte Existenz einer solchen Batterie und die auffällige Bauform des Fundes liefern jedoch Anhaltspunkte für diese Vermutung.
Der Fund könnte nun sogar Einfluss auf die weiteren Baupläne des Paares haben. An dem Haus ist ein Anbau vorgesehen. Statt die freigelegte Betonstellung wieder vollständig verschwinden zu lassen, hat Ralf Werner eine ungewöhnliche Idee: Ein Teil des Fundes könnte unter einer begehbaren Glasplatte erhalten und vom neuen Anbau aus sichtbar gemacht werden – eventuell sogar beleuchtet.
So könnte ein Stück Orts- und Zeitgeschichte dauerhaft sichtbar bleiben – ausgerechnet dort, wo es mehr als acht Jahrzehnte verborgen unter der Erde gelegen hat. (rk)

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