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Stiftung Curauer Moor: Wolf-Dieter Klitzing zieht sich aus dem Amt zurück

Curau. Anfangs führte ihn sein Arbeitsweg zweimal täglich am Curauer Moor nordwestlich von Bad Schwartau vorbei. Schnell war die Liebe für dieses wunderschöne Fleckchen Erde im Herzen von Ostholstein bei Wolf-Dieter Klitzing entfacht. „Egal ob in Nebel gehüllt, von aufgehender oder untergehender Sonne angestrahlt oder von Schnee bedeckt, ich war vom ersten Tag an verliebt in das Curauer Moor“, erzählt der ehemalige Wasserbau-Ingenieur. Kaum war er mit seiner Frau Karin Mitte der 70iger Jahre nach Ostholstein gezogen, vereinten sich private Leidenschaft für diesen einzigartigen Lebensraum mit einem beruflichen Auftrag. Als Ingenieur, spezialisiert auf naturnahen Wasserbau, erstellte er 1985 die erste Studie zur Wiedervernässung, setzte diese Jahre später um und sorgte im Laufe der Zeit dafür, dass bis heute rund 213 Hektar Moor renaturiert wurden. Bis Ende des vergangenen Jahres war er Geschäftsführer der Stiftung Curauer Moor, die die Flächen verwaltete – dieses Amt legt er jetzt nieder.

Der 79-Jährige blickt heute, fast 35 Jahre nach seinem ersten Auftrag zur Wiederherstellung des ursprünglichen Moors, auf sein Lebenswerk zurück. Mit vielen verlässlichen Partnern bewältigte er ein beispielhaftes Großprojekt: die Renaturierung des Curauer Moors, das sich über Gebiete der Gemeinden Stockelsdorf, Scharbeutz und Ahrensbök erstreckt. Unter den tatkräftigen Mitstreitern heute wie damals die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Eigentümerin der Flächen. „Das Curauer Moor ist ja nicht irgendein Moor, es ist das Moor mit den meisten Kalktuff-Quellen in Schleswig-Holstein und dadurch vereint es gleich vier verschiedene Moortypen in einem: Niedermoor, Teile des Hochmoors, Quellmoor und Hangmoor“, erzählt Klitzing. „Die Quellen sind dank der Wiedervernässung jetzt wieder an der Oberfläche sichtbar“, ergänzt er.

Jetzt legt er zufrieden und stolz sein Amt als Geschäftsführer der Stiftung Curauer Moor nieder und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein betreut die Flächen ab sofort wieder selbst. Natürlich nicht, ohne Klitzing voller Dankbarkeit gebührend zu verabschieden. „Der Naturschutz in Schleswig-Holstein braucht Menschen wie Wolf-Dieter Klitzing, die sich unermüdlich und voller Leidenschaft kreativ engagieren, einsetzen und nicht aufgeben, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Dafür sagen wir ,Tausend Dank!‘“, betont Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bei der offiziellen Verabschiedung.

Ebenso bedankten sich Julia Samtleben, Bürgermeisterin der Gemeinde Stockelsdorf, und ihre Amtskollegen aus Scharbeutz, Bettina Schäfer, und Andreas Zimmermann aus Ahrensbök bei Wolf-Dieter Klitzing für sein jahrzehntelanges Engagement zur Renaturierung des Curauer Moors. (SE)

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