Kinderuni geht in die Sommerpause und verspricht „einen Knaller“ fürs 20. Jahr
Neustadt in Holstein. Die Kinderuni hat auch in diesem Semester wieder alles möglich gemacht, um den Allerkleinsten eine informative und lehrreiche Studienzeit zu bieten. Dafür hat das Organisationsteam der Kinderuni neben Themen wie Weltraum, Spinnen, nachhaltiger Architektur oder der Gefühlswelt auch das „Unmögliche“ nicht gescheut. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn am vergangenen Samstag stand die inklusive Band „unMöglich 2.0“ auf der Bühne der Aula der Jacob-Lienau-Schule. Die Band rund um Torsten Lengsfeld besteht aus Musikerinnen und Musikern mit und ohne Behinderung. Gemeinsam mit Sharon Bäcker von Special Olympics Schleswig-Holstein klärten sie die Frage, wer ist eigentlich behindert und was bedeutet das überhaupt? Denn bei genauerer Betrachtung wurde klar, dass jedes Mitglied der Band „unMöglich 2.0“ eine besondere Stärke hat und genau diese die Qualität der Musikgruppe ausmacht. „Jeder hier bringt etwas mit, das kein anderer von uns kann und deshalb sind wir zusammen“, erklärte der Bandgründer und hob hervor, dass Behinderung sehr individuell sei und sie keinesfalls ausschließe, mit bestimmten Fähigkeiten ausgestattet zu sein.
Von diesen Fähigkeiten erzählte auch Sharon Bäcker. Sie hatte viele Bilder und ein Video von den Landesspielen im Mai 2025 in Lübeck dabei, wo Menschen mit Behinderung zu sportlichen Höchstleistungen antraten. Dort gingen über 500 Athletinnen und Athleten in acht verschiedenen Disziplinen wie zum Beispiel Basketball, Tennis, Schwimmen, Leichtathletik, Fußball oder Golf an den Start.
Die beiden Dozenten machten allerdings auch klar, dass es unabhängig von den individuellen Fähigkeiten trotzdem Dinge gibt, die für Menschen mit Behinderung schwerer oder gar nicht machbar sind. Damit die Kinder das anschaulich nachvollziehen konnten, wurden Augenbinden und Ohrstöpsel ausgeteilt, mit denen sie dann verschiedene Aufgaben erfüllen mussten. Abschließend kamen alle gemeinsam zu dem Schluss: „Behindert ist man nicht, behindert wird man“, nämlich durch das Umfeld, das die Barrieren schaffe, zum Beispiel durch Hindernisse oder laute Geräusche.
Deshalb sollte der Abschlusssong auch besonders eindrucksvoll zeigen, wie einfach Inklusion sein kann. Denn durch eine eingängige Melodie und einen simplen Text, bestehend aus der Silbe „da“, konnte wirklich jede und jeder im Raum mitsingen, auch ohne besondere musikalische Fähigkeiten zu besitzen. Genau hier liege der Kern der Inklusion, nämlich Räume zu schaffen, in denen alle mitmachen können, freute sich Torsten Lengsfeld.
Mit dieser Erkenntnis verabschiedeten sich die vielen anwesenden Kinder, von denen sogar über 50 bei jeder einzelnen Vorlesung dabei gewesen sind. Als Belohnung wanderten die Dauergäste mit ihrem Studierendenausweis in den Lostopf und sicherten sich die Chance auf tolle Preise. Diese wurden durch Sponsor und Unterstützer Fabian Wierichs alias „die Losfee“ von der Sparkasse Holstein gezogen, sodass sich fünf Kinder über je einen von drei Kinogutscheinen, eine Familienkarte für das Subtropische Badeparadies in Weißenhäuser Strand und einen Hafenheimat-Hoodie freuen konnten.
Mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 150 Kindern pro Vorlesung konnte die Kinderuni auch in dieser Saison wieder überzeugen, sodass der Vorfreude auf das nächste Semester, das bereits im September startet, nichts mehr im Wege steht. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass die Kinderuni in ihre 20. Runde geht und bereits jetzt verrät, dass sie „mit einem Knaller“ in ihr Jubiläumsjahr starten wird. (ko)
