Freisprechung von Bäckern und Fachverkäufern im Bezirk Ostholstein

Marco Gruemmer Neu
Die freigesprochenen Geselinnen und Gesellen mit dem stellvertretenden Obermeister Helmut Börke (lks.).

Die freigesprochenen Geselinnen und Gesellen mit dem stellvertretenden Obermeister Helmut Börke (lks.).

Bild: Hfr

Heiligenhafen. Nach ihrer Ausbildung wurden in Heiligenhafen fünf Bäckerinnen, zwei Fachverkäuferinnen und zwei Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk freigesprochen. Der stellvertretende Obermeister Helmut Börke gratulierte den Prüflingen in der Filiale am Heiligenhafener Marktplatz zur bestandenen Abschlussprüfung.

Vor dem feierlichen Öffnen der traditionellen Lade durch Bäckermeister Reinhard Brede in der Insel-Bäckerei fand ein gemeinsames Kaffeetrinken mit Eltern und Ausbildern statt.

Handwerk mit Zukunft

Helmut Börke betonte in seiner Rede, dass die Junggesellinnen und Junggesellen stolz auf ihre erfolgreich abgeschlossene Ausbildung sein können und einen der ältesten Berufe der Welt erlernt haben. Er hob die Wichtigkeit des Bäckerhandwerks hervor: „Den Kunden, die sich teilweise täglich ihre Brötchen bei uns abholen, ist der Kontakt zu den Mitarbeitern wichtig. Sie legen Wert auf Qualität und frische Waren. Backwaren sind ein Genussmittel und damit zukunftssicher“, bekräftigte er weiter und animierte die jungen Absolventen, sich weiterzubilden und die Chancen, die sich ihnen bieten werden, wahrzunehmen. Auch sollten sie sich über ihre Altersvorsorge Gedanken machen. „Das Lernen geht weiter. Es gilt nunmehr, das Leben selbst in die Hand zu nehmen, sei es im Berufsleben, bei weltlichen Fragen oder im Privaten.“ Börke ermunterte die jungen Freigesprochenen dazu, sich zum Beispiel sportlich und auch ehrenamtlich zu engagieren und nicht zu viel Zeit am Handy zu verbringen.

Bäckerhandwerk sucht dringend Nachwuchs

Die weiterhin geringe Zahl an Auszubildenden bereitet dem Bäckerhandwerk Sorgen. Helmut Börke sieht die Gründe dafür unter anderem im nach wie vor angeschlagenen Image des Berufs. Auch das vergleichsweise niedrige Ausbildungsgehalt und die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt würden es jungen Menschen zusätzlich erschweren, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden.

Trotz dieser Herausforderungen blickt Börke zuversichtlich in die Zukunft. Der erfahrene Bäcker, der selbst auf mehr als 40 Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann, hofft darauf, wieder mehr junge Menschen für das traditionelle und vielseitige Handwerk begeistern zu können.

Dabei setzt er auch auf internationale Unterstützung und eine stärkere Integration. „Ich bemühe mich sehr um Integration. Wir müssen ein gemeinsames Miteinander anstreben. Nur so können wir stark in die Zukunft gehen“, betont Börke.

Für ihn steht fest: Um das Bäckerhandwerk langfristig zu sichern, braucht es Nachwuchs. Ein gutes Miteinander und echte Integrationschancen könnten dabei ein wichtiger Baustein sein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und das Handwerk auch für kommende Generationen zu erhalten. (red/mg)

Freigesprochene Bäcker und Bäckerinnen:

Johanna Freiin Senfft von Pilsach (Hofladen Klostersee, Grönwohldshorst), Ashe Wuestenberg (Bäckerslüüd Kollektivbäckerei, Eutin), Yasmin Lucas, Caroline Mohtadi, Jürina Steinmann (alle Bugenhagen BBW, Timmendorfer Strand).

Freigesprochene Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer:

Elda Bunjaku, Tyler Niemeyer, Isabell Sperk, Yun Wen Chi, Frühjahr 2026, (alle „Puck - Mein Ostseebäcker“).