Grillen rund um die Welt: Andere Länder - andere Aromen
Grillen gehört in vielen Ländern fest zur Esskultur. Doch was auf dem Rost landet und wie es zubereitet wird, unterscheidet sich zum Teil erheblich. Während in Argentinien gutes Fleisch möglichst pur genossen wird, spielen beim amerikanischen Barbecue Rauch und lange Garzeiten eine wichtige Rolle. Rund ums Mittelmeer kommen dagegen häufig Fisch, Gemüse und frische Kräuter ins Spiel. Ein Blick über den Tellerrand liefert viele Ideen für den nächsten Grillabend.
Argentinien setzt auf gutes Fleisch
Beim traditionellen argentinischen Asado steht Fleisch im Mittelpunkt. Unterschiedliche Stücke vom Rind, aber auch Würste werden über der Glut gegrillt. Dabei ist Geduld gefragt: Das Fleisch gart vergleichsweise langsam und wird häufig nur mit Salz gewürzt. Statt kräftiger Marinaden soll vor allem der Eigengeschmack zur Geltung kommen. Als Begleiter ist Chimichurri beliebt, eine würzige Kräutersauce, die unter anderem mit Petersilie, Knoblauch, Öl und Essig zubereitet wird.
Dabei ist Asado weit mehr als nur eine Art der Fleischzubereitung. Familie und Freunde kommen zusammen, das Grillen darf dauern und das gemeinsame Essen wird zum geselligen Ereignis.
Die USA lieben Barbecue
Auch in den USA geht es beim Barbecue nicht unbedingt schnell. Vor allem in den Südstaaten wird Fleisch häufig über viele Stunden bei niedriger Temperatur gegart und durch Rauch aromatisiert. Je nach Region unterscheiden sich Zubereitung, Gewürze und Saucen deutlich.
Zu den Klassikern gehören Pulled Pork, Spare Ribs und Beef Brisket. Für zusätzlichen Geschmack sorgen sogenannte Rubs, also trockene Gewürzmischungen, sowie Marinaden und Barbecue-Saucen. Typische Beilagen sind beispielsweise Krautsalat oder Maiskolben.
Mediterrane Leichtigkeit
Ganz anders präsentiert sich das Grillen rund ums Mittelmeer. In Italien, Griechenland oder Spanien landen neben Fleisch häufig Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse auf dem Rost. Paprika, Zucchini oder Auberginen eignen sich ebenso wie kleine Fleischspieße oder Lamm.
Olivenöl, Knoblauch, Zitronensaft und frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano sorgen für viel Geschmack. Dazu passen Salate, Brot und verschiedene Dips. So entsteht ohne großen Aufwand ein sommerliches Essen, bei dem Gemüse durchaus die Hauptrolle übernehmen kann.
Südafrika: Grillen als geselliges Ereignis
In Südafrika gehört der „Braai“ zur Grillkultur. Gegrillt wird traditionell über Holz oder Holzkohle und vor allem in Gesellschaft. Auf den Rost kommen Fleisch und Würste, aber auch andere Zutaten. Bekannt ist beispielsweise Boerewors, eine kräftig gewürzte Wurstspezialität.
Ähnlich wie beim argentinischen Asado steht beim Braai nicht allein das Essen im Mittelpunkt. Das gemeinsame Grillen und Zusammensein gehören fest dazu.
Asiatische Aromen vom Grill
Auch in vielen asiatischen Küchen spielt das Grillen eine Rolle. Statt großer Fleischstücke kommen häufig kleinere Portionen oder Spieße auf den Rost. Marinaden mit Sojasauce, Ingwer, Knoblauch oder Sesam sorgen für kräftige Aromen. Je nach Küche kommen süße, salzige und scharfe Geschmacksrichtungen zusammen.
Damit lässt sich auch der heimische Grillabend leicht erweitern: Fleisch oder Gemüse in kleinere Stücke schneiden, marinieren und auf Spießen grillen. Dazu passen Reis, knackiges Gemüse oder ein frischer Salat.
Inspiration für zuhause
Um internationale Grillideen auszuprobieren, muss niemand den kompletten Grillabend nach einem bestimmten Land ausrichten. Schon eine neue Marinade, eine Kräutersauce oder eine ungewohnte Beilage bringt Abwechslung auf den Tisch.
So kann neben dem klassischen Grillgut eine Schale Chimichurri stehen, Gemüse mediterran gewürzt werden oder ein Spieß asiatische Aromen bekommen. Gerade diese Mischung macht den Reiz aus: Der Grill bleibt derselbe, aber geschmacklich kann die Reise einmal rund um die Welt gehen. (red)

