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Abheben für einzigartige Bilder

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Die Welt von oben zu sehen, das ist eine faszinierende Erfahrung, die längst nicht mehr nur professionellen Filmern und Fotografen vorbehalten ist. Kameradrohnen eröffnen Hobbyfliegern neue Möglichkeiten und zeigen auch Vertrautes wie  in neuen Zusammenhängen. Wenn man sich dabei an die geltenden Regeln hält, verspricht diese Freizeitgestaltung ungetrübtes Vergnügen

Die Welt von oben zu sehen, das ist eine faszinierende Erfahrung, die längst nicht mehr nur professionellen Filmern und Fotografen vorbehalten ist. Kameradrohnen eröffnen Hobbyfliegern neue Möglichkeiten und zeigen auch Vertrautes wie in neuen Zusammenhängen. Wenn man sich dabei an die geltenden Regeln hält, verspricht diese Freizeitgestaltung ungetrübtes Vergnügen

Eutin (aj). Sein erstes fotofähiges Flugobjekt hat Tim Grünewald selbst gebaut. 17 Jahre alt war er seinerzeit und Kameradrohnen kannte man noch nicht. Aus einem Modellhubschrauber, einem alten Fotoapparat und Klebeband konstruierte Bastler Grünewald eine fliegende Kamera. 30 Jahre später steht er im Seepark und verfolgt mit aufmerksamen Blicken, wie sich seine Drohne über den Großen Eutiner See hinweg auf das Schloss zu bewegt. Bis in 100 Meter Höhe lässt er sie steigen, kaum mehr auszumachen ist sie am blauen Himmel. Zu sehen aber sind die Bilder, die sie macht, auf dem Display des Smartphones, das Tim Grünewald in die Fernbedienung eingesetzt hat.
 
Beeindruckende Aufnahmen, wahlweise im Foto- oder im Videomodus. Dass die Qualität so gut ist, liegt daran, dass sowohl Kamera als auch Fluggerät stabilisiert sind. Es ist dieses stimmige Zusammenspiel, das Grünewald bewogen hat, sich nach vielen Jahren wieder mit seinen alten Hobbies zu beschäftigen: „Ich wollte Fliegerei und Fotografie verbinden“, sagt er. Um Weihnachten herum hat er sich die Drohne gekauft, ein gängiges Modell, wie man es in Elektrofachmärkten bekommt. „Die Steuerung ähnelt der von Spielkonsolen“, beschreibt er die Handhabung. Auch für weniger erfahrene Flieger als ihn sei das Gerät schon nach kurzer Zeit gut zu handhaben.
 
Dass der zweifache Vater trotzdem ein Einstiegsalter von etwa 16 Jahren empfiehlt, liegt dann auch weniger an der Entwicklung der Fingerfertigkeit: „Es gibt viele Bestimmungen für Nutzung von Drohnen, da ist es gut, wenn man schon etwas reifer ist“, erklärt er. Was erlaubt ist und was verboten, ist klar geregelt. Dabei wird zwischen privatem und gewerblichem Gebrauch unterschieden. Tabu sind für Hobbyflieger Wohngebiete, Menschenansammlungen, Naturschutzgebiete, Bundesstraßen und Bundeswasserwege, das „Recht am eigenen Bild“ ist generell zu achten.
 
Eine detaillierte Auflistung der jüngst neugeregelten Bestimmungen ist unter anderem auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums www.bmvi.de unter dem Suchbegriff „Drohnen“ zu finden. „Wichtige Voraussetzung für den Betrieb ist der Abschluss einer speziellen Haftpflichtversicherung, außerdem sind auf einer Plakette Name und Anschrift verzeichnet“, erläutert Tim Grünewald. Auch eine App der Deutschen Flugsicherung hat er installiert.
 
Die Reaktion auf sein „unbemanntes Flugobjekt“, so die offizielle Bezeichnung, erlebt er als teilweise skeptisch, überwiegend jedoch positiv: „Manchmal gibt es Fragen, was ich denn da mache. Da klingt die Angst, ausspioniert zu werden, mit. Bei anderen Leuten ist es einfach das Interesse am Gerät und seinen Möglichkeiten, dass sie fragen lässt“, berichtet der 47jährige. Um Irritationen zu vermeiden, trägt er häufig eine Warnweste, wenn er die Drohne aufsteigen lässt: „Dann bin ich gut zu erkennen und niemand hat das Gefühl, ich hätte etwas zu verbergen.“
 
Im Eutiner Seepark zeigt sich, was er schildert: Von neugierigen, faszinierten Blicke wird der Flug begleitet. Eine Frau meint: „Das ist ja ganz schön laut.“ In der Tat ist die Drohne bis zu einer gewissen Flughöhe nicht zu überhören. Tim Grünewald hat sie mit abgefeilten Flügelenden ausgestattet, um die Lautstärke zu reduzieren. Die Videoaufnahmen, die er macht, kann er direkt vor Ort mit einem automatischen Programm zu einem mit Musik unterlegten Filmclip zusammenstellen lassen, beispielsweise um das Erlebte mit Freunden und Bekannten auf youtube oder instragramm zu teilen. In erster Linie aber ist es die ganz persönliche Freude am wiederentdeckten Hobby, die ihn nach lohnenden Motiven Ausschau halten lässt: „Wenn ich irgendwohin will, plane ich schon Kamerawege.
 
Ich habe die Drohne immer im Kofferraum“, verrät er. Irgendwann einmal möchte er einen Imagefilm über Eutin drehen: „Nicht, um damit Geld zu verdienen, sondern einfach, weil ich die Stadt so toll finde“, erzählt der Eutiner. Auf seinem Display ist dabei der Seepark zu sehen, eingebettet zwischen Fissauer Bucht und Stadtbucht, unbegrünt noch, eine Komposition aus Formen und Farben. Und man versteht genau, was Grünewald meint.



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