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Ein Abschied voll Musik

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Donnerstag  ist der letzte Schultag als Lehrer für Dirk Maas.

Donnerstag ist der letzte Schultag als Lehrer für Dirk Maas.

Süsel (aj). In den letzten Tagen ist es öfter vorgekommen, dass Dirk Maas mit freundlicher Bestimmtheit aus dem Lehrerzimmer der Süseler Grundschule geschickt wurde: „Es hieß dann: ‚Geh mal Aufsicht schieben!‘ und ich wusste: Da wird etwas geschmiedet!“, erzählt Dirk Maas eine Woche vor seiner Verabschiedung in den Ruhestand. Er rechnet also mit Überraschungen am morgigen Donnerstag, wenn nach 37 Jahren sein letzter Schultag gefeiert wird. Das offizielle Programm kennt er natürlich: Mit einer musikalischen Darbietung seiner Klassen begeht er das Ende des Berufslebens. Es ist ein Schlusspunkt hinter einen Weg, der ihm nicht vorgezeichnet war, den er für sich selbst finden musste und der genau deshalb der richtige war für den Tischlersohn aus Heikendorf. Es sind die Zeiten des politisierten Denkens, als Maas 1973 Abitur macht und ihm gefällt die Idee, seinen Teil dazu beizutragen „mit Bildung die Gesellschaft voranzubringen“. Seit 1972 ist er SPD-Mitglied. Er studiert in Kiel Lehramt für Grund- und Hauptschule mit Schwerpunkt auf Mathematik und WiPo. Nach Zwischenstationen in Ahrensburg und Ahrensbök kommt er 1982 nach Süsel und bleibt: „Ich bin ein bodenständiger Mensch. Ich liebe es, Wurzeln zu schlagen und mich immer tiefer zu verzweigen“, sagt er. Wie ein Baum, der auf festem Grund stehe und stetig wachse. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Maas, mit der er seit 1980 verheiratet ist, richtet er ein in die Jahre gekommenes Haus her und zieht zwei Kinder groß. Sein Schulweg ist nur 500 Meter lang. Nähe ist ihm wichtig, genau wie die professionelle Distanz, ohne die ein Pädagoge nicht reflektiert arbeiten kann: „Man muss sich immer fragen: was war gut und was kann ich noch lernen“, davon ist er überzeugt. Beispiel fürs Lernen ist die Musik, die er für sich entdeckt: „Es gab einen Musiklehrermangel“, erinnert er sich. Maas besucht Fortbildungen und schließt die Lücke. Dass Musik einer der Fixpunkte im Süseler Schulalltag ist, ist auch sein Verdienst, genau wie die Einrichtung des Musikraums. Er singt mit den SchülerInnen, von denen viele durch ihn ihre Stimme finden. Aufführungen werden einstudiert, bei 20 hat er aufgehört zu zählen. Längst sitzen die Kinder seiner Schützlinge vor ihm im Klassenraum. Am morgigen 31. Januar um 17 Uhr hebt sich der Vorhang zur offiziellen Verabschiedung in der Pausenhalle und natürlich wird es ein Musical zu sehen und zu hören sein. Anschließend wird intern gefeiert - im Musikraum der Schule mit den KollegInnen, denen er sich immer verbunden gefühlt hat. „Lampenfieber“ hat Dirk Maas vor diesem Tag. Allem, was danach kommt, blickt er mit Gelassenheit entgegen. Nach 43 Jahren, davon 36 in Süsel, freut er sich auf die Zeit, die er jetzt haben wird. Denn Muße war ein rares Gut für den Lehrer Dirk Maas, den Gemeindevertreter, den ehrenamtlichen Bürgermeister in der schwierigen Zeit der Verwaltungsreform, den Musiker, Bastler, den Ehemann und Vater. Zwei kleine Enkelkinder freuen sich auf ihn, mit der Liebsten wird er sich dem Jazz widmen, in seinem Ensemble TriBunt Musik machen, in der kleinen Werkstatt tischlern. Und er wird die Augen offen halten und die Früchte pflücken, die ihm das Leben bereithält. So, wie er es immer getan hat.



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