Reporter Eutin

„Für Kinder zu arbeiten, macht immer Spaß“

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Ahrensbök (ed). Kaum ist die Baumbank fertig, ist sie schon besetzt: Mia und Tyler haben sich hier im Schatten niedergelassen und verspeisen genüsslich ihr Frühstück. André Jacobi und Werner Schütt freuen sich, dass ihr Werk so gut angenommen wird. “Ist das gemütlich?” fragen sie die zwei Lütten und ernten ein begeistertes Nicken. André Jacobi und Werner Schütt sind langzeitarbeitslos und derzeit in einer Aktivierungsmaßnahme der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Lübeck – in der Kreativwerkstatt der FAW arbeiten die beiden mit Holz. Hier entsteht unter fachlicher Anleitung aus vorwiegend altem Material Neues, wie die Baumbank aus honigfarbenem Douglasienholz, die sich jetzt einmal rund um das Ahornbäumchen auf dem Außengelände des Kindergartens Brummkreisel in Ahrensbök biegt.
Es ist eine Kooperation der besonders schönen Art, denn während die Kinder sich über ihre neue Baumbank freuen, freuen die beiden Herren sich sichtlich, dass die Kinder so einen Spaß an ihrer Arbeit haben. Und das ist ein sehr schöner Nebeneffekt der Kooperation: “Das Jobcenter Ostholstein vermittelt uns Langzeitarbeitslose aus dem Hartz IV Betrieb”, erklärt Ingo Sonntag, Koordinator bei der FAW und Vermittler der Kooperation zwischen KiTa und Akademie, “die dann bei uns in den Werkstätten unter fachlicher Anleitung arbeiten – die Produkte verleihen wir dann an gemeinnützige Einrichtungen wie Kindergärten.” Diese Maßnahme soll einerseits zeigen, dass nicht alle Langzeitarbeitslosen über einen Kamm zu scheren sind. Werner Schütt und André Jacobi lieben es, mit Holz zu arbeiten und daraus Schönes zu fertigen, können aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Vollzeit arbeiten oder schwer tragen. Arbeiten wollen sie aber trotzdem und sind von Herzen froh, es in der Aktivierungsmaßnahme zu können. Die Maßnahme aber läuft nur bis zu zwei Jahre lang, kann unter gewissen Umständen nur verlängert werden – das wünschen beide sich sehr. Oder einen Arbeitgeber, der sie nach ihren Möglichkeiten beschäftigt, an Qualifikation mangelt es den beiden nicht. Andererseits soll die Maßnahme auch das Selbstwertgefühl der Teilnehmer stärken, erklärt Ingo Sonntag, “und zu sehen, wie sehr die Kinder und die Erzieherinnen ihre Arbeit schätzen, trägt dazu natürlich bei.” So sind in der Kreativwerkstatt auf Wunsch des Brummkreisels schon Zaunblumen entstanden – große Blüten aus Holz mit einer Fläche aus “Tafelfolie”, auf der die Kinder mit Kreide malen können. Nur die Baumbank ist noch besser: “Mit der Baumbank als Dauerleihgabe ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen”, strahlt Heike Schreiber, die Leiterin des Kindergartens Brummkreisel, mit ihren Kindern um die Wette, “die Kinder haben sich sehnlich so eine Baumbank gewünscht, deshalb ist es besonders schön, dass die Herren uns diesen Wunsch erfüllt haben.” Obwohl es teilweise echte Fummelarbeit gewesen sei, die Baumbank zu bauen, hatten die beiden großen Spaß dabei: „Für Kinder zu arbeiten“, sagt André Jacobi, „macht immer Spaß.“
Und die Kooperation zwischen Kindergarten und Fortbildungsakademie hat weitere Blüten getrieben, denn neben der Kreativwerkstatt gibt es bei der FAW auch „die Experimentellen“ – und da ist der Name Programm: In dieser Maßnahme stellen die Teilnehmer die tollsten Experimente her, die dann an Kindergärten ausgeliehen werden. Murmelbahnen, Klopfofone, Zerrspiegel, Luftpumpen-Fahrstühle, Klangräder – spielerische Experimentierstationen aus den Bereichen Akustik, Elektrizität, Mechanik und Optik sind es, die bei Kindern den Forscherdrang wecken und einen Riesenspaß machen. Auch diese Experimente werden an Kindergärten, Schulen und ähnliches ausgeliehen. Und wie es der Zufall will, passen sie perfekt zum Jahresthema in der KiTa Brummkreisel, das nämlich lautet „Junge Forscher unterwegs“. Das ganze Kindergartenjahr über wurden in den Gruppen die unterschiedlichsten Themen erarbeitet und ausprobiert – von Magnetismus über Farbexperimente, das Erforschen von Wasser, von Pflanzen und ihrem Wachstum bis hin zur Schneckenforschung, für die eigens ein Terrarium angelegt wurde und die fleißig Nachwuchs produzieren. “Toll war auch das Experiment mit dem Ei und dem Essig”, lacht Bärbel Peters, die Leiterin des benachbarten Hauses Pusteblume, “man kann dann nämlich durch das Ei hindurch gucken.” Der Höhepunkt des Forscherjahres waren nun die Sommerfeste der beiden Häuser. Dafür hat die FAW eine ganze Menge ihrer Experimente vorbeigebracht, die Kinder und Eltern mit Begeisterung gemeinsam ausprobierten. “Denn erzählen kann man ja viel”, schmunzelt Heike Schreiber, “aber wenn die Eltern sehen und mitmachen, was ihre Kinder so erforschen und lernen, das ist etwas ganz anderes.” So rundeten die Experimente der Experimentellen die Sommerfeste auf besonders schöne Weise ab – interessierte Kindergärten sind herzlich eingeladen, sich bei der FAW über die Möglichkeiten zu informieren.



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