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Im Container lernt es sich gut!

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Eutin (aj). Container – das klingt erst einmal kalt, ungemütlich und wenig nach einem Klassenraum, in dem man gern lernt. Aber weit gefehlt, denn: Container – das ist hell, warm und modern und hat so gar nichts mit den maroden Klassenräumen gemeinsam, in denen normalerweise am Kleinen See unterrichtet wird. Das jedenfalls sagen die, die es wissen müssen: die Kinder der Klasse 4e. Für sie war der erste Tag nach den Herbstferien eine echte Überraschung. Seitdem nämlich lernen sie in einem der zwei Container-Klassenzimmer, mit denen die Stadt als Schulträger auf die Raumknappheit der Gustav-Peters-Grundschule am Standort Am Kleinen See reagiert: „Ich hatte ganz vergessen, dass wir in den Container umziehen und dann war das unbeschreiblich“, erzählt Levin am vergangenen Donnerstag. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Mädchen und Jungen längst mit dem neuen Domizil vertraut gemacht und an den Fenstern prangen schon die ersten bunten Basteleien. „Zuerst hatten sich vorher manche Sorgen gemacht, weil wir dachten, die Container wären viel kleiner“, erinnerte sich Lilly. Der Platz aber reicht gut aus für die 25 Schülerinnen und Schüler, von denen alle etwas zu nennen wissen, das ihnen an dem neuen Klassenraum gefällt. „Ich kannte so eine Tafel gar nicht“, meinte Paul zu dem Whiteboard. In den Räumen der in die Jahre gekommenen Grundschule hängen ausschließlich die grünen Kreidetafeln. Auch Klassenlehrerin Maren Siewert musste sich erst an die moderne Ausstattung gewöhnen. Was ihr nicht schwerfiel, denn der Umzug ist eine Verbesserung. Nicht zuletzt für das Lernklima und das ganz buchstäblich: „Die Temperatur lässt sich gradgenau regulieren, hier schimmelt nichts und dank der Jalousien blendet auch die Sonne nicht“, sagt die Pädagogin. Vom Kollegium wird sie beneidet und auch die Kinder berichten, dass viele Klassen gern tauschen würden: „Meine Schwester wäre auch gern hier“, meinte Leen. Zurück in das alte Schulgebäude will aus der 4e jedenfalls niemand.
Wann das durch einen modernen Bau ersetzt werden wird, ist noch nicht zu sagen. Der politische Beschluss für einen Neubau liegt vor, aber konkrete Planungen gibt es noch nicht. Der Eutiner Antrag auf Fördermittel für Schulbauten und -sanierungen ist jüngst abgelehnt worden. Für Projekte wie den Grundschulneubau am Kleinen See, die Errichtung der Dreifeldhalle am Alten Güterbahnhof und die Erweiterung der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule bedeute das gar nichts, betont Bürgermeister Carsten Behnk auf Anfrage. Die Umsetzung solcher Vorhaben hänge nicht von der Förderung ab: „Das Land hat das falsch eingeschätzt“, so Behnk. Um die Fördersumme von 139 Millionen Euro hätten sich deutlich mehr Schulträger beworben als offenbar angenommen: „Außerdem ist das Auswahlverfahren intransparent“, bemerkt der Verwaltungschef. Nun hoffe man darauf, eventuell nachrücken zu können. Eine neue Schule aber soll über kurz oder lang in jedem Fall her. Was die haben muss, wissen die Kinder der 4e genau: „Mehr Technik!“, „Licht und Farbe!“ und „Mehr Spielgeräte!“ ist zu hören. Und irgendjemand ruft auch: „So wie der Container müsste sie sein!“



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