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Kirchengemeinderat will Durchgangsverkehr reduzieren

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Diesen Weg hat Elke Huthsfeld viele Jahre zur Familiengrabstelle genommen, die im Hintergrund an das Kindergartengelände grenzend zu erkennen ist. Der Zugang wird nicht wieder geöffnet werden, weil dort immer wieder Menschen ihre Notdurft verrichteten.

Diesen Weg hat Elke Huthsfeld viele Jahre zur Familiengrabstelle genommen, die im Hintergrund an das Kindergartengelände grenzend zu erkennen ist. Der Zugang wird nicht wieder geöffnet werden, weil dort immer wieder Menschen ihre Notdurft verrichteten.

Ahrensbök (aj). Seit vielen Jahren pflegt Elke Huthsfeld das Familiengrab, in dem die Großeltern, die Mutter und deren Lebensgefährte ihre letzte Ruhestätte haben. Dafür, so erzählt sie, komme sie einmal wöchentlich auf den Ahrensböker Friedhof, im vergangenen heißen Sommer sogar öfter: „Normalerweise habe ich immer den Eingang von der Klosterstraße aus benutzt, dann war ich in wenigen Schritten direkt am Grab“, sagt die Rentnerin, die wegen eines Rückenleidens keine längeren Strecken mehr gehen kann. Dieser Zugang ist jetzt verschlossen: „Wir kamen am 23. September, haben wie üblich in der Klosterstraße direkt dort mit dem Auto geparkt, wo wir seit eh und je den Zugang zum Friedhof nutzen, und haben völlig überrascht festgestellt, dass der verschlossen war“, erzählt die Harmsdorferin. Es bleiben ihr zwei Eingänge: Die neu gepflasterte, barrierearme Route vorbei am Kirchenbüro oder ein zweiter Weg von der Klosterstraße aus. Beides ist für die ältere Dame deutlich beschwerlicher als die gewohnte Lösung: „Ich weiß nicht, warum dieser Eingang nach all den Jahren plötzlich nicht mehr offenstehen darf“, meint sie. Eine Frage, für die Volker Schmechel vollstes Verständnis hat. Aber als Mitglied des Kirchengemeinderates habe er neben der Sicht der einzelnen Menschen immer auch das Gemeinwohl im Blick. Er erläutert den Hintergrund, der ausschlaggebend für die Umsetzung der Schließung war: „Wir haben als Kirchengemeinderat den grundsätzlichen Beschluss gefasst, den Durchgangsverkehr auf dem Friedhof deutlich zu reduzieren“, sagt er auf Nachfrage. An der Stelle, um die es geht, sei die Nutzung des Geländes durch Passanten besonders problematisch gewesen, beschreibt er: „Es ist gerade dort immer wieder dazu gekommen, dass der Friedhof dazu genutzt wurde, die Notdurft zu verrichten. Das wollten wir unterbinden“, so Schmechel.
Elke Huthsfeld, die immer in Begleitung ihrer Tochter Jasmin Huthsfeld zur Grabpflege kommt, wird nun also auch künftig Geräte, Blumenerde und Pflanzen über den Zaun reichen und den längeren Weg außen herum nehmen müssen. Eine Mühe, die sie auf sich nehmen wird, solange es die Kraft zulässt, denn dass sie sich selbst um die Ruhestätte kümmert, die seit 69 Jahren in Familienbesitz ist, bedeutet ihr viel: „Viermal ist der Vertrag für die Grabstelle schon verlängert worden“, berichtet sie. Auch das Grab ihrer Tante ein paar Meter entfernt ist bei ihr in den besten Händen. Nach getaner Arbeit, oder auch zwischendrin, wenn der Rücken schmerzt und eine Pause nottut, nimmt sie sich die Zeit für Erinnerungen oder hält Zwiesprache mit den Lieben, die auf dem Ahrensböker Friedhof liegen. Besonders eng ist ihr Verhältnis zum Großvater gewesen, der für die Seniorin die wichtige Vaterrolle übernahm: „Er war mein Ein und Alles. Und darum ist das hier auch eine persönliche Gedenkstätte für mich“, erklärt sie. Nicht zuletzt deshalb kommt es für sie nicht infrage, einen Gärtner zu beauftragen. „Ich will selber hierherkommen!“, ist sie entschlossen. Immer dabei hat sie für ihre Friedhofsbesuche einen Küchenhocker. Darauf setzt sie sich, wenn sie ausruhen muss, denn sie möchte gern am Grab verharren und nicht am belebten Hauptweg, an dem Bänke stehen. Was das anbelangt, kann Volker Schmechel Erleichterung in Aussicht stellen. Zwar würden für die Winterzeit die Bänke untergestellt, aber im Frühjahr könnte eine Sitzgelegenheit im unteren Bereich des Friedhofes platziert werden: „Die Bänke sind nicht fest montiert, das ist also möglich“, überlegt das Kirchengemeinderatsmitglied. Für Elke Huthsfeld wäre das eine große Erleichterung.



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