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Manager in Zeiten der Veränderung

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Eberhard Rauch wird am 1. April sein Amt als ehrenamtlicher Bosauer Bürgermeister antreten.

Eberhard Rauch wird am 1. April sein Amt als ehrenamtlicher Bosauer Bürgermeister antreten.

Bosau (aj). Einen Monat liegt die Wahl zurück, bei der Eberhard Rauch mit zehn von 18 Stimmen von der Bosauer Gemeindevertretung zum Bürgermeister gewählt wurde. Am 1. April wird er das Amt von seinem Vorgänger Mario Schmidt übernehmen und damit beginnt ein neues Kapitel für die Gemeinde Bosau: Rauch wird ihr nämlich als Ehrenamtler vorstehen und nicht wie Schmidt als geschäftsführender Bürgermeister des Amtes Großer Plöner See die Verwaltung leiten. Diese Aufgabe wird dann der Leitende Verwaltungsbeamte Stefan Dockwarder innehaben. Die Außenstelle des Amtes in Hutzfeld bleibt erhalten: „Damit haben die Bürgerinnen und Bürger weiterhin einen Anlaufpunkt“, sagt der künftige Bürgermeister. Was sich im Einzelnen ändern wird, ist Thema eines Informationsabends am heutigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Haus Schwanensee. Es ist einer von vielen Terminen, die Rauch dieser Tage in Vorbereitung auf seinen Amtsantritt zu absolvieren hat. Der 75jährige nimmt es ebenso wie das künftige Arbeitspensum gelassen: „Ich traue mir diese Aufgabe zu“, erklärt er bestimmt. Seit 19 Jahren lebt der ehemalige Bundeswehroffizier in Bosau. Elf Jahre lang war er Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön, in der Kommunalpolitik engagiert sich das CDU-Mitglied seit 16 Jahren, davon zehn Jahre lang als Vorsitzender des Bauausschusses. Dass er nach vielen Jahren der berufsbedingten Ortswechsel am Großen Plöner See eine Heimat gefunden hat, verdankt sich einem Zufall, der sich für ihn als Glück herausgestellt hat: „Mein ältester Sohn war nach Bad Oldesloe gezogen, wir suchten nach einer Bleibe in der Nähe und fanden in Bosau ein schönes Haus“, erinnert er sich. Rauch ist geschieden, vier Kinder hat er großgezogen, ist fünffacher Großvater und freut sich über zwei Urenkel. Neben der Familie ist es die Liebe zur Malerei, die den Privatmann Rauch ausmacht: „Ich habe auch überlegt, Kunst zu studieren. Aber Zeichenlehrer wollte ich nicht werden“, erzählt der Hobbymaler, der sich für die Expressionisten wie Paul Klee begeistert und den die Passion für die Fliegerei schließlich zur Bundeswehr brachte. Derzeit steht er nicht allzu oft an der Staffelei, aber er hat seiner Liebe zur Kunst einen eigenen Raum gegeben: Im Erdgeschoss seines Hauses betreibt er eine Galerie mit Gastronomie. Im Sommer kommen Touristen und Stammgäste gern auf ein Glas Wein oder ein Stück Blechkuchen hierher. Der (Bier-)Garten könnte zu einem Ort werden, an dem man mit dem Bürgermeister ganz informell über dies und das sprechen kann. Wichtige Themen für Rauch sind neben der Umstrukturierung der Verwaltung die Etablierung eines Gewerbegebietes in Hutzfeld - „Der Aufstellungsbeschluss ist gefasst“ - , die Sicherung des Schulzentrums und der drei Kitas und die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs: „Bislang gibt es keine Busverbindung nach Plön“, konstatiert er. Der Kreis Ostholstein arbeite hier an einer Lösung. Auch den Zustand der insgesamt 65 Kilometer Gemeindestraßen hat Rauch auf der Agenda: „Es gibt da einen Nachholbedarf“, so sein Urteil. Er werde versuchen, beim Land Fördermittel zu akquirieren. Der Windkraft steht er aufgeschlossen gegenüber. Einen Platz weit oben in der Prioritätenliste nehmen außerdem die Freiwilligen Feuerwehren ein: „Wir haben acht Ortswehren, die nicht nur für den Brandschutz und Rettungseinsätze, sondern auch in ihrer sozialen Bedeutung unverzichtbar sind: Ohne die Feuerwehren geht in so einer Gemeinde gar nichts“, ist Rauch überzeugt. Entsprechend wichtig ist ihm die Ausstattung der Blauröcke sowie deren Nachwuchswerbung. Viele Themenfelder, die er in einem Spagat zwischen dem Amt und der Funktion als Fraktionsmitglied zu beackern haben wird. Und natürlich braucht auch der angestrebte enge Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern, zu Vereinen und Institutionen Raum: „Ich werde zum Beispiel gern bei einem Spiel der SG Sarau/Bosau zuschauen“, kündigt der gebürtige Münchener an, der übrigens Mitglied des FC Bayern ist. Wenn es der Kalender erlaubt, möchte er weiterhin Luft für zwei bis drei Termine als Kirchenführer durch St. Petri haben. Bange ist er nicht vor dem Pensum, das ihn erwartet: „Als Ruheständler habe ich die Zeit dafür. Man muss managen können - und das habe ich in den 40 Jahren bei der Bundeswehr gelernt“, meint er ruhig und schiebt hinterher: „Ich freue mich, dass es bald richtig losgeht!“



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