Reporter Eutin

RetterIn für den Feuerwehrkasper gesucht

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Fassensdorf (ed). Wo immer die Fassensdorfer Feuerwehrhandpuppenbühne ihr Theater aufbaut, wo immer ihr Vorhang aufgeht und wo immer Kasper, Seppel, die Oma und natürlich der Gemeindewehrführer die „Bühne“ betreten: Die kleinen Zuschauer jubeln. In fast allen Kindergärten des Landes, auf unzähligen Dorffesten hatte das Team um Edwin Schultz schon seine Auftritte. Ihre Stücke sind weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt – jedes Kind weiß dank Opa Eddys 90. Geburtstag, wie man Geburtstagskerzen ordentlich anzündet und wie man die Feuerwehr ruft. Zum Jahresende will Edwin Schultz in den Handpuppenbühnen-Ruhestand gehen – und da sich derzeit kein Nachfolger für ihn als Organisator, als Handpuppenspieler, Koordinator und Roadie findet, droht auch für den Feuerwehrkasper das Aus.
„Man muss aufhören können“, sagt Edwin „Eddy“ Schultz, „denn sonst leidet irgendwann die Qualität und das haben die Kinder nicht verdient.“ Die Kinder sind das Allerwichtigste für ihn – für sie ist er seit 18 Jahren unterwegs mit Kasper, Seppel und Co. Wenn die Lütten sich freuen über Kasper und seine Abenteuer, etwas mitnehmen aus den Stücken mit brandschutzerzieherischem Hintergrund, ist alles gut.
2001 hat Eddy Schultz die Feuerwehrhandpuppenbühne Fassensdorf gegründet – und alles nur, weil der ehemalige Wehrführer Günther Claasen sich zum Abschied wünschte, dass der Kasper nochmal ins Dorf käme, so wie früher, als regelmäßig Kasperlebühnen über die Dörfer gefahren sind. Also machte sich die Fassensdorfer Wehr daran, ihrem Chef diesen Wunsch zu erfüllen: „Wir haben dann ganz provisorisch ein Stück auf die Bühne gebracht“, erzählt Eddy Schultz, „in dem es natürlich um die Feuerwehr ging – und die Kinder waren begeistert.“ Der Süseler Pastor Hieber hörte davon und fragte, ob er wohl nochmal auf dem Süseler Gemeindefest spielen würde – natürlich kam der Kasper auch nach Süsel und löste auch hier Begeisterungsstürme aus. Und wie Eddy Schultz nunmal ist, wenn er was macht, macht er es richtig. Als ausgebildeter Brandschutzerzieher witterte er die Chance, Kindern nachhaltig und fröhlich die Gefahr des Feuers zu vermitteln – und die richtige Reaktion. Eine Bühne wurde angeschafft, Puppen, Technik „und dann haben wir losgespielt“, erinnert er sich, „und die Kinder waren immer begeistert.“ Der Erfolg sprach sich herum und bald stand der Auftritt der Fassensdorfer auf der Jahresliste zahlreicher Kindergärten – und war bei Dorffesten ohnehin gesetzt. Opa Eddys 90. Geburtstag, Kasper steckt fest, Die Adventskerze, Lodrian und die Pommes – Stücke rund um die Feuerwehr und ihre Arbeit. Von den 850 Vorstellungen hat Eddy Schultz vier versäumt. „Einfach, weil es einen Riesenspaß macht“, sagt er, „und weil es wichtig ist. Die Kinder behalten, was der Kasper sagt, und erklären es anschließend ihren Eltern. Da darf man keinen Quatsch auf die Bühne bringen.“
Es ist zu spüren, dass Eddy Schultz die Bühne und den damit verbundenen Verein nicht gern aufgibt. Aber weil die Auftritte Zeit kosten, ist das Team der Feuerwehrhandpuppenbühne immer weiter geschrumpft – heute sind es vorwiegend Eddy Schultz, ein Techniker und eine weitere Spielerin, oftmals springen seine Frau, seine Schwester und seine Kinder ein, damit die Auftritte stattfinden können. „Sonst hätte ich nächstes Jahr noch weitergemacht“, sagt Eddy Schultz, „aber das scheitert daran, dass einfach nicht mehr genug Leute da sind, um die Auftritte gewährleisten zu können.“ Aus „Personalnot“ haben die Puppenspieler die Stücke schon so umgeschrieben, dass zwei Spieler ausreichen – „und einen Techniker braucht man“, gibt Eddy Schultz zu Bedenken, „optimal wären sieben Leute pro Auftritt, zum Auf- und Abbauen, zum Spielen, Für Licht und Ton.“ Derzeit sind es maximal drei, die unterwegs sind. Und findet sich niemand, der– am besten mit einem ganzen Team – die Bühne übernimmt, gibt es nach dem Jahresende keinen Feuerwehrkasper aus Fassensdorf und damit auch keine spielerische, fröhliche und nachhaltige Brandschutzerziehung mehr. Daher sucht Eddy Schultz jetzt einen Nachfolger mit Zeit und Lust, mit Kindern zu arbeiten. Er hinterlässt einen erstklassigen „Hausstand“: Die Handpuppenbühne ist tipptop, auf dem neuesten Stand der Technik, mit Anhänger, Headsets, Bühne und 25 handgeschnitzten Puppen, die bei jedem Auftritt die Kinder begeistern. Sieben Stücke sind mit im Paket. „Wenn einer sagt: Ich mach das“, so Eddy Schultz, „und er überzeugt mich, dann kann er das gern alles übernehmen.“
Derjenige, der die Feuerwehrhandpuppenbühne übernimmt, braucht Zeit und ein großes Herz für Kinder – die Auftritte in den Kindergärten sind naturgemäß vormittags, auf Festen steht auch schonmal ein Wochenendauftritt an, aber der Jubel der Kinder entschädigt für eine ganze Menge Arbeit und Zeit. Er ist sich bewusst, dass die Fußstapfen, die er hinterlässt, groß sind – „und ich weiß auch, dass es aufwändig ist, mit der Bühne herumzureisen“, sagt Eddy Schultz, „aber ich bin natürlich bereit, denjenigen, der das übernehmen würde, so lange zu coachen, bis er fit ist“, sagt Eddy Schultz. Auch Vorsitzender des Vereins Feuerwehrhandpuppenbühne Fassensdorf eV würde er weiter bleiben, bis sein Nachfolger bereit ist, auch diesen zu übernehmen.
Wer Interesse hat, die Feuerwehrhandpuppenbühne Fassensdorf weiterzuführen, meldet sich sehr gern unter 04521-72666 oder 0173-6255177.


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