Reporter Eutin

Zwei Schulen und die Standortfrage

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Eutin (aj). Eines kann vorab gesagt werden: Weder Sven Ulmer noch Florian Reimers ist daran gelegen, die jüngst sehr emotional geführte Debatte zum anstehenden Bürgerentscheid am 27. Mai öffentlich weiter zu befeuern. Diesen Eindruck vermitteln der Schulleiter der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule und der Konrektor der Gustav-Peters-Grundschule, der derzeit die kommissarische Leitung innehat, jeweils im persönlichen Gespräch. Besteht in diesem Punkt Übereinstimmung, trennt die Pädagogen in Sachen Schulstandort Vieles.
Während sich die Schulkonferenz der Wisserschule klar für einen gemeinsamen Schulcampus am Kleinen See ausspricht, hat das Gremium der Petersschule jüngst eine Stellungnahme vorgelegt, in der ein nur für Grundschule und Förderzentrum konzipierter Neubau an diesem Standort befürwortet wird. „Wir schauen zuerst: Was braucht die Grundschule?“, erklärt Florian Reimers. Die Antwort ist in der offiziellen Einlassung seiner Schule zu lesen: Wichtig sei ausreichend Platz in naturnaher Umgebung für die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes. Ein Ansatz, der sich ziemlich genau mit dem deckt, was sich auch Sven Ulmer für seine SchülerInnen wünscht: „Ich sehe die große Chance auf Lernen in einem naturnahen Umfeld.“ Mit dem Unterschied, dass er genau dies in einem gemeinsamen Campus mit der Grundschule für sehr gut umsetzbar hält. Argumente dafür sieht er in den Synergieneffekten, von denen beide Schulen profitieren würden, davon ist Ulmer überzeugt: „Wir sehen das in unserer Außenstelle in Hutzfeld, wo es Vorlese-Patenschaften zwischen Groß und Klein gibt und die Bibliothek von Grund- und Gemeinschaftsschule gemeinsam genutzt wird“, erklärt er. Florian Reimers überzeugt das nicht: „Unser Ziel ist ein kleines System für kleine Kinder“, macht er klar. Ein solches Konzept am Kleinen See zu verwirklichen, könnte in seinen Augen auch die Attraktivität der Außenstelle erhöhen: „Ich wünsche mir eine Aufwertung für den Grundschulstandort am Kleinen See“, fasst er zusammen. Ein Standort, den sich Grundschule und weiterführende Schule allerdings von jeher teilen: „Es stimmt mich traurig, dass häufig in der Diskussion ganz selbstverständlich von einem Grundschulstandort die Rede ist. Das war aber immer gemeinsamer Standort“, betont Sven Ulmer, der eine Erweiterung und Sanierung seiner Schule „Am Berg“ bei laufendem Schulbetrieb aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht für umsetzbar hält. In den pädagogischen Argumenten des Gustav-Peters-Schulgremiums finde sich in seinen Augen keines, was einem gemeinsamen Campus widerspräche, so Ulmer. Florian Reimers dagegen erkennt in einer räumlichen Trennung der Standorte für die GrundschülerInnen die Möglichkeit, nach Abschluss der ersten vier Klassen eine echten Neubeginn zu schaffen: „Ein anderer Standort eröffnet den SchülerInnen die Chance, einen neuen Abschnitt zu beginnen und auch alte Verhaltensmuster hinter sich zu lassen.” Die Entscheidung sei mit dem Bürgerentscheid in die Hände „der Schwarmintelligenz der Eutinerinnen und Eutiner“ gelegt, wie Ulmer formuliert. Unabhängig vom Ausgang ist sich der Schulleiter sicher, dass der vielbeschworene Schulfrieden nicht nachhaltig gefährdet sei: „Das schlägt jetzt im Wahlkampf hohe Wellen, aber es wird uns nicht auseinanderdividieren“, ist Ulmer sicher. Und auch Florian Reimers glaubt an die Kraft der sachlichen Kontroverse: „Die Grundschule wird sich nicht auf eine emotionale Diskussion einlassen.“



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