Kristina Kolbe

Richtfest: BUND Umwelthaus nimmt Form an

Neustadt in Holstein. „Nach einer langen Planungsphase nimmt das Umwelthaus langsam Form an“, mit diesen Worten begrüßte Dietmar Ulbrich, Gesellschafter des BUND Umwelthauses und Landesvorsitzender des BUND Schleswig-Holstein die zahlreich erschienenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft zum Richtfest. Er dankte vor allem den beteiligten Handwerksfirmen und freute sich, dass das Projekt nun die Zielgerade erreiche. In circa 12 Monaten soll an dem Standort wieder Umweltbildung in großem Umfang stattfinden. Diese müsse unbedingt wieder mit positiven Bildern besetzt werden. Insbesondere da die aktuelle Politik auf eine einseitige Entwicklung der technischen Infrastruktur setze. „Natur- und Umweltschutz ist unsere Lebensgrundlage. Wir müssen ihn wieder verständlich machen und seinen Stellenwert zurückbekommen“, merkte Ulbrich an.

Der Neubau des Umwelthauses wird unter Verwendung von nachhaltigen Baumaterialien und vor allem mit Firmen aus der Region errichtet. Ab Juli 2027 wird das BUND-Umwelthaus Umweltbildungskurse zu den Themen Klimaschutz und den Lebensräumen Meer, Strand und Wald anbieten.

Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) hat das Projekt von Anfang an auf politischer Ebene unterstützt. Vor acht Jahren habe sie mit den Beteiligten im Umwelthaus gestanden und erste Pläne geschmiedet. Sie betonte, dass die Stadt Neustadt und der Kreis Ostholstein stolz sein können: „Ein solches Haus wird es in Deutschland möglicherweise nicht noch einmal geben“, so die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Damit meinte sie auch den besonderen Standort des BUND Umwelthauses direkt am Strand, zwischen Ostsee und Buchenwald. Hier finde Meeresschutz vor der Ostsee statt, das verdiene eine hohe Priorität in unserer Gesellschaft.

Auch Joschka Knuth, Staatssekretär im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein hob hervor, dass dieser Bau ein Vorbildprojekt für die Umweltbildung sei. Er bezeichnete die Klima- und Artenkrise als zentrale Krisen für unseren Planeten. „Dieser Ort bietet den Zugang“, betonte er, denn wer ein Grundverständnis für das Ökosystem Ostsee habe, sei eher bereit, diese zu schützen. Im Umwelthaus würden dieses Grundverständnis und die notwendige Empathie vermittelt und so in den öffentlichen Diskurs getragen.

Die ökologische Krise sei nicht abstrakt, betonte auch Landtagsabgeordnete Silke Backsen (Bündnis 90/Die Grünen) und erinnerte an die zurückliegenden heißen Tage. Mit diesem Haus entstehe ein Ort, an dem Kinder die Ostsee erleben. „Die Menschen müssen verstehen, warum die Ostsee Schutz braucht“, so Backsen. Zwar sei der Bau mit 11,5 Millionen Euro ein gigantisches Projekt, es sei aber auch eine Investition in die Grundlage dafür, dass Umwelt- und Meeresschutz überhaupt gelinge.

Abschließend sprach Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin Sandra Redmann (SPD) ihren größten Respekt aus und wünschte wunderbare Zeiten in diesem großartigen Haus, bevor Christian Blumenthal (IBUS Architektengesellschaft) von den Herausforderungen berichtete, ein über 100 Jahre altes Gebäude zu sanieren und mit einem barrierefreien Anbau zu versehen, der sich harmonisch in den sensiblen Naturraum einfügt.

„Dieses Projekt lässt sich nur mit vielen Fördermitteln und Spenden umsetzen. Wir danken allen, die sich dafür eingesetzt haben, dass Umweltbildung an einem touristisch so attraktiven Ort wie der Neustädter Bucht diesen Premium-Platz behalten konnte“, schloss Dietmar Ulbrich. Das BMUKN und das Land Schleswig-Holstein fördern den Bau mit jeweils vier und 1,6 Millionen Euro. Außerdem konnte die BUND Umwelthaus gGmbh private Spenden, 2,3 Millionen Euro Stiftungsmittel über die GLS Treuhand sowie weitere Fördermittel von der Aktion Mensch, der KfW, der BAFA und ClimaClic - Die Klimalotterie akquirieren. (ko)


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