Ines Rosenow
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ZVO setzt auf Zukunft

Sierksdorf/Ahrensbök. Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) hat in seiner Verbandsversammlung den Jahresabschluss 2025 präsentiert und strategische Beschlüsse gefasst. Die Bioabfälle aus Ostholstein sollen mithilfe einer regionalen, geplanten Kooperation zusammen mit Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Lübeck dauerhaft ortsnah und ohne lange Transporte bei den Entsorgungsbetrieben in Lübeck (EBL) verwertet werden. Außerdem informierte der ZVO, dass die Recyclinghöfe ab 2027 ausschließlich auf bargeldloses Bezahlen umgestellt werden.

Solide Zahlen trotz hoher Investitionen

Der ZVO schließt das Geschäftsjahr 2025 bei einem Umsatz von 184,4 Millionen Euro mit einem Ergebnis von 1,97 Millionen Euro ab. Die Umsätze verteilen sich auf die Energieversorgung (99,5 Millionen Euro), Abfallwirtschaft (45 Millionen Euro), Abwasser (31,9 Millionen Euro) und Trinkwasser (21 Millionen Euro). Mit der Verpachtung des vom ZVO in den bislang unterversorgten Gebieten gebauten Glasfasernetzes wurden Pachterlöse von 2,7 Millionen Euro erzielt. „Wir haben im Jahr 2025 wieder einen hohen Betrag von 66,7 Millionen Euro in unsere Netze und Anlagen investiert, um die Ver- und Entsorgung in Ostholstein auch in der Zukunft verlässlich und zukunftssicher zu gewährleisten. Bei einem Ergebnis von knapp 2 Millionen Euro ist das ein immenser Betrag und eine große Leistung“, betonte ZVO Verbandsvorsteher Frank Spreckels.

Treibhausgasbilanz 2025: 32 Prozent weniger CO2

Seit dem Basisjahr 2020 hat der ZVO seine Treibhausgasemissionen um rund 32 Prozent reduziert. Der selbst gesteckte Zielpfad auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2032 wurde 2025 nicht erreicht.

Technische Herausforderungen im Feuerungsraum des Müllheizkraftwerks (MHKW) in Neustadt sowie Wartungsarbeiten in der Kläranlage in Ratekau trieben den Erdgasverbrauch 2025 auf rund 23.800 Megawattstunden, rund 10.000 Megawattstunden über dem Durchschnitt. Eine Zwischenrevision im Dezember 2025 habe laut Spreckels die Ursachen beseitigt, sodass bereits jetzt Verbesserungen erkennbar wären.

Die stetig steigende CO2-Steuer stelle eine zusätzliche Herausforderung dar: Für 2026 wird ein Zertifikatspreis von rund 65 Euro pro Tonne CO2 erwartet. In der Abfallgebühr stecken dadurch rund 1,5 Millionen Euro Kosten, die bei der Verbrennung des Restmülls (pro Jahr 22.000 Tonnen CO2) fällig werden.

Bioabfall langfristig in Lübeck: Regionale Kooperation statt langer Transportwege

Deutlich nachhaltiger sind getrennt erfasste Bioabfälle. Der ZVO hat dafür eine langfristige Kooperation mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL) und den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg abgeschlossen. Die Bioabfälle aus Ostholstein sollen ab dem 1. Januar 2027 in der Mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Lübeck verwertet werden.

Die dann durchgeführte Vergärung der getrennt gesammelten Bioabfälle des ZVO sei deutlich nachhaltiger. Bislang lande noch ein zu großer Teil der Bioabfälle aus Ostholstein im Restmüll und wird im MHKW verbrannt. In der Lübecker Anlage entsteht durch die Bioabfälle Biogas und Kompost, welche unmittelbar in den natürlichen Kreislauf zurückfließen.

Genau dafür braucht es mehr Biotonnen in Ostholstein: Derzeit nutzt hier nur etwa die Hälfte der Haushalte eine Biotonne. Der ZVO wird deshalb in den kommenden Monaten allen Haushalten, die weder eine Biotonne haben noch eine Eigenkompostierung betreiben, proaktiv eine Biotonne ausliefern. Kosten 2,50 Euro im Monat, mit 80 Litern Fassungsvermögen für Küchen- und Gartenabfälle, abgeholt alle zwei Wochen direkt vor der Tür.

Klärschlammtrocknungsanlage kurz vor der Inbetriebnahme

Gemeinsam mit dem Zweckverband Karkbrook und den Stadtwerken Neustadt hat der ZVO eine Klärschlammtrocknungsanlage errichtet, die die Abwärme des MHKW nutzt. Die Anlage steht kurz vor der Inbetriebnahme. Zusätzliche Brandschutzauflagen des Versicherers und der Winter hätten das Projekt verzögert. Da der ursprüngliche Start im Herbst nicht gehalten werden konnte, reichte das von den drei Partnern eingebrachte Eigenkapital nicht mehr aus. Die Verbandsversammlung hat deshalb eine Erhöhung des Stammkapitals beschlossen. „Klärschlamm besteht zu 75 Prozent aus Wasser. Ihn nass quer durch die Region zu transportieren, ist weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Diesen stattdessen mit der Abwärme aus der Abfallverbrennung zu trocknen und daraus einen nachhaltigen Brennstoff zu gewinnen: Das ist der richtige Weg. Die eingetretenen Verzögerungen ändern daran nichts“, ergänzt Hanna Liedtke, Geschäftsbereichsleiterin der Entwässerung beim ZVO.

Karte statt Bargeld: Recyclinghöfe ab 2027 werden bargeldlos

Ab dem 1. Januar 2027 akzeptieren alle Recyclinghöfe des ZVO ausschließlich bargeldlose Zahlungsmittel. Barzahlungen entfallen vollständig.

Bargeld verursachte bislang aufwändige tägliche Kassenabschlüsse, Geldtransporte und Sicherheitsrisiken für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren Kundinnen und Kunden bereits aktiv über die Umstellung. (red/mg)


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