Tote Wildvögel an den Küsten
Ostholstein. Wer aktuell an unseren Küsten und Gewässern unterwegs ist, entdeckt vermehrt tote Wildvögel. Eine mögliche Ursache dafür könnte die zugefrorene Ostsee sein. Zusätzlich verschlechterten die niedrigen Wasserstände in den vergangenen Wochen die Nahrungssuche. Die laut Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) langanhaltende Ostwindlage hatte den mittleren Wasserstand der Ostsee sogar auf einen historischen Tiefstand sinken lassen. Das betraf insbesondere Fischfresser, wie zum Beispiel Kormorane und führte zu einer Schwächung vieler Tiere. Den Vögeln in dieser Situation durch Zufütterung zu helfen, gestaltet sich laut Martin Rümmler, NABU-Referent für Vogelschutz (Naturschutzbund Deutschland), jedoch schwierig. „Viele Menschen wollen verständlicherweise hilflosen und hungernden Tieren helfen“, erklärte er. Das birge jedoch die Gefahr, dass sich bei grassierenden Infektionen noch mehr Tiere anstecken, wenn sie an bekannten Futterstellen gehäuft zusammenkommen.
Die Vogelgrippe in Ostholstein
Die Vogelgrippe ist immer noch in Ostholstein verbreitet. Seit Oktober letzten Jahres wurden durch den Kreis Ostholstein 249 tot aufgefundene Wildvögel beprobt. Bei 34 Funden wurde das Virus der Geflügelpest (H5N1) nachgewiesen. Wenn man tote oder kranke Vögel findet, sollte man diese beim Veterinäramt des Kreises Ostholstein oder beim Ordnungsamt der jeweiligen Kommune melden, um mithilfe der räumlichen und zeitlichen Erfassung dazu beizutragen, das Infektionsgeschehen zu verstehen. Zusätzlich gibt es öffentliche Vogel-Meldeplattformen wie www.ornitho.de, um Art und Fundsituation zu dokumentieren.
Verhalten bei einem Fund
Verendete oder krank erscheinende Tiere sollten nicht berührt, eingefangen oder vom Fundort weggebracht werden, um eine weitere Verschleppung der Erkrankung zu vermeiden. Auch sollten Hunde und Katzen möglichst nicht mit ihnen in Berührung kommen. „Aufgeschreckte, geschwächte Tiere verbrauchen mehr Energie als nötig und verteilen unter Umständen Krankheitserreger weiter, wenn sie verscheucht werden“, so Rümmler. Er gibt aber auch zu bedenken, dass Ansammlungen oder Häufungen toter Vögel nicht zwangsläufig auf Infektionskrankheiten hinweisen müssen. „Gerade bei Witterungsbedingungen wie in diesem Winter können mehrere Ursachen wirken, sich sogar überlagern. Ja, es gibt ein leichtes Infektionsgeschehen hinsichtlich der Geflügelpest bei Wasservögeln, aber genauso wahrscheinlich ist es, dass viele der Arten schlicht verhungern, vor allem Fischfresser, weil ihnen der Zugang zum offenen Wasser fehlt. Womöglich bedingt der schlechtere Ernährungszustand auch, dass erkrankte Vögel eher sterben, als sie es in einem milden Winter täten.“
Gefahr für den Menschen
Zwar besteht laut Robert-Koch-Institut die Möglichkeit, sich mit den bei Vögeln vorkommenden Influenza-A-Viren anzustecken, für den Menschen verhalten sich diese jedoch nicht besonders infektiös. Sollte man allerdings doch erkranken, kann es zu schweren Verläufen führen. In Deutschland sind bislang allerdings keine Fälle beim Menschen mit der Vogelgrippe bekannt geworden. (ko)

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