Marco Gruemmer

Lensahn: Jugendkümmerin im Dienst

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Neue Jugendkümmerin Theresa Stobbe (re.) vor dem Rathaus mit Amt-Mitarbeiterin Petra Rathje.

Neue Jugendkümmerin Theresa Stobbe (re.) vor dem Rathaus mit Amt-Mitarbeiterin Petra Rathje.

Lensahn. Es ist wahrlich kein Phänomen, was nur das Amt Lensahn mit seinen 588 Jugendlichen betrifft: Heranwachsende, die nichts mit ihrer Freizeit anzufangen wissen, die Langeweile und keinen Anlaufpunkt haben, die in manchen Fällen sogar mit dem Gesetz in Konflikt kommen. „Wir haben Defizite im Bereich der offenen Jugendarbeit“, fasste es Bürgermeister Klaus Winter zusammen. Daher habe man nach professionellen Lösungen gesucht, sich die Frage gestellt, was können wir in Zukunft machen, um jungen Menschen, die nicht in Vereinen oder Einrichtungen organisiert sind, Halt zu geben.
 
Seit rund drei Wochen hat Lensahn nun eine Jugendkümmerin als feste Stelle, zunächst auf ein Jahr befristet, installiert. Theresa Stobbe ist in ihren ersten Tagen damit beschäftigt ist, die Strukturen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Ihre ersten Ansprechpartner vor Ort waren die Kirchengemeinde, die Feuerwehr, die Kindergärten und Schulen. „Ich schaue zuerst nach dem Bedarf“, sagt Theresa Stobbe, die in ihrer Arbeit viel Wert auf persönliche Gespräche und Prävention legt. „Ich möchte ein offenes Ohr für alle Jugendliche haben, möchte Ziele und Wünsche ermitteln und schauen, was sinnvoll und machbar ist“, erklärt die Jugendkümmerin, die auch schon das Gespräch mit ihren Amtskollegen aus Neustadt und Grömitz gesucht hat.
 
„Wir glauben, dass dieser Weg richtig ist und hoffen, einige Jugendliche wieder in die Spur bringen zu können“, sagte Lensahns Bürgermeister Klaus Winter, der dieses als langfristiges Projekt für die Gemeinde sieht.
 
Theresa Stobbe ist 49 Jahre alt und gebürtige Ungarin. Als ursprünliche Waldorflehrerin war sie in den vergangenen Jahren in Hamburg, Bremen und in Wyk auf Föhr tätig und verfügt somit über jahrelange Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen vom Schulalter bis zum jungen Erwachsenen. Zugleich leitet sie beim Kinderschutzbund Ostholstein noch den Kurs „Starke Eltern - Starke Kinder“.
 
Ihr Büro hat Theresa Stobbe in den Räumlichkeiten der ehemaligen Fritz-Reuter-Schule in der Jahnstraße. Dort soll in naher Zukunft auch ein Jugendzimmer eröffnet werden, das nach Anmeldung für persönliche Gespräche, für Gesellschaftsspiele, zum Basteln und zum Chillen genutzt werden kann. Aktuell hat Lensahn keine Räumlichkeiten für einen Jugendtreff. Dieser Zustand soll sich spätestens mit dem Neubau der Lesehalle ändern. Ziel ist, am Standort im Ortskern dann auch einen Jugendtreff zu integrieren.
 
Die Stelle der Jugendkümmerin ist mit jährlich 35.000 Euro veranschlagt und wird vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit 19.135,55 Euro bezuschusst. Die maximale Förderperiode beträgt drei Jahre.
 Theresa Stobbe ist montags und mittwochs von 17 bis 18 Uhr sowie freitags von 14 bis 15 Uhr unter Tel. 0173/5225009 erreichbar. (mg)


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