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Marlies Henke

Mit Video: 725 Jahre Dahme – Ein Ort im Jubiläumstaumel

Dahme. Je oller, je doller: 725 Jahre Dahme wurde in der letzten Woche gebührend gefeiert. Dieses Jubiläum war aber weit mehr als nur ein Fest. Vor allem war es ein beeindruckendes Zeichen für die starke Verbundenheit und den Gemeinschaftssinn im Ort und in der gesamten Region.

Hinter dem Organisationsteam um Tourismusleiter Thorsten Dücker und Bürgermeisterin Stefanie Friedrich-Suhr liegt nun ein wahres Marathon-Event, das am vergangenen Samstag seinen glanzvollen Höhepunkt erreichte. Der Festakt umfasste ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, einen farbenfrohen, hundertemeterlangen Umzug, eine ausgelassene Party am Abend, ein spektakuläres Feuerwerk und vor allem jede Menge Anerkennung und Sympathiebekundungen für den Ort. Und so wurde einmal mehr deutlich: Dahme ist ein Ort, der gefeiert werden muss. Von Einheimischen und Langzeiturlaubern, von Wahl-Dahmern und Nachbarn, von Gästen und Urgesteinen wird er gleichermaßen geschätzt und geliebt.

„Geht es Ihnen auch so? Sie fahren in den Ort hinein, atmen tief ein und aus, die Anspannung fällt ab, und Sie werden ruhiger“, fragte Stefanie Friedrich-Suhr die Besucher auf dem Nystedplatz. Die Antwort war eindeutig: anhaltender Applaus.

Lebendige Geschichte und eine starke Gemeinschaft

Die Bürgermeisterin hob die bemerkenswerte Geschichte Dahmes hervor: Vor über 12.000 Jahren kamen die ersten „Sommergäste“, vermutlich Rentierjäger, in die Region. Funde wie steinzeitliche Grabmäler belegen eine frühe Hochkultur vor 6.000 Jahren. Der Ort erhielt seinen Namen um 1200 als „Dabie“ (Eichenhain). „Das 725-jährige Jubiläum kommt daher, weil die Zahl sich geschichtlich nahezu einwandfrei belegen lässt mit der vom Ritter Heinrich aus Dahme unterzeichneten Urkunde aus dem Jahr 1299“, erklärte Stefanie Friedrich-Suhr weiter.

Ab 1853 entwickelte sich Dahme zu einem bedeutenden Ostseebad, das sich trotz Herausforderungen wie der Jahrhundertflut von 1872, die schwere Verluste forderte, wieder aufbaute und als exklusives Ostseebad der Lübecker Bucht etablierte. Noch heute bestehen die Bäckerei Ohlandt seit 1896 und das Kaufhaus H.C. Puck seit 1899. Das Leuchtfeuer in Dahmeshöved sowie die Paasch-Eyler-Allee mit dem Bürgermeister-Werner-Specht-Park bezeichnete Stefanie Friedrich-Suhr als besondere Kleinode des Ortes.

Die Bürgermeisterin stellte zudem die Fischereitradition hervor, die trotz deren Niedergangs während des touristischen Booms der 1960er Jahre tief in Dahme verwurzelt sei. Sie lobte den Fischerverein Dahme für die Bewahrung dieses Erbes. Auch die Feuerwehr und alle anderen Vereine würden wesentlich zum sozialen Zusammenhalt beitragen, der in Dahme stark gelebt werde. „Dahme verkörpert lebendige Geschichte, Kultur und gelebte Dorfgemeinschaft“, unterstrich sie.

Landrat Timo Gaarz überbrachte seine Glückwünsche an die „heute schönste Gemeinde des Kreises Ostholstein“. Das 725-jährige Jubiläum sei eine Gelegenheit, auf die reiche Geschichte, die lebendige Gegenwart und die vielversprechende Zukunft der Gemeinde zu blicken. Auch er unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts und dankte allen, die über die Jahrhunderte hinweg dazu beigetragen haben, Dahme zu dem zu machen, was es heute ist – von Vereinen und Verbänden über die Verwaltung bis hin zur Wirtschaft, dem Tourismus und dem sozialen Bereich.

Vom Ständchen bis Medaillen: Dahmes großes Festwochenende

Wie genau Gemeinschaft gelingt, machten die Dahmerinnen und Dahmer sowie Vertreter aus den Nachbarorten vor: Viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, ihren Verein zu präsentieren, Glückwünsche zu überbringen oder ein Ständchen zu singen, wie Chaospinkie mit ihrem Song „Am Strand von Dahme“, eigens für den Ort komponiert. Der Song wird ab Freitag, dem 21. Juni auf allen gängigen Downloadportalen zu hören sein, wobei die Einnahmen den Dahmer Vereinen gespendet werden sollen.

Thorsten Dücker hatte noch weitere Überraschungen parat, wie den Einzug der Vogelberg-Musik und die offizielle Meisterehrung der B-Jugend des TSV Dahme durch den Kreisfußballverband. Die Grundschule Grube, Pastor Rüdiger Fuchs und der Gospelchor Dahme gaben ebenfalls Lieder zum Besten. Auch die Nachbargemeinden samt Bürgermeister und Touristiker zeigten starke Präsenz. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Ostseekrabben.

Der riesige Festumzug durch den Ort startete kurz darauf, gefolgt von den Feierlichkeiten auf dem Nystedplatz und einem Höhenfeuerwerk. Bereits im Vorfeld hatten Tourismus-Service, Verwaltung, Vereine, Verbände und Institutionen aus Dahme und der Umgebung eine vielseitige Jubiläumswoche mit zahlreichen Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Am Sonntag endete sie mit einem Open-Air-Gottesdienst und einem Go-Cart-Geschicklichkeitsturnier auf dem Nystedplatz. (he)


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