Marlies Henke

Einwohnerversammlung Sierksdorf: Feuerwerk und Feuerwehr standen im Fokus

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Sierksdorf. Silvester ohne Raketen? Dieses Thema sorgte für Zündstoff bei der Einwohnerversammlung der Gemeinde Sierksdorf. Am vergangenen Dienstag ging es im Haus des Gastes darum, ob das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Sierksdorf verboten werden soll oder nicht.
 
Auslöser für die Diskussion war ein Schreiben an die Verwaltung. Darin hatten sich Eigentümer von Reetdachhäusern ein generelles Feuerwerksverbot in Sierksdorf gewünscht. „Angesichts der Brandgefahr ist Silvester für uns seit 30 Jahren der schlimmste Tag des Jahres“, betonte ein Betroffener während der Versammlung.
Höhenfeuerwerk sei im Umkreis von 200 Metern von reetgedeckten Häusern untersagt, das werde jedes Jahr vor Silvester öffentlich bekannt gegeben, erläuterte Bürgermeister Bernhard Markmann, räumte aber ein, dass sich kaum jemand daran halten würde. „Darum wollen wir zur Diskussion stellen, wie wir in den Gremien der Gemeindevertretung damit umgehen sollen.“
Im Haus des Gastes entflammte daraufhin ein Meinungsaustausch zwischen Befürwortern und Gegnern eines solchen Verbotes. Die eine Seite führte wirtschaftliche Aspekte an. Die Region lebe vom Tourismus, vor allem sei das Silvesterfeuerwerk am Strand ein wichtiges Event. Feuerwerk zum Jahreswechsel sei aber auch einfach Tradition.
 
„Der Spaß und die persönliche Freiheit müssen dort aufhören, wo man Menschen gefährdet“, hieß es auf der anderen Seite. Tierschutz, Verletzungsgefahr, Feinstäube und Müll wurden ebenfalls als Argumente für ein Verbot angeführt. Zudem gebe es neben der Insel Amrum bereits viele touristisch geprägte Orte, die zu Silvester auch ohne – oder gerade wegen – eines Feuerwerksverbotes ausgebucht seien, so die Befürworter.
„Mit diesem Thema wurde offensichtlich etwas losgetreten. Darum werden wir es in einer der nächsten Sitzungen auf die Tagesordnung setzen“, kündigte Markmann an. Das Abbrennen von Feuerwerkskörper auf eingeschränkten Flächen und eine markantere Kennzeichnung der Zonen, in denen es bereits verboten ist, wurden ebenfalls als mögliche Regelungen angeführt, die noch besprochen werden sollen. Ein Stimmungsbild der 40 anwesenden Bürger ergab (bei 10 Enthaltungen) eine Mehrheit von 18 Gegnern gegenüber 12 Befürwortern eines generellen Verbotes.
Ein weiteres Thema war der Mitgliederstand der Freiwilligen Feuerwehr. 24 aktive Mitglieder hat die Ortswehr Sierksdorf. Ausgehend von Ortsgröße und Aufgabenspektrum müssten es 35 Aktive sein, sagte Ortswehrführer Stephan Willert im Gespräch mit dem reporter. Sein Stellvertreter Stefan Lettow betonte: „Noch sind wir einsatzfähig und haben alle Einsätze sauber abarbeiten können, aber wir brauchen mehr Mitglieder.“ Ab Januar wollen Feuerwehr und Gemeindevertreter darum eine „Kleiderbügel-Aktion“ starten. „Wir werden gemeinsam von Tür zu Tür ziehen und alle Personen zwischen 18 und 50 Jahren direkt ansprechen. Dafür haben wir Kleiderbügel anfertigen lassen mit unserem Logo und der Aufschrift ‚Dein Bügel ist noch frei – wir warten auf Dich.‘ Dazu gibt es Infos zu den Aufgaben der Feuerwehr“, erklärte Stefan Lettow den Ablauf der Maßnahme.
 
Weiterer Tagesordnungspunkt war die „Ausweisung eines zusätzlichen Hundestrandes“. Im letzten Jahr hatte man auf Antrag der Freien Wähler und mit Beschluss aller Fraktionen einen zweiten Hundestrand im Bereich der Plönkoppel eingerichtet, der aufgrund massiver Proteste nach wenigen Wochen wieder eingestellt wurde. In der letzten Sitzung des Tourismus-Ausschusses wurde der Antrag zurückgezogen. Markmann: „Warum sollen wir es weiter versuchen, wenn sich nur Gegner zu Wort melden.“ Damit ist dieser weitere Hundestrand vom Tisch, denn auch am Dienstag gab es dazu seitens der anwesenden Bürger keinen weiteren Diskussionsbedarf. (he)


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