Petra Remshardt

First-Responder Süsel

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Süsel. Nach einem Sturz findet die Ehefrau ihren Mann bewusstlos am Boden liegend. Sie wählt die Notrufnummer 112. Der Disponent in der Leitstelle alarmiert den Rettungsdienst und zusätzlich die First-Respondergruppe des Deutschen Roten Kreuzes Süsel. Ein freiwilliger Helfer trifft aufgrund des kurzen Anfahrtwegs nach nur vier Minuten bei dem Verletzten ein und beginnt sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Drei Minuten später sind die hauptamtlichen Kräfte des Rettungsdienstes ebenfalls eingetroffen. Gemeinsam versorgen sie den Mann, der anschließend ins Krankenhaus gefahren wird.
So oder so ähnlich haben sich inzwischen mehr als 60 Einsätze ereignet, die die First-Responder-Kräfte des Ortsvereins Süsel des Deutschen Roten Kreuzes seit dem 1. März durchgeführt haben. Eine solche Initiative war die erste im Kreis Ostholstein. Robin Cyriacks, Leiter der Bereitschaft Süsel und „Erfinder“ der Gruppe sagt: „An diese Zahl von Hilfeleistungen hatten wir nicht gedacht. Wir sehen daran, wie sinnvoll die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt ist.“
Die First-Respondergruppe umfasst 25 Mitglieder. Somit ist gewährleistet, dass täglich fast immer rund um die Uhr im Bereich der Gemeinde Süsel sowie in Sierksdorf, Haffkrug und Gronenberg die sehr gut qualifizierten Helfer*innen alarmiert werden können. Robin Cyriacks erklärt: „Das Ziel ist, bei lebensbedrohenden Situationen so lange Hilfe leisten zu können, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wir schließen also die Lücke zwischen Notfallgeschehen und hauptamtlicher Hilfe, weil wir vor Ort sind. Dabei zählt jede Minute.“
Meistens wird durch die Alarmierung ein Mitglied der Gruppe gezielt aktiviert und fährt mit dem entsprechend ausgerüsteten Fahrzeug des Ortsvereins zum Einsatzort. Manchmal sind aber auch zwei Helfer*innen verfügbar, die dann mit zwei Fahrzeugen eintreffen. Robin Cyriacks: „Am häufigsten haben wir es mit Herzinfarkten oder Krampfanfällen zu tun. Wir wollen dann möglichst schnell herausfinden, welche Maßnahmen notwendig sind, damit keine Gehirnschäden auftreten.“ Ingo Weidemann, 1. Vorsitzender des Ortsvereins Süsel, sagt: „Schon nach kurzer Zeit gibt es diesen beeindruckenden Bericht. Deshalb unterhalten und unterstützen wir unsere Gruppe sehr gern und hoffen, dass ähnliche Initiativen auch in anderen Bereichen unseres Kreises entstehen.“ (red)


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