Kristina Kolbe

Immer wieder dieses Müllproblem

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Neustadt. Immer wieder kommt es in Neustadt im öffentlichen Raum zu Müllansammlungen und Verwüstungen nach Partynächten. Besonders an den bekannten Treffpunkten finden sich am Samstag- beziehungsweise Sonntagmorgen häufig Flaschen, Scherben und Müll. Teilweise fassen sich Neustädter Bürger ein Herz und räumen die Hinterlassenschaften auf eigene Faust auf. Meistens kehren die Mitarbeiter des Neustädter Bauhofes den Feiernden hinterher.
 
Besonders am Binnenwasser auf Höhe des Klärwerks, am sogenannten Postberg und am Strandbad werde sich zum Abend getroffen, wissen die Mitarbeiter des Bauhofes. Teilweise wird randaliert. Andreas Wietstock vom Bauhof erzählt, dass es vor allem Beschädigungen der Bänke durch Feuer, kaputte Flaschen, aber teilweise auch beschädigte Gebäude sind, die man am Folgetag der Party vorfindet. Am Strandbad wurde zum Beispiel in diesem Sommer die Dachrinne des DLRG Gebäudes heruntergerissen. An diesem Treffpunkt seien zusätzlich zu dem Müll und der Sachbeschädigung die vielen Scherben besonders kritisch, da sie ein Verletzungsrisiko für Strandbesucher darstellen.
 
„Wir verbringen schätzungsweise 80 Stunden im Jahr mit Aufräumen der Party-Hinterlassenschaften“, überschlägt Andreas Wietstock. Bei einem Stundenlohn von 34 Euro kommt man auf 2.720 Euro - die Kosten für Erneuerung von Sitzgruppen und Mülleimern noch nicht eingerechnet.
 
Im Zuge dessen hat der Tourismusservice Neustadt/Pelzerhaken jemanden eingestellt, der am Strand für Ordnung sorgt und einen großen zusätzlichen Kostenfaktor darstellt.
 
3.333,16 Euro Entsorgungskosten sind im Jahr 2020 für den Bereich Strandbad angefallen, darin enthalten seien allerdings auch die Kosten für die Müllentsorgung der regulären Strandbesucher, so Stefan Reil vom Tourismusservice.
 
„Wir wünschen uns eine saubere Stadt und haben viele Aktionen dazu ins Leben gerufen, um mit einem guten Beispiel voranzugehen. Das wünsche ich mir von allen Neustädtern“, erklärte Bürgermeister Mirko Spieckermann und ruft dazu auf, dass jeder seinen Müll mitnimmt.
 
Auch der Polizei sind einige dieser Schauplätze bekannt, wie zum Beispiel die Bank am Binnenwasser und das Strandbad. „Das Strandbad ist seit Jahren ein beliebter Treff für Jugendliche und Heranwachsende und aufgrund seiner Lage auch überregional bekannt. Er wird insofern auch entsprechend frequentiert“, erklärte die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage des reporters. An den Wochenenden, insbesondere bei gutem Wetter, werde dort regelmäßig Streife gefahren. Die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst sei gut, es finde ein anlassbezogener Informationsaustausch statt, so die Ordnungshüter.
 
Die Bank am Binnenwasser wird von der Polizei anlassbezogen bestreift, dort gab es im vergangenen Jahr zwei Einsätze, einmal wegen eines Feuers im Schulwald, einmal wegen einer lärmenden Jugendgruppe. Die Strafen für das Hinterlassen von Müll beschränken sich auf Geldstrafen, wer allerdings randaliert und Dinge beschädigt kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren rechnen.
 
Doch jetzt mit dem Finger auf eine ganze Gruppe der Gesellschaft, nämlich die Jugendlichen zu zeigen, sei nicht richtig, gibt Jugendcoach Danny Seidel zu bedenken. „Dem Großteil der Jugendlichen ist klar, dass man seinen Müll mitnimmt, die meisten finden dieses Verhalten auch nicht gut. Es handelt sich um vereinzelte Personen“, so der Jugendcoach. „Es ist wichtig nicht alle über einen Kamm zu scheren und zu verurteilen, zumal es die Jugendlichen momentan ohnehin nicht leicht haben“. (ko)


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